Unsere innere Uhr

Biorhythmus: Wie uns die Zeit bestimmt

Wie alle Lebewesen unterliegt auch das Wohlbefinden des Menschen einem strengen Rhythmus. Doch nicht nur auf Fernreisen oder nach durchzechten Nächten macht sich unsere innere Uhr bemerkbar. eVivam erklärt, wie der Biorhythmus unser Leben beeinflusst.

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Innere Uhr

Eine aus dem Takt geratene innere Uhr macht sich nicht selten durch Schlafstörungen bemerkbar.

Wenn wir eine Fernreise unternehmen, graut es uns immer ein wenig davor, die eigene Zeitzone zu verlassen. Beim Stichwort „Jetlag“ ist uns nicht nach Scherzen zumute, knockt uns die radikale Zeitumstellung doch für mindestens einen Tag völlig aus. Doch es muss nicht erst der Flug nach Übersee sein, um uns an unsere körperlichen Grenzen zu bringen. Vielen genügt auch schon die halbjährliche Zeitumstellung, damit der Körper rebelliert. Der Grund dafür liegt in unserer inneren Uhr, an der sich ein Großteil der Körperfunktionen orientiert. Schon kleine Abweichungen bringen uns aus dem Takt und den Körper aus dem inneren Gleichgewicht. Doch woran liegt das? Worin liegen die Vorteile der inneren Uhr und könnten wir sie sogar zu unserem Zwecke nutzen, um unsere Leistungsfähigkeit zu optimieren? Das erforscht seit einigen Jahren die noch recht junge wissenschaftliche Disziplin der Chronobiologie, die bereits zu einigen erstaunlichen Erkenntnissen gelangen konnte.

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Die innere Uhr: Warum sie so wichtig ist

Blutdruck, Körpertemperatur und Hormonhaushalt beeinflussen die innere Uhr und signalisieren uns, wann für welche Aktivitäten der richtige Zeitpunkt ist. Der Körper funktioniert in Zyklen und Rhythmen, wovon der bekannteste der Tag-Nacht-Rhythmus ist. Eng damit verbunden sind Arbeits- und Ruhephasen. Generell wird am Tag gearbeitet und in der Nacht tanken wir die Energiereserven durch Schlaf wieder auf. Dass sich diese Aufteilung im Zusammenhang mit dem körperlichen Wohlbefinden am meisten bewährt, hängt mit der Lichtverteilung über den Tag zusammen, auf die ein Nervenkern des Gehirns, auf der Höhe unseres Nasenrückens gelegen, reagiert. Lichtstrahlen animieren uns durch dadurch hervorgerufene Hormonausschüttung zu Bewegung, während der Energiebedarf bei wenig Licht eher gering ausfällt. So erklärt sich auch die Schwierigkeit von Schicht- und Nachtarbeit; während der Körper vorgibt, dass nachts geruht werden sollte, müssen Nachtdienstler entgegen ihres Biorhythmus’ schuften. Das wirkt sich nicht selten auf bestimmte Körperfunktionen und die Psyche aus. Um eine optimale Energieverwertung zu gewährleisten, lohnt es sich, die innere Uhr zu berücksichtigen.
Biergarten

Wer die Party im Biergarten bis in die Nacht reichen lässt, bringt seinen Biorhythmus schon mal ordentlich durcheinander.

Die innere Uhr: Welche Biorhythmen gibt es?

Unter einem Biorhythmus versteht man die natürlichen Schwankungen der Körperfunktionen, die in Zyklen wiederkehren. Neben dem Schlaf-Wach-Rhythmus gehören der Aktivitätszyklus, Nahrungsaufnahme- und Trinkrhythmus sowie der Körpertemperatur-Rhythmus zu den uns am meisten beeinflussenden Biorhythmen. Auch der weibliche Zyklus, der Herzschlag sowie die Erneuerung der Blutkörperchen sind Biorhythmen, die uns aber nur in Teilen beeinflussen und von denen wir nicht immer etwas mitbekommen. Alle diese einzelnen Rhythmen ergeben zusammen die innere Uhr, auch zirkadianer Rhythmus genannt, der von den verschiedenen kürzeren (ultraradianen) und längeren (infraradianen) Rhythmen gesteuert wird. Darüber hinaus gibt es Wissenschaftler, die davon ausgehen, dass das Leben wellenförmig drei unterschiedlich lang andauernden Rhythmen unterliegt, die jeweils 23 bis 33 Tage beanspruchen. Hier spricht man vom körperlichen, emotionalen und intellektuellen Rhythmus, mithilfe derer sich im Anbetracht von Geschlecht und Geburtsdatum individuell gute und schlechte Tage eines jeden Menschen berechnen lassen sollen. Diese Vorstellung des menschlichen Biorhythmus geistert seit Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Wissenschaft und wurde bisher nicht belegt.

Die innere Uhr: Was tun, wenn sie aus dem Takt gerät?

Zunächst einmal sollte man berücksichtigen, dass es unterschiedliche Zeittypen gibt. Die Unterteilung in Frühaufsteher und Morgenmuffel ist nicht willkürlich, sondern wissenschaftlich belegt. Diese Typen definieren sich aufgrund unterschiedlicher Schlaf- und Wachzeiten. Der entscheidende Unterschied liegt in der Schlafdauer – gerade Morgenmuffel kommen oft nur deshalb schwer hoch, weil ihnen der ausreichende Schlaf ebenso wenig möglich war wie ein frühes Einschlafen. Besonders im Kindesalter ist dieser Rhythmus noch sehr empfindlich. Daher sind einige Schulen mittlerweile dazu übergegangen, unterschiedliche Unterrichtsanfänge anzubieten, um individuell auf den Biorhythmus eines jeden Kindes eingehen zu können. Doch auch als Erwachsener wird unsere innere Uhr durch Langstreckenflüge, Schichtarbeit und durchzechte Nächte immer wieder an ihre Grenzen und damit nicht selten aus dem Takt gebracht. Mithilfe von künstlichem Licht macht der Mensch seinen Tag zudem immer länger und bemerkt nicht selten viel zu spät, dass eine Ruhephase angebracht wäre, obwohl er noch mitten bei der Arbeit ist. Unser Organismus ist zwar in der Lage, gewisse Ungleichmäßigkeiten auszugleichen. Wer seinen Körper jedoch ständig über die natürliche Leistungsgrenze hinaus treibt, riskiert nicht nur seine physische, sondern auch seine psychische Gesundheit. Plötzlicher Leistungsabfall, Schlafstörungen bis hin zu Depressionen können die Folge sein. Gleichzeitig kann man sich diese starke körperliche Abhängigkeit aber auch zunutze machen, um Depressionen mit Licht zu therapieren. Bei der Lichttherapie wird der Körper gezielt den Strahlen einer Tageslichtlampe ausgesetzt, um auf diese Weise hormonelle Defizite auszugleichen.

Tageslichtlampe

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