Stummer Gast im Bauch

Darmkrebs-Anzeichen, die Sie kennen sollten!

Darmkrebs bleibt lange Zeit ein stiller Mitbewohner. Aber es gibt einige Darmkrebs-Anzeichen, bei denen Sie am besten schnell einen Arzt aufsuchen.

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Mann mit Bauchschmerzen

Krampfartige Bauchschmerzen sind ein wichtiges Darmkrebs-Symptom!

Darmkrebs wächst meist still und heimlich über viele Jahre. Betroffene bemerken die Gefahr in ihrem Darm oft nicht. Und wenn Symptome auftreten, ist der Darmkrebs manchmal schon weiter fortgeschritten. Deshalb ist die Darmkrebsvorsorge mit der Darmspiegelung (Koloskopie) so wichtig. Ärzte erkennen bösartige Darmtumoren rechtzeitig und entfernen sie, bevor sie sich ausbreiten und ernsthaften Schaden anrichten. Zur Darmkrebsfrüherkennung gehören der Hämoccult-Test auf verstecktes Blut im Stuhl ab 50 Jahren und die Darmspiegelung ab dem 56. Lebensjahr. Alternativ gibt es auch eine virtuelle Darmspiegelung und die Koloskopie per Videokapsel. Wenn Ärzte Darmkrebs frühzeitig aufspüren, ist er sehr gut heilbar. Es gibt einige Darmkrebs-Anzeichen, die Sie besser als Warnung ernst nehmen!

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Veränderte Stuhlgewohnheiten: Durchfall oder Verstopfung

Veränderte Stuhlgewohnheiten kommen bei vielen Magen-Darm-Erkrankungen vor. Sie sind aber manchmal auch ein Darmkrebs-Anzeichen. Wenn Sie unter häufigem Durchfall (Diarrhoe) oder Verstopfung (Obstipation) leiden, suchen Sie immer besser einen Arzt auf. Auch der Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung ist ein Darmkrebs-Symptom. Denn ein Tumor im Darm bedeutet, dass der Stuhl durch einen Engpass muss. Vor dieser Engstelle staut sich der Stuhl, Bakterien zersetzen und verflüssigen ihn und er gelangt schließlich als Durchfall nach außen. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen als „paradoxe Diarrhoe“.

Blut im Stuhl als Darmkrebs-Symptom

Wenn Sie Blut im Stuhl sehen, ist dies möglicherweise ein Darmkrebs-Anzeichen. Achten Sie auf die Farbe des Blutes. Frisches Blut erscheint rot und stammt dann aus einem Darmtumor im Enddarm, während älteres Blut den Stuhl eher schwarz färbt („Teerstuhl“). Die Blutung hat in diesem Fall ihren Ursprung im oberen Teil des Verdauungstraktes. Ein Hämoccult-Test weist auch geringste Spuren von Blut im Stuhl nach, die Sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen. Auch harmlose Hämorrhoiden sind oft ein Grund dafür, dass sich Blut im Stuhl befindet. Zudem kann der Stuhl bei Darmkrebs schleimige Beimengungen enthalten. Manchmal riecht der Stuhl auch besonders unangenehm. Dieser Geruch lässt sich nicht durch die Ernährung erklären. Verursacht der Darmtumor einen Engpass im Darm, besitzt der Stuhl manchmal die Form eines Bleistifts, ist also sehr dünn.

Häufige Verdauungsprobleme sind eine Darmkrebs-Anzeichen

Darmgeräusche und Blähungen sind eigentlich ganz normal bei der Verdauung. Sie entstehen beispielsweise, wenn Sie stark blähende Lebensmittel verzehren, zum Beispiel Bohnen oder Linsen. Ein häufiges Rumoren oder Grummeln in Bauch und Darm sowie starke Blähungen sind ein mögliches Warnzeichen für Darmkrebs. Aufgrund des heftigen Drucks im Bauch bei den Blähungen verlieren manche ungewollt Stuhl. Einige Patienten verspüren Übelkeit oder ein Völlegefühl, obwohl sie nicht viel gegessen haben.

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Darmkrebs-Anzeichen im späteren Stadium

Darmkrebs verursacht manchmal Schmerzen beim Stuhlgang und krampfartige Bauchschmerzen, die unabhängig vom Stuhlgang auftreten. Schmerzen entstehen, wenn der Tumor im Darm gewachsen ist und eine bestimmte Größe erreicht hat. Kleinere bösartige Darmtumoren sind dagegen meist schmerzlos. Der Schmerzort hängt davon ab, an welcher Stelle der Darmkrebs sitzt. Befindet er sich im mittleren Abschnitt des Dickdarms (Grimmdarm), entwickeln sich Schmerzen im Bauch. Bei einem Tumor im Mastdarm (dem letzten Abschnitt des Dickdarms) sind sie eher im Bereich des Beckens oder der Lendenwirbelsäule spürbar. Manchmal ertasten Ärzte den Darmkrebs auch, wenn er sich auf der rechten Seite des Grimmdarms oder im Mastdarm befindet. Ein zusätzlicher Hinweis auf eine Krebserkrankung sind neben den genannten Symptomen auch vergrößerte Lymphknoten.
Dazu zeigen sich bei Darmkrebs auch allgemeine Symptome: Patienten mit Krebs fühlen sich oft körperlich schlecht. Sie sind weniger leistungsfähig, blass, fühlen sich oft müde, abgeschlagen und schwach oder schwitzen nachts extrem. Auch Fieber, das sich nicht durch eine Infektion oder andere Erkrankung begründen lässt, gehört zu den Anzeichen für Darmkrebs. Patienten mit fortgeschrittenem Darmtumor nehmen oft ungewollt ab. Wenn Sie mehr als zehn Prozent Ihres ursprünglichen Gewichts innerhalb von sechs Monaten verlieren, ist dies ein Fall für den Arztbesuch. Eine Krebserkrankung geht oft mit einer Blutarmut (Anämie) einher. Dabei sind die roten Blutkörperchen sowie der rote Blutfarbstoff Hämoglobin vermindert. Die Blutarmut erklärt auch die Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Symptome immer vom Arzt abklären lassen!

Nicht alle diese Symptome treten gleichzeitig bei jedem Darmkrebspatienten auf. So gibt es zum Beispiel keine Entwarnung, wenn das Blut im Stuhl fehlt. Auch kommen solche Symptome bei anderen Magen-Darm-Erkrankungen vor, zum Beispiel bei Reizdarm, Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür, Nahrungsmittelunverträglichkeit (z.B. Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit) oder einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn). Suchen Sie in jedem Fall umgehend einen Arzt auf, wenn Sie auch nur eines dieser Darmkrebs-Anzeichen bei sich feststellen. So lässt sich Darmkrebs rechtzeitig diagnostizieren und die Heilungschancen sind gut!

Bücher zu Darmkrebs

Ingrid Müller

von

Journalismus, Medizin und Gesundheit sind echte Faibles. Es geht immer darum, medizinisches Kauderwelsch für Patienten und medizinische Laien verständlich, aber auch spannend zu machen.