Zu Risiken und Nebenwirkungen ...

Gefährliche Fakes: So erkennt man gefälschte Medikamente

Von einem Apotheker erwarten wir, dass er uns im Krankheitsfall die richtigen Medikamente verkauft. Doch der Trend zur Online-Apotheke macht den Handel für Arzneifälscher lukrativ. Dabei sind Fake-Medikamente extrem gefährlich.

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Medikamente

Für Patienten ist eine Fälschung nicht von einem echten Medikament zu unterscheiden. Deshalb ist es besonders wichtig, gar nicht erst an einen Fake zu geraten.

Die Zahlen sind erschreckend: Weltweit ist mittlerweile jedes zweite (!) Medikament eine Fälschung. In großen Mengen werden sie über die Zollgrenzen geschmuggelt und vor allem über den Versandhandel für Medikamente vertrieben. Gerade Arzneien gegen schwere Beschwerden sind gefährlich für den Patienten. Im besten Fall sind sie wirkungsfrei, im schlechtesten sind sie selbst Ursache einer Krankheit. Wie erkennt man also gefälschte Medikamente? Wie kann ich sicher gehen, nicht an ein solches zu geraten? Und was tue ich als Verbraucher, wenn ich einem potenziellen Fake aufgesessen bin?

Galerie: Risiken beim Medikamentenkauf erkennen

Das Geschäft mit gefälschten Medikamenten ist lukrativ

Seit Jahren nimmt die Anzahl gefälschter Arzneien, aber auch der entsprechenden Händler zu. Im April dieses Jahres fand eines der bisher größten Gerichtsverfahren gegen die Pillenmafia sein Ende. Hierbei handelte es sich um eine Bande von Kriminellen, die mithilfe von Tarnfirmen rund 1.000 Online-Shops weltweit mit ihren Fälschungen belieferten. Die Angeklagten müssen bis zu fünf Jahre in den Knast, doch derartige Gerichtsurteile sind selten. Die von den Fälschern aufgebauten Firmen-Netzwerke sind nicht selten über die ganze Welt verstreut, sodass es schwer ist, unter den vielen Strohmännern zu den Anführern und Chefs durchzudringen. Experten sind sich sicher, dass der Handel mit gefälschten Medikamenten mittlerweile lukrativer ist, als mit Drogen. Nicht nur die Gewinnspannen sind größer, auch die Gefahr des Auffliegens ist weitaus geringer als beim Handel mit illegalen Rauschmitteln. Außerdem macht es das Gesetz Kriminellen leicht, sich auf legalem Wege Geräte wie Pillenpressen oder Verpackungsapparate zu beschaffen. Besonders beliebt unter Fälschern ist der Handel mit Lifestyle-Präperaten wie Schlankmachern oder Potenzmitteln. Unter den klassischen Arzneien ist besonders bei Antibiotika, Hormonpräparaten und Schmerzmitteln Vorsicht geboten.
Zoll

Der Zoll stellt immer wieder Millionen gefälschter Arzneien sicher. Für die Pillenmafia ist der Handel mit gefälschten Medikamenten trotzdem lukrativer als mit illegalen Rauschmitteln, Waffen oder Kleidungsplagiaten.

Was gefälschte Medikamente so gefährlich macht

Eine weit verbreitete Methode der Medikamentenfälscher ist der Kauf asiatischer Produkte mit anschließender Umetikettierung. Das bedeutet im Klartext: Die falschen Pillenhändler bestellen Tabletten in verschiedener Form, Farbe und Größe, um sie danach in beliebige Verpackungen zu stecken und als jene Arznei zu verkaufen, die der Patient benötigt. Was genau in den falschen Medikamenten drinsteckt, wissen noch nicht einmal die Händler. Noch weniger ahnt der Patient, dass er etwas zu sich nimmt, dessen Auswirkung auf seinen Körper er nicht kennt. Sind die Pillen ohne Wirkstoff, hat der Patient schon Glück gehabt. Schlimmer wird es, wenn in den Tabletten Stoffe enthalten sind, auf die er allergisch reagiert oder die in Kombination mit anderen Medikamenten schädlich wirken. In extremen Fällen führt das zum Tod. Bei Krebs- und AIDS-Patienten führen Fake-Präparate in Kombination mit anderen Arzneien zu krank machenden Nebenwirkungen. Eine nicht richtig dosierte Verhütungspille sorgt für eine hohe Schwangerschaftswahrscheinlichkeit. Wer befürchtet, auf eine Medikamentenfälschung hereingefallen zu sein, sollte umgehend seinen Arzt oder Apotheker konsultieren. Dieser weiß, ob die Angst berechtigt ist und verständigt gegebenenfalls die Polizei.

So schützt du dich vor gefälschten Medikamenten

Wenn du dein Medikament in einer Apotheke kaufst, ist die Gefahr äußerst gering, an eine Fälschung zu geraten. Vor allem Händler von Präparaten, die der Patient ausschließlich auf Rezept erhält, werden unter größter Sorgfalt ausgewählt und müssen sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Arzt und Apotheker legen daher größten Wert auf einen seriösen Zulieferer. Gefährlicher wird es bei Online-Apotheken. Auch hier sollte der Verbraucher auf das Einhalten der Rezeptpflicht achten. Darüber hinaus ist Vorsicht geboten, wenn sich die Preise stark von den Preisen anderer Versandapotheken unterscheiden. Im Impressum stehen für gewöhnlich die Anschrift, der Name von Apotheker und Inhaber sowie die zuständige Aufsichtbehörde. Auch eine Telefonnummer sollte angegeben sein, über die du vor deiner Bestellung den Kontakt suchen und dich vergewissern kannst, dass es sich bei der Apotheke um einen seriösen Anbieter handelt.

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Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.