Neue Schlafstudie mit Urvölkern

Natürlich schlafen ohne Strom, Heizung und Gadgets

Schlafstörungen sind ein großes Thema in unserer hochtechnologisierten Gesellschaft. Forscher haben jetzt das Schlafverhalten von drei Urvölkern unterucht und sind zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

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Schlafstudie

In den Sprachen mancher Naturvölker existiert nicht einmal ein Wort für Schlafstörung.

Ein Forscherteam der University of New Mexico hat das Schlafverhalten von drei Urvölkern in Afrika und Südamerika untersucht und die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht. Die Forscher haben mit Hilfe von Armbändern über drei Jahre das Schlafverhalten von 94 erwachsenen Probanden untersucht. Die Hazda in Tansania, die San in Namibia und die Tsimane in Bolivien sind auch heute noch Jäger und Sammler und leben in Einklang mit ihrer Umwelt ohne elektrisches Licht, Heizung und Internetzugang.

Weniger ist mehr

Der Schlafrhythmus dieser Menschen orientiert sich also im wesentlichen am natürlichen Gang der Dinge. Ausschlaggebend für den Schlaf sind Sonnenauf- und untergang und die nächtlichen Temperaturschwankungen. Überraschenderweise fiel die durchschnittliche Schlafdauer mit 6,4 Stunden pro Nacht – im Sommer eine Stunde weniger, im Winter eine Stunde länger – auch für unsere Verhältnisse relativ kurz aus. Es ist also nicht so, dass man automatisch länger schläft, nur weil man die Möglichkeit dazu hat. Die Aufwachzeit orientierte sich primär an den Temperaturen – wenn die Tagestiefsttemperatur erreicht war, wurden die Probanden wach – und nicht, wie eigentlich anzunehmen war, an den Lichtverhältnissen.

Es ist nicht allein das Schlafverhalten

Ob sich dieses Schlafverhalten positiv auf die Gesundheit auswirkt, kann nicht abschließend geklärt werden. Die Angehörigen der untersuchten Stämme haben eine normale Lebenserwartung, sind jedoch gesünder und fitter als Bewohner der modernen Welt. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Umstand allein am Schlafverhalten liegt. Insgesamt pflegen alle untersuchten Völker einen sehr aktiven Lebensstil, der für die Gesundheit zuträglich ist.
„Schlafstörungen“ gibt es im Übrigen bei allen drei Naturvölkern nicht – ein entsprechendes Wort existiert in keiner der drei Sprachen.


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