Gesundheitsforschung

ResearchKit: Apple unterstützt Studien zu Autismus und mehr

Mit dem ResearchKit will Apple Forschungen zu verbreiteten Krankheiten unterstützen. Freiwillig können iPhone-Nutzer Ihre Daten an das Netzwerk des ResearchKit weiterleiten und so als mobile Forschungsteilnehmer fungieren.

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ResearchKit

Die Erforschung verbreiteter Krankheiten soll mit dem ResearchKit von Apple erleichtert werden.

Bisher werden Forschungen zu Krankheiten größtenteils in Krankenhäusern durchgeführt: Freiwillige erhalten Fragebögen und werden von den Ärzten auch untersucht. Diese Art von Datenerhebung bietet allerdings keinen wirklichen Bezug zu dem Alltag eines Menschen, der beispielsweise an Epilepsie leidet, zumal gerade während eines Krampfanfalls nicht sofort ein Arzt zur Stelle ist, um die Körperfunktionen zu überwachen. Um die Forschung an diesen Krankheiten eher in den Alltag der Betroffenen zu integrieren, hat Apple nun das „ResearchKit“ ins Leben gerufen: Ein Netzwerk, dass die Daten der iPhone-Nutzer sammelt und Forschern zur Untersuchung und Analyse zur Verfügung stellt – die Zustimmung des iPhone-Nutzers vorausgesetzt. So können die Forscher zum Beispiel auf die Daten der Health App von Apple zugreifen und so das Gewicht, den Blutdruck und Blutzuckerspiegel in Echtzeit erfassen – den eingebauten Sensoren des iPhones und der Apple Watch sei Dank. Auch Daten von Dritthersteller-Apps können bei Zustimmung des Nutzers verwendet und ausgewertet werden. Beispielhaft kann hier Zugriff auf das Mikrofon, den Beschleunigungssensor und die GPS-Sensoren gewährt werden, um einen Einblick auf die Gangart, mögliche motorische Beeinträchtigung und Sprachleistung des Forschungsteilnehmers zu schaffen.

Studie „Autism & Beyond“

Eine dieser Studien, die über das ResearchKit durchgeführt werden sollen, ist die „Autism & Beyond“-Studie. Forscher untersuchen derzeit, ob die Vorderkamera des iPhones dazu verwendet werden kann, um erste Anzeichen einer Autismuserkrankung bei Kleinkindern zu erkennen. Hierfür nutzt die App Algorithmen, um die Emotionen eines Kindes beim Betrachten eines Videos zu messen. Gepaart sind diese Video-Studien mit Eignungsfragebögen, die es unter Umständen zukünftig ermöglichen, das Erkennen von Anzeichen für Autismus zu automatisieren. Die „Autism & Beyond“-Studie wird von der Duke Universitiy und Duke Medicine in enger Zusammenarbeit mit der Peking University durchgeführt.

Studie „EpiWatch“

Die Stude „EpiWatch“ untersucht, ob es möglich ist, die tragbaren Sensoren an der Apple Watch dafür zu nutzen, das Eintreten und die Dauer von Krampfanfällen zu untersuchen. Enwtickelt wurde diese App von der Johns Hopkins University. Während der ersten Phase der Studie nutzen die Forscher eine eigens angefertigte Komplikation an der Apple Watch, damit Patienten Ihnen durch eine Berührung Zugriff auf die Watch App zu ermöglichen. Diese Watch App ist benutzerdefiniert – auf welche Daten die Forscher Zugriff haben, steht also im Ermessen des iPhone-Nutzers. Daten vom Beschleunigungssensor und Herzfrequenzsensor können so erfasst werden, ebenso wird beim Eintreten eines Anfalls ein Warnsignal an von den Nutzern zuvor ausgewählte Menschen gesendet. Weiterhin erstellt die App ein Protokoll sämtlicher Krampfanfälle und überwacht bei Bedarf auch die Medikation auf etwaige Nebenwirkungen.
melanom

Bei der Melanomforschung kann ResearchKit wertvolle Dienste leisten.

Studie zu Melanomen

Die Melanomen-Studie untersucht, ob die Bilder vom iPhone dazu verwendet werden können, um das Wachstum von Muttermalen und das damit einhergehende mögliche Risiko von Melanomen zu erforschen. So können die Forschungsteilnehmer durch das stetige Fotografieren der Stelle etwaige Änderungen der Größe dokumentieren und direkt mit den Gesundheitsexperten teilen. Durch die Zusendung tausender Bilder von Muttermalen können Forscher in Zukunft Erkennungsalgorithmen entwickeln, die Melanomen schon frühzeitig feststellen können.

ResearchKit ist eine Open-Source-Software

Forscher und vor allem Entwickler können das ResearchKit mit eigenen Apps weiter ausbauen. So können Forscher zum Beispiel gezielt Umfragen veröffentlichen und an die Forschungsteilnehmer weiterleiten. Du kannst dir Informationen zu bereits existierenden Studien auf dieser Seite anschauen. Weitere Einzelheiten zum Zugang zum Open-Source-Framework erhälst du auf dieser Seite. Die ResearchKit-Studien sind bereits in China, Deutschland, Großbritannien, Hongkong, Österreich, Schweiz und den USA verfügbar.

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