Kunterbunte Erkenntnisse

Farbpsychologie: So wirken sich Farben auf unser Wohlbefinden aus

Dass Farben bestimmte Eigenschaften haben – das ist schon lange kein esoterischer Mummenschanz mehr. Denn mittlerweile weiß man: Rot, Blau, Grün & Co. beeinflussen unsere Psyche und unser Wohlbefinden. eVivam sagt, wie!

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Farben unserer Umgebung beeinflussen uns

Farben verschönern nicht nur die Optik, wie hier in Venedig, sondern (damit) auch unser Wohlbefinden.

Wir sind von Farben umgeben – und sie beeinflussen uns, positiv ebenso wie negativ. Ein sonnig-gelber Tag lässt unsere Mundwinkel unwillkürlich nach oben wandern, angesichts einer grauen Wolkendecke hingegen zeigen sie eher nach unten. Die Farben, die wir sehen, wirken auf unsere Psyche und damit auf unseren Organismus. Interessant dabei ist, dass jede Farbe anders wirkt – der Grund dafür ist simpel: Jede von ihnen besitzt eine andere Wellenlänge. Durch die gezielte Verwendung bestimmter Farbnuancen können wir unserer Seele und damit unserem Körper etwas Gutes tun. Wie uns die einzelnen Farben beeinflussen und wie wir sie sinnvoll in unseren Alltag integrieren, verrät eVivam in diesem farbenfrohen Special.

Farbtherapie: Seele und Körper mit Farben heilen

Die Grundlage bilden sogenannte „Farbtherapien“: Behandlungsformen, die sich die Wirkung von Farben auf den Menschen zunutze machen. Diese Therapiearten kommen mittlerweile immer häufiger bei Krankheiten zum Einsatz – vor allem natürlich unter Nutzung von Farben, die eine positive Wirkung auf unseren Körper haben. Blaues Licht etwa wirkt beruhigend, rotes dagegen anregend und wärmend. Die Medizin entdeckt zunehmend Behandlungsformen für sich, bei denen sie unseren Körper mit den unterschiedlichen Farbfrequenzen behandelt – etwa Bestrahlungen, Bäder oder Akupunkturen. Doch auch zuhause ist es jedem von uns möglich, die Wirkungsweise unterschiedlicher Farben für sich zu nutzen. (Eins noch vorneweg: Im Folgenden meinen wir mit den Farben immer den jeweiligen Ton in all seinen Nuancen – denn das Rot oder das Grün gibt es nicht.)

Galerie: Die psychologische Wirkung von Farben

Warme Farben: Rot, Orange & Gelb

Die Signalfarbe Rot verbindet man mit Leidenschaft, Liebe und Feuer – sie steht für Energie und Vitalität. Wer rote Kleidungsstücke trägt, ist sich Aufmerksamkeit gewiss. Zudem macht die Farbe angeblich Lust auf Sex und wirkt appetitanregend. Umgibt man sich viel mit Rot, soll das wärmend sowie aktivierend wirken und unterbewusst den Kreislauf anregen. Auch der Stoffwechsel und das Immunsystem bleiben gut in Wallung. Aber Obacht: Zu viel davon macht schnell unruhig. Daher solltest du die Wände deines Zimmers nicht vollständig in Rot streichen, es genügt ein Akzent.
Ein wenig heller ist Orange, die Symbolfarbe für Optimismus und Lebensfreude. Orangefarbene Kleidung drückt Selbstvertrauen und Kontaktfreude aus. Wände in Orange verhelfen kleinen, dunklen Räumen zu Offenheit und Helligkeit. Auch für die Gesundheit sagt man Orange Auswirkungen nach: Entsprechendes Licht beruhige Bauch und Unterleib und fördere die Nierenfunktion.
Noch ein wenig heller ist Gelb. Diese Farbe steht für Licht und Optimismus, soll deshalb Depressionen vorbeugen und Ängste lindern. In der Strahlentherapie setzt man gelbe Strahlen zur Behandlung von Immunsystemschwächen und Rheuma ein. Außerdem regt Gelb angeblich die Konzentration sowie Kreativität an und ist daher eine beliebte Wandfarbe für Kinderzimmer.

