Leberfleck, Muttermal, Pigmentstörung

Mit der ABCDE-Regel Hautkrebs in einer Minute erkennen

Um Hautkrebs zu identifizieren, hilft die ABCDE-Regel. Wenn mindestens eines der folgenden Merkmale zutrifft, zeigen Sie den Leberfleck Ihrem Arzt.

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Hautkrebs-Vorsorge

Ein regelmäßiger Hautcheck gehört zur Hautkrebsvorsorge. Sie haben alle zwei Jahre Anspruch darauf.

In Deutschland erkranken jährlich über 260.000 Menschen neu an Hautkrebs (alle Formen zusammengerechnet). Seit 1970 hat sich die Zahl verfünffacht. Dermatologen erklären das Phänomen mit geändertem Freizeitverhalten: In den 50er-Jahren kam es in Mode, sich in den Ferien stundenlang an den Strand zu legen, um braun zu werden. 20 Jahre später gab es die Quittung mit gestiegenen Hautkrebszahlen. Die Appelle der Hautärzte der vergangenen Jahre haben nicht viel gebracht: Mittlerweile nutzen viele zwar Sonnenschutzmittel in Form von Cremes. Doch wer sich eincremt, schützt zwar die Haut vor Sonnenbrand, nicht aber vor bösartigen Veränderungen der Pigmentzellen. Am malignen Melanom, der bösartigsten Form des Hautkrebs, erkranken jährlich mehr als 18.000 Patienten.

Galerie: Schutz vor zu viel Sonne und Sonnenbrand

Die Haut regelmäßig selbst kontrollieren

Fast jeder Mensch hat Muttermale, Leberflecken oder Pigmentstörungen. Meist sind sie harmlos. Doch manchmal wechseln sie ihre Form, Farbe oder Größe oder es kommen neue hinzu. Um diese Veränderungen im Blick zu behalten, empfiehlt es sich, die Haut regelmäßig mittels der ABCDE-Regel zu kontrollieren, am besten nach dem Duschen oder Baden. Dabei möglichst keine Hautpartie aussparen. Dies gilt vor allem für Areale, die nur schwer selbst zu sehen sind wie Rücken, behaarte Kopfhaut, Gesäß, Genitalbereich, Fußsohlen und die Haut zwischen den Zehen. Ein Ganzkörper- und ein Handspiegel sind nützlich. Sinnvoll ist auch, regelmäßig den Partner oder ein Familienmitglied die Haut an den unzugänglichen Stellen inspizieren zu lassen.
Möglicherweise bekommen wir demnächst digitale Unterstützung beim Aufspüren von gefährlichen Hautveränderungen. Wissenschaftler von der Stanford Universität sind dabei, eine entsprechende Software zu entwickeln. Lesen Sie dazu Hautkrebs erkennen dank künstlicher Intelligenz. Ein israelisches Forschungsteam hat vor zwei Jahren bereits die App und den Internetdienst DermaCompare entwickelt, um Hautärzten die Diagnose zu erleichtern.

Die ABCDE-Regel hilft, Veränderungen aufzuspüren

Um bedenkliche Hautveränderungen zu erkennen, hilft laut Deutscher Krebsgesellschaft die sogenannte "ABCDE-Regel":
A für Asymmetrie: Die beiden Hälften des Muttermals sehen ungleich aus.
B für Begrenzung: Gutartige Hautveränderungen haben meist eine runde oder ovale Form. Dagegen können zungenförmige Ausläufer und Einbuchtungen, unscharfe Grenzen zur umgebenden Haut und eine raue Oberfläche auf ein Melanom hindeuten.
C für Color (Farbe): Melanome sind typischerweise unregelmäßig und uneinheitlich gefärbt, die Palette kann von tiefschwarz bis hautfarben reichen.
D für Durchmesser: Verdächtig sind Hautveränderungen, die eine Größe von 5 Millimetern an der breitesten Stelle überschreiten.
E für Evolution: Hat sich ein Pigmentmal innerhalb der letzten drei Monate verändert, sollte es ein Arzt kontrollieren.
Außerdem sind Farbveränderungen (F), Größenzunahme (G), Blutungen (Hämorrhagien: H) und Juckreiz (J) hochgradig verdächtige Zeichen, die eine Abklärung beim Hautarzt oder in einer Hautklinik unbedingt notwendig machen.
Bemerkt ein Patient bei der Kontrolle Auffälligkeiten, die ihn verunsichern, dann sollte er sie möglichst schnell einem Hautarzt zeigen. Hier gilt das Motto: Lieber einmal unnötig zum Arzt gehen, als einmal zu spät. Davon abgesehen hat jeder Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening durch den Arzt.

Sonnencreme

Katrin Hoerner

von

Wissen hilft, gesund zu bleiben.