Koffein und Zucker

Sind Energydrinks schädlich? Wie wirken sie?

In der Werbung garantieren die Hersteller Höchstleistungen und das Verschwinden von Müdigkeit. Leere Versprechen oder verleihen Energydrinks tatsächlich Flügel?

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Rickie Fowler

Energydrinks können bei regelmäßigem und hohem Konsum gefährlich werden.

Ein Energydrink neben dem nächsten – in den Supermarktregalen stehen zahlreiche Dosen, die einem mehr Konzentration, eine erhöhte Leistung und einen ordentlichen Energiekick verpassen sollen. Viele glauben Taurin sei die Geheimzutat, die den Zauber bewirkt. Die AOK Hessen räumt mit dem Hokus Pokus auf.

Was ist drin?

Die meisten des süßen Getränks enthalten ähnliche Inhaltsstoffe. Zucker, Koffein, Wasser, Kohlensäure, Taurin, Glucuronolacton und Inosit sind dabei meist die Grundzutaten. Jeder Hersteller dosiert diese Stoffe unterschiedlich stark und fügt verschiedene Zusatzstoffe hinzu. Das erklärt, warum die meisten sehr ähnlich schmecken. In vielen Sorten enthalten bereits 100 Milliliter bis zu 32 Milligramm Koffein. Dabei handelt es sich um den für Erfrischungsgetränke zulässigen Höchstwert. Zugegeben, Kaffee enthält genauso viel oder mehr Koffein, die weiteren Bestandteile fallen jedoch weg. Zudem enthalten 100 Milliliter ungefähr zwölf Gramm Zucker. Das sind vier Zuckerwürfel in einem halben Glas Flüssigkeit.

So wirken Energydrinks

Ein plötzliches Wachstum von Flügeln konnte man bisher zwar noch nicht feststellen, aber Energydrinks wirken tatsächlich anregend, was hauptsächlich am Koffein liegt. Auch der hohe Zuckeranteil führt zu einer kurzen Leistungssteigerung. Taurin hingegen hat keine leistungsfördernde Wirkung, auch wenn ihm derartiges nachgesagt wird. Studien konnten bisher nicht bestätigen, dass Taurin, den gewünschten Energiekick im Menschen auslösen. Selbiges gilt für die weiteren Inhaltsstoffe.
Bereits nach zehn Minuten beginnt das Koffein zu wirken. Er dringt in den Blutkreislauf ein und sorgt dafür, dass Herzschlag und Puls steigen. Fünf Minuten später steigen zudem Konzentration und Wachheit. Dieser Effekt hält bis zu einer Stunde nach Trinken des Getränks. Währenddessen stimuliert der Zucker das Gehirn, wodurch Dopanin ausgeschüttet wird. Ist der Zucker nach einer Stunde verarbeitet, folgen oft Müdigkeit, Reizbarkeit und Nervosität.
Die Wirkung von Energydrinks

Ein hoher Konsum von Energydrinks kann erhebliche Folgen haben: Nach 12 bis 24 Stunden können Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen und Reizbarkeit folgen.

Auf das Hoch folgt das Tief

Die Nachteile von Energydrinks sollte man nicht unterschätzen. Schon nach sieben bis zwölf Tagen gewöhnt der Körper sich an einen erhöhten Koffeinkonsum. Häufiger und erhöhter Konsum von Koffein kann zu Magenverstimmungen, Dehydration und einem erhöhten Puls führen. Zudem können bereits nach 12 bis 24 Stunden der Einnahme Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen und Reizbarkeit auftreten. In Kombination mit Sport oder Alkohol besteht die Gefahr weiterer nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen wie Kreislaufprobleme, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen. Durch den hohen Zuckergehalt wächst zudem das Risiko von Übergewicht und Diabetes.

Tagesdosis

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht bei einem Verzehr von maximal zwei Dosen pro Tag bei Erwachsenen und maximal einer Dose bei Jugendlichen keine gesundheitlichen Risiken. Kinder, Schwangere und Stillende sollten gänzlich die Finger von den Koffeinbomben lassen. Eine bekömmliche Alternative, zur Konzentrationssteigerung und ohne aufputschende Wirkung soll Neuronade sein. Wir haben Neuronade probiert.

Galerie: Foodwatch-Studie: Viel zu viel Zucker in Getränken

Sabine Stanek

von

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