Kalte Farben: Grün, Türkis, Blau & Violett

Grün ist die in der Natur am häufigsten vorkommende Farbe – wohl deshalb steht sie für Sicherheit. Man sagt, dass sie beruhigt und emotionale Verstimmungen sowie seelisches Unwohlsein lindert. In der Farbtherapie setzt man diesen Ton ein, um Herzbeschwerden zu lindern. Allerdings gibt es mit Grün auch negative Assoziationen symbolischer Natur: Sie ist die Farbe des Neides und der Missgunst.
Blau strahlt Ruhe aus. Aufgrund dieser besänftigenden Wirkung sollen blaue Wände Einschlafstörungen vorbeugen und klares Denken fördern – vor allem in Schlafzimmern ist Blau deshalb die ideale Wandfarbe. Zudem macht der Ton kleine Räume optisch größer. Doch auch hier Achtung: Gerade als Kleidungsstück wirkt Blau teils zu kühl.
Die Mischung aus Grün und Blau ergibt Türkis. Es wirkt kühler als Grün, hat aber zugleich etwas Belebendes und Frisches. In der Medizin verwendet man diese Farbe häufig bei der Behandlung von Infekten und Allergien, da sie das Immunsystem schützen soll.
Auch Violett sagt man nach, es unterstütze die Konzentration. Darüber hinaus wirken Lilatöne schmerzlindern, reinigend und entschlackend. Der Nachteil (oder auch Vorteil, wie man es nimmt): Violett zügelt Appetit und sexuelle Lust, weshalb man es weder in Schlaf- noch Essensräumen verwenden sollte.
Ähnliche, hellere Töne wie Pink vermitteln dagegen Sicherheit. Deswegen kommen sie häufig bei körperlichen und seelischen Schocks zum Einsatz, um Patienten ein schützendes Gefühl zu vermitteln.
Moderne Wohnungen setzen auf schlichte Farben.

Moderne Wohnungen setzen auf schlichte Farben.

Unbunte Farben: Weiß, Grau, Schwarz, Braun & Gold

Gerade in modernen Einrichtungen sieht man heute oft Grau, Schwarz und Weiß – sogenannte „unbunte Farben“. Streng genommen zählen dazu bloß die drei Genannten: Sie weisen weder einen bestimmten Farbton noch eine Sättigung auf, weshalb man sie auch „ungesättigte Farben“ nennt. Doch etwas laxer verstanden zählen zu den unbunten Farben auch solche mit nur sehr geringer Farbsättigung bzw. mit hohem Weißanteil, also Pastellfarben.
Das Lichtspektrum der Farbe Weiß enthält nahezu alle anderen Farben, aus welchem Grund sie für jede andere Farbe einsetzbar ist. Strahlendes Weiß steht für Reinheit und Unschuld, weshalb wir der Farbe generell keine negative Bedeutung beimessen. Weiß neutralisiert und belebt, ...
... während man Grau als komplettes Gegenteil ansieht. Es ist eine Farbe absoluter Neutralität, weshalb man sie häufig mit Langeweile und dem Verlust von Individualität assoziiert.
Schwarz wiederum drückt Trauer und Tristesse aus, wirkt in der Mode jedoch edel und feierlich. Bei der Wohnungseinrichtung sollte man Schwarz nur als Akzent verwenden, da die Farbe großflächig benutzt schnell bedrückend wirkt.
Beruhigend wirkt dagegen Braun. Aufgrund ihres Daseins als „Erdfarbe“ kommt sie gern bei der Behandlung von Gleichgewichtsstörungen zum Einsatz.
Gold steht für Macht und Reichtum, aber auch für Freundschaft und Warmherzigkeit. Dieser Farbe sagt man nach, sie sorge für Inspiration und gebe Kraft. Letztere Wirkung macht sich die Medizin zunutze und setzt die Farbe zur Behandlung bei Angststörungen ein.

Weiterlesen: Bücher über Farbpsychologie

Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.