Gerade im Sommer ein Problem

Hyperhidrose – was tun gegen übermäßiges Schwitzen?

Bei körperlicher Anstrengung und starker Hitze ist die Überaktivität der Schweißdrüsen ganz natürlich. Unangenehm wird es allerdings, wenn die Schweißdrüsen auch im Ruhezustand weiter Gas geben. eVivam erklärt dir, ab wann Schwitzen krankhaft ist und was du dagegen tun kannst.

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Schwitzender Sportler

Beim Sport zu schwitzen, ist normal. Doch was tun, wenn der Schweiß auch ohne körperliche Belastung nicht aufhören zu fließen?

Unter Hyperhidrose versteht man im medizinischen Fachjargon die dauerhafte Überaktivität der Schweißdrüsen. Hyperhidrose ist genetisch bedingt. Wer von Natur aus zu übermäßigem Schwitzen neigt, der gibt diese Veranlagung meist auch an seine Nachkommen weiter. Doch neben der erblichen Komponente gibt es auch einige Faktoren, die den starken Schweißfluss begünstigen. Auch Krankheiten wie Diabetes, Tuberkulose oder Malaria haben starkes Schwitzen zur Nebenwirkung, genauso wie die Wechseljahre bei Frauen. Hyperhidrose-Patienten reagieren auch bei Angst oder Stress häufig mit übermäßigem Schwitzen. Das Problem: Nicht selten wird schon das Wissen darum, an Hyperhidrose zu leiden, zu einem Stressfaktor. So ergibt sich ein Teufelskreis aus Stress, Schwitzen und Stress aufgrund des Schwitzens. Daher muss für die meisten Patienten schnell eine Lösung her, um wieder zu vollständiger Lebensqualität zu gelangen.

Galerie: Bleib cool – rück’ dem Schweiß zuleibe!

Hyperhidrose: Die Symptome

Wer ständig stark schwitzt, auch ohne Hitze oder körperliche Anstrengung, leidet in den allermeisten Fällen an Hyperhidrose. Besonders ausgeprägt ist das Symptom des Schweißflusses unter den Armen sowie an Händen und Füßen. Damit verbunden ist häufig ein unangenehmer Geruch, der sich aufgrund der vielfachen Menge von natürlichem Schweißfluss nicht so einfach mit Deodorants bekämpfen lässt. Hinzu kommt die verstärkte Gefahr von Schweißflecken, die besonders auf heller Kleidung unter den Armen zur Geltung kommen. Aus all diesen Faktoren resultiert für die Patienten ein enormer Leidensdruck. Sie fühlen sich meist ungepflegt und unsauber, müssen sich in der Öffentlichkeit abtrocknen und haben oft Hemmungen, sich vor anderen Menschen zu entkleiden. Das Pflegen von Kontakten wird daher nicht selten zu einem ernsthaften Problem für Hyperhidrose-Patienten. Ein Gang zum Psychotherapeuten kann den Betroffenen helfen, mit der Erkrankung besser umzugehen.

Hyperhidrose: Die Behandlung

Je nach Ausprägung der Krankheit gibt es ganz unterschiedliche Methoden, der Hyperhidrose an den Kragen zu gehen. Der erste Schritt ist der Griff zu Medikamenten mit dem Wirkstoff Methantheliniumbromid. Dieser ist dafür zuständig, die neuronale Aktivierung der Schweißdrüsen zu blockieren. Aufgrund starker Nebenwirkungen sollten Präparate mit diesem Wirkstoff allerdings nicht ohne Absprache mit einem Facharzt eingenommen werden. Aufwendiger, dafür aber auf Dauer effektiv ist die Schwachstromtherapie, auch Ionophorese genannt. Sie wird eingesetzt, wenn sich der massive Schweißfluss hauptsächlich auf die Hände und Füße konzentriert. Bei der Ionophorese werden diese in ein Becken mit Salzwasser getaucht, dem über Elektroden schwacher Gleichstrom zugeführt wird. Die Folge: Die nach außen führenden Kanäle der Schweißdrüsen werden verstopft, ohne sie zu schädigen. Eine solche Sitzung dauert rund 20 Minuten und sollte zunächst mehrmals in der Woche wiederholt werden. Hat sich der Körper an die Behandlung gewöhnt, hält eine Ionophorese die Schweißdrüsen über etwa drei Monate geschlossen. Leider ist diese Behandlungsmethode nur bei starkem Schwitzen an Händen und Füßen anwendbar.
Gestank

Für viele ist nicht nur der Schweiß an sich das Problem, sondern vor allem der damit verbundene Geruch. Dabei ist es gar nicht der Schweiß selbst, der einen unangenehmen Duft verströmt. Stattdessen sind es die Hautbakterien, die sich in den feuchtwarmen Körperbereichen, also etwa unter den Achseln, tummeln.

Hyperhidose: Ab wann muss ich unters Messer?

Bei Patienten mit besonders stark ausgeprägter Hyperhidrose hilft manchmal nur der Gang zum Chirurgen. Es gibt zwei Möglichkeiten, mithilfe eines solchen Eingriffs das Problem des massiven Schwitzens in den Griff zu bekommen. Die gängigste ist die Verwendung des Nervengifts Botulinumtoxin A, kurz: Botox. Botox legt nicht nur die Nervenbahnen im Gesicht lahm und mindert somit Fältchen, es kann auch die Nervenimpulse auf die Schweißdrüsenzellen unterbinden. Bei der Behandlung wird der Stoff mit einer Spritze direkt ins Unterhautfettgewebe injiziert. Das kann je nach Körperstelle mit Schmerzen verbunden sein. Wer sich die Füße mit Botox behandeln lässt, sollte unbedingt um eine vorherige Betäubung bitten. Wer das Problem noch radikaler entfernen lassen möchte, kann sich von einem Chirurgen die Schweißdrüsen direkt entfernen lassen. Dies geschieht in der Regel über eine Absaugung, auch das Durchtrennen der Schweißnerven in Brust- und Bauchraum hat sich mittlerweile verbreitet. Sprich vor diesem Eingriff unbedingt mit deinem Facharzt über eventuell auftretende Nebenwirkungen. Eine solche kann verstärktes Schwitzen an anderen Körperstellen denn der operativ behandelten sein.

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