Zwei Wochen Ausnahmezustand

Heilfasten – Trendquatsch oder sinnvolle Detoxkur?

Bewusst auf feste Nahrungsmittel zu verzichten, ist in den Industrienationen gang und gäbe. Steckt hinter dem Trend Heilfasten vielleicht mehr als der verzweifelte Versuch, den Körper vor den Schäden der Überflussgesellschaft zu bewahren?

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Heilfasten

Feste Nahrung ist beim Heilfasten tabu.

Zunächst einmal: Heilfasten ist nur für gesunde Menschen geeignet und sollte immer unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden. Obwohl der bewusste Nahrungsentzug reinigend für den Körper ist, ist es dennoch eine Umstellung und Belastung. Bei richtiger Durchführung soll Heilfasten dafür sorgen, dass du neue Energie erhältst, dich ausgeglichener fühlst und dein Körper wieder richtig funktioniert. Um bis zum Schluss durchzuhalten, solltest du die Fastenkur dann durchführen, wenn sich dein Stresslevel auf einem niedrigen Stand befindet.

Heilfasten: So legst du los

Ist die Entscheidung zum Heilfasten gefallen, solltest du dich gut vorbereiten. Ein Check-up beim Arzt ist wichtig. Erst wenn dieser grünes Licht gibt, kannst du loslegen. Und natürlich: Fasten klappt nicht von einem Tag auf den anderen, alles beginnt mit zwei sogenannten Entlastungstagen:
  • Der erste Tag ist dafür da, deine Ernährung umzustellen und Verführungen auszuschalten. Trinke Tee statt Kaffee, sperre Süßigkeiten und Essen gut weg und trinke viel Wasser. Iss bewusst langsam und hör auf, wenn du gerade satt bist. Vollkornreis oder Gemüse sind erlaubt, alles andere nicht. Spaziergänge an der frischen Luft sorgen für die nötige Bewegung.
  • Am zweiten Tag ersetzt du nach dem Mittagessen alle Mahlzeiten durch flüssige Nahrung in Form von Gemüsesaft und selbstgekochter Brühe. Die solltest du in großen Vorräten kochen, damit du nicht jeden Tag von Neuem beginnen musst.

Heilfasten: Jetzt wird's ernst

Am dritten Tag beginnt die eigentliche Fastenkur – und das bedeutet erst einmal Stress für deinen Körper:
  • Sorge dafür, dass du nirgendwo hin musst und bleib daheim. Trinke morgens 250 ml Tee mit aktivierenden Kräutern. Verpasse deinem Darm eine gründliche Durchspülung, indem du mit Glaubersalz Durchfall hervor rufst. Dieses besorgst du dir in der Apotheke und nimmst es genau nach Anweisung für dein Körpergewicht. Wichtig: Das Glaubersalz muss unbedingt mit ausreichend Wasser genommen werden, sonst führt es statt zu Durchfall zu Verstopfung. Damit der Magen nicht allzu sehr knurrt, kommen Gemüsebrühe und Wasser zum Einsatz. Allerdings darfst du die Brühe nur tagsüber trinken, abends gibt es Gemüsesaft und Obstsaft ohne Zucker als Schorle. Am dritten Tag ist Faulenzen übrigens erlaubt – der Körper hat sowieso schon genug zu tun.

Heilfasten: Wie es weitergeht

Tag vier steht ganz im Zeichen des Fastens. Hier sind den ganzen Tag über nur Flüssigkeiten erlaubt. Bewegung ist wichtig, höre aber auf die Signale deines Körpers. Es kann passieren, dass du aufgrund des veränderten Stoffwechsels unreine Haut bekommst, die du sanft behandeln solltest. Auch Durchfälle und andere körperliche Reaktionen sind normal, solange es nicht überhandnimmt.
So machst du jetzt immer weiter bis zum Tag neun.


Heilfasten: Den Körper wieder auf Touren bringen

Ab Tag zehn ist es vorbei mit dem Nahrungsentzug, doch solltest du den Körper langsam wieder an das Essen heranführen:
  • Alles Fettige und Süße ist weiterhin verboten. Gekochtes Gemüse und Getreide sind in Ordnung, aber halte dich bei der Menge sehr zurück. Viel Trinken ist natürlich weiterhin das A und O. Am elften Tag kannst du auch bereits rohes Gemüse essen, auch magerer Quark mit Kräutern ist erlaubt. Es kann passieren, dass du keinen Stuhlgang hast, hier hilfst du dann mit einem Einlauf nach. Tag 12 ist fast ein Schlemmertag – natürlich nur mit gesunden Lebensmitteln, die möglichst naturbelassen sind. Danach solltest du dir darüber klar werden, auf welche schlechten Gewohnheiten du besser verzichten kannst, damit der Effekt lange anhält. Denn Heilfasten ist eigentlich so etwas wie eine Revision deines Lebens.

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