Chronische Kopfschmerzen

Neuer Wirkstoff gegen Migräne in Studie getestet

Forscher testen Arzneimittel gegen Migräne. Das Medikament soll der Ursache von chronischen Kopfschmerzen vorbeugen. „TEV-48125“ heißt das Mittel.

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Migräne Kopfschmerzen Frau

Der Wirkstoff „TEV-48125“ soll vorbeugend gegen Migräne helfen. Das belegen erste Studien.

In Deutschland leiden etwa acht Millionen Menschen an Migräne. Ihnen könnte der Wirkstoff mit dem Namen „TEV-48125“ helfen. Ein Autorenteam um den Neurologen Marcelo Bigal veröffentlichte jüngst in der Fachzeitschrift Lancet Neurology die Ergebnisse einer klinischen Studie.

Migräne entsteht durch Neuropeptid

Dass Migräne entsteht, liegt unter anderem an dem Eiweiß Calcitonin Gene-Related Peptide. Studien in vergangenen Jahren haben herausgefunden, dass das sogenannte Neuropeptid im Nervensystem die Gefäße erweitert und zu Entzündungen beiträgt. Hier setzt der Wirkstoff „TEV-48125“ an.

Migräne-Auslöser neutralisieren

Der Arzneistoff behandelt vorbeugend als Antikörper die Ursache von Migräne. Das gelingt ihm, indem er sich an das Neuropeptid bindet. Auf diese Weise neutralisiert der Wirkstoff den Auslöser für Migräne. Dass die Therapie gegen die chronischen Kopfschmerzen hilft, zeigte Marcelo Bigal mit zwei unterschiedlichen Dosierungen in seiner aktuellen Studie.

Diagnose: „chronische Migräne“

Den Wirkstoff „TEV-48125“ verabreichten er und seine Kollegen in 675/225 Milligramm und 900 Milligramm Dosen. Eine dritte Gruppe bekam lediglich ein Placebo. Das Forscherteam rekurrierte insgesamt 264 Probanden. An der Studie nahmen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren teil, deren medizinische Diagnose „chronische Migräne“ lautete. Drei Monate untersuchten die Neurologen, welchen Effekt das Arzneimittel auf die Kopfschmerzen hat. Mit einer Injektion verabreichten die Forscher den Antikörper.

Leichter Schmerz und Kribbeln

Das Ergebnis: Die Probanden, die den Wirkstoff bekamen, litten deutlich weniger an Migräne. Die Teilnehmer in der Placebo-Gruppe waren häufiger von Kopfschmerzen betroffen. Die einzige Nebenwirkung war, dass rund die Hälfte der Probanden über einen leichten Schmerz in der Injektionsstelle und Kribbeln klagten.
David Huth

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Ob Gadgets, Apps oder Trends – alles was neu ist, probiere ich aus. An meiner Neugier lasse ich hier bei eVivam andere teilhaben.

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