Ausgezeichnetes Projekt

Telemedizin: Fernanpassung von Cochlea-Implantaten

Techniker Krankenkasse und Medizinische Hochschule Hannover gewinnen eGovernment-Wettbewerb. Konzept zur heimnahen Nachsorge von Cochlea-Implantaten machte den ersten Platz.

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Gehörlosen helfen Cochlea Implantate: Neue telemedizinische Technologie soll die Nachsorge vereinfachen.

Träger von Cochlea-Implantaten mussten früher weite Wege auf sich nehmen. Eine heimatnahe Nachsorge gab es in der Regel nicht. Mit der „Echtzeitfernanpassung von Cochlea-Implantaten“ hat sich das geändert. Für das Projekt sind die Medizinische Hohchschule Hannover (MHH) und Techniker Krankenkasse (TK) Niedersachsen beim 14. eGovernment-Wettbewerb von BearingPoint und Cisco ausgezeichnet worden. In der der Kategorie „Bestes eHealth-Projekt 2015“ machten sie den ersten Platz.

Prothese für Gehörlose

Bei Cochlea-Implantaten handelt es sich um eine Hörprothese für gehörlose Menschen, deren Hörnerv nicht geschädigt ist. Mit Hilfe der Prothese erhalten sie ihren Hörsinn zurück. Die Träger sind auf eine lebenslange Nachsorge angewiesen – mindestens einmal im Jahr ist eine Untersuchung fällig. Die Fernanpassung, das so genannte Remote Care Konzept, erlaubt den Patienten dabei eine wohnortnahe Nachsorge.

Mehr Service für den Patienten

"Remote Care ist ein wichtiges Plus an serviceorientierter Therapie für unsere Patienten bei uneingeschränkt qualitätsvoller Nachsorge“, erklären der HNO-Klinikdirektor an der MHH, Prof. Dr. Thomas Lenarz, und Prof. Andreas Büchner, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Hörzentrums Hannover an der MHH. Dass das Projekt zu einer besseren Versorgungsqualität und mehr Effizienz im Gesundheitswesen beiträgt, sahen auch die Ausrichter des eGovernment-Wettbewerbs.

Fernanpassung mit Technik aus dem Münsterland

Die Technik für die Fernanpassung von Cochlea-Implantaten stellt das Unternehmen auric Hörsysteme bereit. Zusammen mit der MHH hat der Hörgeräteakustiker aus dem münsterländischen Rheine ein System zur Echtzeitfernanpassung mit hochauflösendem Videobild entwickelt. Laut der TK Niedersachsen wirkt die Anpassung aufgrund der schnellen Reaktionszeit sowie der hohen Bild- und Tonqualität für den Patienten fast so, als säße er dem Audiologen gegenüber.

Keine Regelversorgung

Das Angebot von Remote Care ist keine Regelversorgung. Die Techniker Krankenkasse bezahlt diese telemedizinische Nachsorge allerdings. „Unser Ziel ist es, eine hochspezialisierte Versorgung, die an der MHH in hervorragender Qualität erbracht wird, auch dezentral für unsere Versicherten zugänglich zu machen“, so Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen.

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