Durchfall nach der Grillparty?

Campylobacter-Keim stellt Salmonellen in den Schatten

Salmonellen kennt jeder, dabei sorgt der Campylobacter mittlerweile für viel mehr Infektionen. Hier erfährst du, warum der Lebensmittelkeim so tückisch ist und wie du dich schützen kannst.

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Vor der Party ist nach der Party: Auch in Sachen Campylobacter

Milchshakes, Mettigel und Grillgut: Der Lebensmittelkeim Campylobacter lauert.

70.000 Infektionen, die auf den Lebensmittelkeim Campylobacter zurück gehen, sind allein 2014 gemeldet worden. Neben Kindern unter fünf Jahren sind vor allem 20- bis 29-Jährige besonders häufig betroffen: Durchfall, Fieber und Bauchkrämpfe können folgen. Den Auslöser kann man weder sehen noch riechen. Campylobacter-Bakterien sind nur unter dem Mikroskop sichtbar. So kommt man erst drauf, wenn es zu spät ist und man sich mit den Folgen rumschlägt. Die Erkrankung heilt üblicherweise nach wenigen Tagen von selbst. In seltenen Fällen können Betroffene auch an dem so genannten Guillain-Barré-Syndrom erkranken: Dabei ist das Nervensystem betroffen. Lähmungen und Gefühlsstörungen zählen zu den häufigsten Symptomen.

Campylobacter hat Salmonelle überholt

Nach Angaben des Robert Koch Instituts ist der Campylobacter der häufigste Erreger von bakteriellen Durchfallerkrankungen. Campylobacter hat die Salmonelle als Auslöser von Lebensmittel-Infektionen quasi überholt: Nach Angaben des Robert Koch Instituts waren es 2006 noch 52.054 Erkrankungen durch Campylobacter; fast zehn Jahre später 70.260 Erkrankungen (2015). Zum Vergleich waren es 52.611 Erkrankungen, die 2006 auf Salmonellen zurückzuführen waren. 2015 gab es aufgrund von Salmonellose nur noch 13.866 Erkrankungen. In einem Ratgeber des Instituts heißt es dazu, dass es „durch die bundesweite Einführung einer Impfung gegen Salmonellen bei Zuchtgeflügel, Legehennen, Masthähnchen sowie Puten (...) ab dem Jahr 2008 zu einer deutlichen Abnahme von menschlichen Erkrankungen durch die Salmonelle der Gattung Enteritidis. (...)" kam.

Galerie: 10 Tipps gegen Campylobacter

In welchen Lebensmitteln steckt der Campylobacter?

Campylobacter sind weltweit verbreitet. Sie kommen in Nutz- und Haustierbeständen und in der Umwelt vor. Infizierte Tiere erkranken meist nicht. Einer der Übertragungswege in Lebensmittel findet über das Schlachten statt. Campylobacter-Erreger werden nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung BfR vor allem in rohen oder unzureichend erhitzten, vom Tier stammenden Lebensmitteln nachgewiesen, insbesondere
Campylobacter

So sieht der Campylobacter aus.

  • in Geflügelfleisch,
  • bei Hühnereiern,
  • in Rohmilch,
  • in Rohfleischerzegnissen.

Überlebenschancen der Bakterien verhindern

Die Campylobacter-Bakterien brauchen laut BfR eine bestimmte Wohlfühlzone, um sich überhaupt vermehren zu können. Gleichzeitig seien sie im Vergleich zu anderen Erregern von Lebensmittelinfektionen recht empfindlich.
Tiefgefroren
Tiefgefroren sinkt zwar die Bakteriananzahl, aber sie werden aber nicht ausreichend abgetötet.
Wohlfühlzone
Ab 30 Grad Celsius fühlen sich die Bakterien mit einer speziellen Kohlendioxid- und Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre besonders wohl. Zusammen mit Feuchtigkeit und Nährstoffen könnte man von ihrer Wohlfühlzone sprechen.
Todeszone
Ab 70 Grad wird es für die Campylobacter-Bakterien gefährlich und für dich sicher. Darum gilt zum Beispiel für Geflügel- und Fleischgerichte: Ausreichend erhitzen, bis der austretende Fleischsaft klar ist und das Fleisch eine bestimmte Farbe hat: Bei Geflügel ist die Weiß, bei Schweinefleisch graurosafarbig und bei Rindern Graubraun. Die jeweilige Farbe erreichst du, indem du das Innere des Lebensmittels zwei Minuten lang auf mindestens 70 Grad Celcius bringst. Bei der Zubereitung in der Mikrowelle solltest du auf gleichmäßiges Erwärmen achten und zwischendurch umrühren.
Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.

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