Lass mal ein paar Tage stehen!

Erstaunliche Studie: Verhindert altes Brot Darmkrebs?

Wissenschaftler aus Australien fanden heraus, dass altes Brot dabei helfen kann, Darmkrebs vorzubeugen. Und schon sieht man hart gewordenes Brot mit ganz anderen Augen.

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Frau schneidet Weißbrot

Frisch schmeckt es zwar besser, doch erst nach ein paar Tagen soll Brot krebsvorsorgende Eigenschaften entwickeln.

Fast täglich liest man was Krebs verursachen oder verhindern kann oder soll. Diese Meldungen stützen sich meist auf wissenschaftlichen Studien, die beispielsweise besagen, dass Alkohol der Hauptauslöser für Krebs ist, oder dass ein Diabetes-Medikament Krebs bekämpft. Forscher der RMIT University (Royal Melbourne Institute of Technology) in Melbourne, Australien, haben nun in herausgefunden, dass Brot, das einige Tage alt ist, Darmkrebs vorbeugen könnte.

Resistente Stärke – was ist das?

Es ist nicht das alte Brot selbst, sondern eine bestimmte darin enthaltene Stärke: die resistente Stärke vom Typ 3. Resistente Stärke ist von menschlichen Verdauungsenzymen nicht abbaubar und zählt somit zu den Ballaststoffen. Die RS3 (Resistente Stärke Typ 3) entsteht bei der Erhitzung und anschließenden Abkühlung, wobei die Moleküle kristallisieren und eine kompakte Struktur aufbauen, durch die die Verdauungsenzyme nicht kommen. Umso besser für die Bakterien im Darm, denn diese erfreuen sich an der erhaltenen Stärke und verarbeiten diese zu Milch-, Essig- und (besonders wichtig) Buttersäure. Buttersäure ist für einen gesunden Körper wertvoll. Sie schafft im Darm ein für Salmonellen und andere Krankheitserreger ungünstiges Milieu, hilft bei der Hormonregulierung, regt das Zellwachstum an und kann die zelluläre Kettenreaktion, die zu Darmkrebs führt, stoppen.

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Wissenschaftliche Studie

Für die Untersuchung verwendeten die Forscher selbst gebackenes Brot, das sie über mehrere Wochen unterschiedlichen Temperaturen aussetzten. Heraus kam, dass die Kristallisation am stärksten und die Menge der resistenten Stärke am höchsten ist, wenn man das Brot bei 38 Grad Fahrenheit, also etwa 3 Grad Celsius lagert. Schon nach fünf Tagen war der Anteil an resistenter Stärke wesentlich höher als direkt nach dem Backen. In diesen fünf Tagen wird das Brot aufgrund der Kristallisation und des Wasserverlusts hart und „alt“. Dafür enthält es jede Menge kristallisierte Stärke-Moleküle.

Weißbrot keine gute Wahl

Problem an dem Ergebnis? Die verantwortlichen Forscher testeten ihre Theorie an Weißbrot. Darin sind aber weitaus mehr Kohlenhydrate mit negativen Eigenschaften, als resistente Stärke enthalten, die jegliche positive Effekte der Stärke überschatten. William Sullivan, einer der Autoren der Abhandlung, ist sich aber sicher, dass auch andere Brotsorten die resistente Stärke vom Typ 3 enthalten. Zudem sagt er, es gäbe viele weitere Möglichkeiten die Vorteile der Stärke zu nutzen. Das Mehl aus Kochbananen beispielsweise ist eine effektivere Alternative mit viel weniger Kohlehydraten.
Sabine Stanek

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