Ach du dickes Bein!

Was kann man bei geschwollenen Beinen tun?

Wer den ganzen Tag gesessen und gestanden hat, hat nicht selten mit geschwollenen Fesseln zu kämpfen. Woher kommt das und was kann man dagegen tun?

Datum:
Beine

Wassereinlagerungen und Geschwulste machen dem Traum von schönen schlanken Beinen schnell einen Strich durch die Rechnung.

Man sagt nicht umsonst, dass man einen Schuhkauf am besten abends erledigen sollte. Wer schon seit Stunden auf den Beinen ist, hat seine Füße schließlich schon eine ganze Weile „plattgelaufen“ und die Schuhgröße kann mitunter eine halbe Größe größer ausfallen als morgens, wenn sich der Zustand von Gefäßen und Adern über Nacht wieder normalisieren konnte. Kleine Schwankungen in Bein- und Fußumfang sind also völlig normal. Schädlich wird es erst, wenn die Gliedmaßen dauerhaft schmerzen, sie besonders stark anschwellen oder sich spürbar Wasser- oder Fettpolster einlagern, die von alleine nicht wieder weg gehen. Manchmal sind angelaufene Beine nur ein kurzfristiges Problem. Etwa wenn einen starke Hitze im Hochsommer buchstäblich in die Knie zwingt. Gleichzeitig können Schwellungen an Bein und Fuß aber auch die Symptome einer schwerwiegenderen Krankheit sein.

Galerie: Damit schwellen deine Beine ab

Geschwollene Beine – wie sie entstehen

Der Grund für eine je nach Ursache plötzliche oder schleichende Schwellung verschiedener Körperteile ist immer der steigende Anteil von Wasser. Dieses Wasser lagert sich zwischen den Geweben unter der Haut ein und sorgt so für eine sicht- und spürbare Verdickung der betroffenen Region. Normalerweise sorgen bestimme Druckverhältnisse innerhalb des Körpers dafür, dass die verschiedenen Flüssigkeiten wie Blut oder Wasser im Gleichgewicht sind. Sind die Venen oder das Lymph-System gestört, funktioniert der normale Flüssigkeitsaustausch nicht mehr und das System gerät ins Stocken. Flüssigkeiten werden nicht mehr abtransportiert und bleiben an Stellen im Körper, wo sie normalerweise nicht hingehören. Die Folge: Schwellungen. Ein solches Missverhältnis der Körperflüssigkeiten muss nicht gleich tragisch sein. Manchmal reicht schon langes Sitzen bei der Arbeit oder auf Reisen, um dafür zu sorgen, dass sich das Blut in den Beinvenen staut. Aus diesem Grund wird auf Langstreckenflügen das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfohlen, die für eine Entstauung der Beine sorgen sollen. Ein weiterer Grund für geschwollene Beine kann eine chronische Arterienverengung sein. Um das Absterben des betroffenen Bereichs zu verhindern, muss eine solche Erkrankung umgehend behandelt werden. Eine Arterienverengung entsteht meistens erst im hohen Alter durch Gefäßverschlüsse infolge von Gefäßverkalkung oder Entzündungen. Nicht ganz so häufig sind Infektionen, Störungen im Stoffwechsel oder eine Fettverteilungsstörung infolge von Übergewicht Schuld an Wasseransammlungen in Bein und Fuß.
Relax

Die Beine hochlegen und entspannen: Im Alltag unterschätzen wir den Wert kurzer Auszeiten. Dabei hilft es den Gefäßen in den Beinen tatsächlich, wenn wir die Beine im Liegen sich für ein paar Minuten regenerieren lassen.

Geschwollene Beine – wenn die Venen leiden

Die Symptome eines Venenleidens klingen zunächst nicht so schlimm. Eine leichte Anschwellung der Knöchel, die vor allem abends spürbar wird und über Nacht wieder verschwindet, könnte darauf hindeuten, dass deine Venen nicht ganz gesund sind. Eine solche Störung im Abflusssystem der Venen ist äußerlich vor allem daran zu erkennen, dass eine Delle zurückbleibt, wenn auf die betroffene Schwellung gedrückt wird. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Eine chronische Venenschwäche, aus der auch Krampfadern, knotenartig erweiterte Venen, hervorgehen können, ist meist angeboren. Frauen sind aufgrund eines schwächeren Bindegewebes wesentlich häufiger betroffen als Männer. Leichte Beschwerden lassen sich durch eine Hochlagerung der Beine lindern, wodurch sich auch erklären lässt, dass geschwollene Beine in solchen Fällen über Nacht wieder abklingen. Gefährlicher sind da Thromboseerkrankungen. Darunter versteht man sämtliche Gefäßerkrankungen, bei denen sich Blutgerinnsel in den Gefäßen bilden. Die Ursachen dafür sind bis heute noch nicht vollständig erforscht. Die bekannteste Theorie besagt aber, dass es zu Thrombosen vor allem dann kommt, wenn Ungleichgewichte zwischen gerinnungsfördernde und gerinnungshemmende Faktoren im Körper bestehen. Auch Entzündungen der betroffenen Beinregion spielen eine Rolle. Gleichzeitig können auch Thrombosen erblich bedingt sein. Faktoren wie Bewegungsmangel, langes Sitzen, eine Herzschwäche und bestimmte Medikamente können eine Thrombose verstärken. Sofern sich das Blutgerinnsel nicht von selbst auflöst, müssen medizinische Maßnahmen getroffen werden.

Wenn das Lymphsystem verrückt spielt

Ein ebenso häufiger Grund für geschwollene Beine ist ein Defekt im Lymphsystem. Das Lymphsystem ist ein Teil unseres Abwehrsystems und trägt zum Transport verschiedener Flüssigkeiten in unserem Körper bei. Ist das Lymphsystem defekt, äußert sich das optisch vor allem darin, dass im Gegensatz zu einer venenbegründeten Anschwellung nicht bloß Fuß und Knöchel, sondern auch die Zehen dick werden. Ist der Abfluss der Lymphflüssigkeit in den Gefäßen gestört, sammelt sie sich zwischen den Zellen. Diese Störung kann sowohl angeboren sein, als auch von äußeren Einflüssen hervorgerufen werden. Dazu gehören Operationen, Krebserkrankungen, Infektionen, aber auch Venenerkrankungen, die Schäden an den Lymphbahnen verursacht haben. Wurden etwa bei einem Schlaganfall Nervenbahnen geschädigt, ist auch das nicht selten ein Grund, weshalb die Lymphbahnen an ihrer Arbeit gehindert werden. Bemerkt wird eine Lympherkrankung meist erst ab einem gewissen Stadium. Gehen die Schwellungen in Stadium Null zunächst noch über Nacht zurück, sind sie ab Stadium eins schon hartnäckiger. Je fortgeschrittener die Erkrankung ist, desto fester wird die Schwellung, die Haut raut an, bei Druck auf die Haut werden keine Dellen sichtbar, bis sich schließlich die Haut verfärbt und die Schwellungen zu Wucherungen werden. Da die Krankheit meist im ersten Stadium erkannt wird, muss es bei entsprechender Behandlung jedoch gar nicht erst soweit kommen. Anhand der Art der Schwellung erkennt der Arzt, welches Krankheitsbild vorliegt. Dazu spritzt er dem Patienten ein Kontrastmittel und führt anschließend eine Lymphographie durch, um den Zustand von Lymphsystem und Lymphbahnen zu begutachten. Danach helfen in der Regel physikalische Behandlungsmaßnahmen, um den Lymphfluss wieder zu normalisieren.

Kompressionsstrümpfe

Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.