Tigermoskito in Deutschland

Gefährliche Mückenarten in Freiburg entdeckt

In Freiburg haben Wissenschaftler ein Volk von Tigermoskitos entdeckt. Die Mückenart kann Krankheiten wie das bisweilen tödlich verlaufende Denguefieber übertragen. In Italien sind bereits Krankheitsfälle aufgetreten.

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Sieht harmlos aus, kann aber Tropenkrankheiten übertragen: ein Tigermoskito.

Mückenjäger sehen die Gefahr, dass sich der aus Asien stammende Tigermoskito in Deutschland festsetzt. Sie haben in Freiburg eine stabile Population mit Larven, Puppen und Weibchen entdeckt. Schon im Vorjahr gab es an derselben Stelle Hinweise auf Tigermoskitos. Bislang ist allerdings nicht klar, ob sich die Tiere vermehrt haben oder etwa mit einem Lastwagen oder Zug aus Südeuropa eingeschleppt worden sind – in der Nähe des Fundorts liegt der Güterbahnhof. Eine Art gilt als etabliert, wenn sie im Freiland drei Generationen hervorbringt.
Der Tigermoskito kann Tropenkrankheiten wie das Denguefieber übertragen; eine Krankheit, die nach hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen tödlich enden kann. In Südeuropa sind bereits Fälle aufgetreten.

Globalisierung und Klimawandel begünstigen Ausbreitung

Der wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, Norbert Becker, sieht in der Globalisierung einen Grund für die Mückenmigration. „Durch die Warenströme und die erhöhte Mobilität der Menschen gelangt die Mücke nach Deutschland“, sagte Becker der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch der Klimawandel und die damit einhergehenden wärmeren Sommer begünstigten die Ausbreitung der Exoten. Becker und seine Kollegen versuchen, die Population in Schach zu halten. Sie verteilen Tabletten mit einem Wirkstoff, der verhindern soll, dass die Tiere sich in Regenwassertonnen vermehren. Grund zur Panik bestehe nicht, sagte Becker.
Der Moskito ist nicht die erste gefährliche Tropenmücke, die in Deutschland entdeckt wurde: Der Japanische Buschmoskito hat es bereits bis nach Hannover geschafft. Er kann Krankheiten wie Hirnhautentzündung oder das West-Nil-Virus übertragen.

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