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Schlaganfall-Symptome: Cartoon im Video-Clip klärt auf

Ein Schlaganfall ist ein echter Notfall! Doch viele kennen die Alarmsignale nicht. Ein Cartoon als Video-Clip will das jetzt ändern. Vor allem junge Leute sind angesprochen.

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Herabhängender Mundwinkel? Die Gesichtslähmung ist ein typisches Schlaganfall-Symptom!

Ein Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem schnelles Handeln lebensrettend ist. Nicht umsonst sagen Ärzte: „Time is brain“, also „Zeit ist Hirn“. Denn je mehr Minuten nach einem Hirninfarkt vergehen, desto mehr Nervenzellen sterben ab. Nur etwa jeder fünfte europäische Bürger kennt wenigstens eines der wichtigsten Schlaganfall-Symptome. Auch in Deutschland sind die Warnzeichen trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen vielen fremd. Dazu gehören die typische Gesichtslähmung, bei der ein Mundwinkel herabhängt, Sehstörungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühle und Lähmungen in den Armen. Ein Video-Clip des Cartoonisten und Filmemachers Ralph Ruthe zielt darauf ab, die Wahrnehmung der Bevölkerung für die Schlaganfall-Symptome zu schärfen. Ein Cartoon erklärt die typischen Warnzeichen einfach und verständlich. Der Video-Clip ist vor allem für junge Menschen gedacht. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) übernommen.
Arme hoch: die Schlaganfall-Symptome Video abspielen

Wie lässt sich ein Schlaganfall erkennen? Cartoons im Video-Clip erklären die wichtigsten Schlaganfall-Symptome!

Schlaganfall-Symptome erkennen: der FAST-Test

Der Film mit dem Titel „"Lächeln – Sprechen – Hände hoch“" basiert auf dem sogenannten FAST-Test (Face, Arms, Speech, Time), mit dem sich die meisten Schlaganfälle innerhalb weniger Minuten mit fast 100-prozentiger Sicherheit feststellen lassen. Rettungsdienste führen ihn heute routinemäßig bei einem Verdacht auf Schlaganfall durch.
  • Lächeln (Face): Als erstes lächeln die Betroffenen. Verzieht sich das Gesicht einseitig, ist das ein Anzeichen für eine Gesichtslähmung.
  • Arme (Arms): Dann streckt die Person die Arme nach vorne aus und dreht die Handflächen nach oben. Bei einer Lähmung ist es nicht möglich, beide Arme zu heben. Ein Arm sinkt nach unten und der andere lässt sich nicht in der Position der nach oben gedrehten Handflächen halten – der Handrücken dreht sich langsam nach oben. Dies deutet auf eine Halbseitenlähmung hin, die auch den Arm betrifft.
  • Sprechen (Speech): Betroffene sprechen einen einfachen Satz nach. Gelingt dies nicht und klingt die Sprache verwaschen, handelt es sich wahrscheinlich um eine Sprachstörung.
  • Zeit (Time): Bei Lähmungen in Kombination mit Sprachproblemen rufen Sie sofort den Notarzt unter 112 und sagen, dass Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall bei Ihrem Angehörigen oder Freund haben. Die Zeit und schnelles Handeln sind beim Schlaganfall entscheidend. Je eher die Schlaganfall-Behandlung beginnt, desto besser stehen die Heilungschancen. Auch lässt sich das Risiko für bleibende Schäden und schwere Behinderungen senken.

Schlaganfall betrifft immer mehr junge Leute

Der Hintergrund für den Videoclip, der vor allem auf junge Menschen abzielt, ist eine aktuelle US-Studie (JAMA Neurology, 10. April 2017), die einen dramatischen Anstieg von Krankenhausbehandlungen bei jüngeren Schlaganfallpatienten aufdeckte. Seit 1995 hat die Anzahl der Schlaganfälle durch einen Gefäßverschluss (ischämischer Hirninfarkt) bei den 18- bis 54-Jährigen Männern und Frauen deutlich zugenommen. Für Männer errechneten die Forscher einen Anstieg von mehr als 41 Prozent, für Frauen von 30 Prozent. Gleichzeitig litten immer mehr der Patienten unter drei oder mehr der fünf häufigsten Risikofaktoren für den Schlaganfall: Bluthochdruck (Hypertonie), Fettstoffwechselstörung (z.B. erhöhter Cholesterinspiegel), Diabetes, Rauchen und Fettleibigkeit (Adipositas).

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Ein Hirninfarkt hat ernste Folgen

Rund 270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Am häufigsten ist der ischämische Schlaganfall (ischämisch = Minderdurchblutung), der rund 80 Prozent aller Schlaganfälle ausmacht. Dabei verschließt sich ein Blutgefäß im Gehirn aufgrund eines Blutgerinnsels. Wegen der Gefäßblockade wird das naheliegende Hirngewebe nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Nervenzellen in diesem Gebiet gehen zugrunde, wenn Ärzte das Gefäß nicht schnell wieder öffnen. Seltener ist eine Gehirnblutung der Grund für den Schlaganfall (hämorrhagischer Hirninfarkt). Der Hirninfarkt ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Wer den Schlaganfall überlebt, trägt oft schwere Behinderungen davon. Der Hirninfarkt ist der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit.
Tipp! Der Video-Clip wird in Zukunft über Netflix, Youtube, Facebook, Spotify oder Snapchat verbreitet. Das Musik-Label Universal Music stellt den Song als Download bei I-Tunes zur Verfügung. Der Erlös kommt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu Gute.

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Ingrid Müller

von

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