Antiaging-Pflege

Hyaluronsäure – hilft sie als Creme tatsächlich gegen Falten?

Die Antiaging-Kosmetikindustrie ist weltweit ein Milliardengeschäft. Ein Wirkstoff, der alle Zeichen der Zeit unsichtbar macht, lässt noch auf sich warten. Hyaluronsäurecremes und -seren zeigen allerdings überraschend positive Effekte.

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Hyaluronsaeure gegen Falten?

Hyaluronsäure kann Falten nicht glätten, hat aber einen gewissen Polstereffekt.

Erst entstehen Lachfältchen in Form feiner Linien, später vertiefen sie sich zu verhassten Krähenfüßen. Die ersten Veränderungen der Haut fallen meist um die 30 auf. Doch beginnt der Alterungsprozess schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr: Die Bindegewebszellen der Lederhaut produzieren immer weniger neues Kollagen, das Fettgewebe in der Unterhaut nimmt ab und die Haut kann weniger Feuchtigkeit speichern. Die Zellen der Oberhaut teilen sich nur noch alle 50 statt – wie in jungen Jahren – alle 27 Tage.
Dafür gibt es verschiedene genetische und hormonelle Gründe – etwa die nachlassende Produktion von Wachstums- und Sexualhormonen. Aber auch Umweltfaktoren wie Rauchen oder exzessiver Sonnengenuss spielen mit.
Laut Kosmetikindustrie können Stoffe wie Coenzym Q10, Pro-Retinol A oder Vitamin C die Haut wieder glattbügeln. Laut einer Umfrage der Stiftung Warentest glaubt jede zweite Frau, dass Cremes Falten sichtbar verringern können. Allerdings konnte bisher kein Hersteller den Beweis erbringen, der über subjektives Empfinden hinausgeht, dass eines seiner Produkte die Zeichen der Zeit dauerhaft aufhalten oder umkehren konnte.

Hyaluronsäure: Falten-Behandlung mit Spritzen und Cremes

Einen gewissen Straffungseffekt bringt allerdings die feuchtigkeitsbindende und aufpolsternde Hyaluronsäure. Sie kommt körpereigen beispielsweise im Bindegewebe oder in den Gelenkknorpeln vor. Hyaluronsäure hat die Fähigkeit, große Mengen Wasser zu binden und zwar bis zu sechs Litern pro Gramm. So besteht beispielsweise der Glaskörper des menschlichen Auges zu 98 Prozent aus Wasser, das an nur zwei Prozent Hyaluronsäure gebunden ist.
Die Anwendung des Stoffs in der Schönheitschirurgie ist bereits ein etabliertes Verfahren. Ärzte spritzen Hyaluronsäure-Präparate, um Falten zu unterfüttern, Lippen zu modellieren, die Haut aufzufrischen oder um Gesichtskonturen aufzubauen. Der Effekt hält sechs bis zwölf Monate.

Optisch Falten weg durch gespeicherte Feuchtigkeit

Oberflächlich aufgetragen besteht das Problem, dass größere Moleküle der Hyaluronsäure nicht durch die Hautbarriere an den Wirkungsort vordringen können. Es gibt hochmolekulare und niedermolekulare Formen. Die erste besteht aus größeren Molekülen und bildet einen feuchtigkeitsspendenden Film auf der Hautoberfläche. Sie lässt die Haut praller aussehen, wirkt aber nur vorübergehend. Die niedermolekulare Form dringt in tiefere Schichten vor, kann im Bindegewebe der Haut Feuchtigkeit speichern und erzielt dadurch eine etwas nachhaltigere Wirkung. Durch die zusätzliche Feuchtigkeit wirkt die Haut nicht nur praller und straffer, sondern sie verringert auch Falten sichtbar.

Hyaluronsäure in Creme und Serum

Eine Studie der Universität München aus dem Jahr 2011 attestiert Hyaluronsäurecremes, dass sie im Vergleich zu einem Placebo den Feuchtigkeitsgehalt der Haut deutlich verbessern und ihre Elastizität vergrößern konnte. Nach einer Anwendungsdauer von 60 Tagen hatten Falten, die mit der niedrigmolekularen Hyaluronsäure behandelt wurden, zudem an Tiefe verloren. Die Studienautoren nutzten für das Experiment eine 0,1-prozentige Hyaluronsäurecreme. Allerdings dauerte die Studie nicht lang genug, um einen Langzeiteffekt zu zeigen, und es nahmen auch nur 76 Frauen teil.
Kosmetikexperten empfehlen, Cremes und Seren zu nutzen, die eine niedrigmolekulare und eine hochmolekulare Hyaluronsäure kombinieren. Die eine erzielt einen Soforteffekt, indem sie Feuchtigkeit auf der Hautoberfläche hält und sie dadurch praller aussehen lässt. Die andere wirkt tiefer und füllt die Feuchtigkeitsspeicher innen auf.

Hyaluroncremes

Katrin Hoerner

von

Wissen hilft, gesund zu bleiben.