Studie zum Tracking-Verhalten

Jeder Dritte würde Fitnessdaten an die Krankenkasse weitergeben

Wie sieht es mit deiner Bereitschaft aus, Self-Tracking-Messergebnisse mit deiner Krankenkasse zu teilen? Eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts YouGov zeigt, dass jeder dritte Deutsche dazu bereit wäre.

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Fitnesstracker am Handgelenk

Self-Tracking für die Krankenkasse? Die meisten Deutschen lehnen es ab, viele haben es vor, einige arbeiten schon mit solchen Apps. Das geht aus einer neuen Studie namens Quantified Health hervor.

Ob Smartwatches, Aktivitätstracker, Datenbrillen oder stationäre smarte Devices: Der Absatz von Gadgets und Anwendungen steigt. Auch die Bereitschaft, die eigenen Verhaltens- und Biodaten messen zu lassen, wächst ganz offensichtlich. Das international tätige Marktforschungsunternehmen YouGov mit Sitz in Köln hat jetzt eine Studie namens Quantified Health veröffentlicht. Die Mitarbeiter haben dazu im Dezember 2014 rund 1000 Deutsche ab 18 Jahren in einem Online-Interview befragt: zu Motivation, zum Nutzungsverhalten und zu ihren Befürchtungen rund um die Vermessung der eigenen Gesundheit sowie zur Weitergabe der Daten an die Krankenkasse.

So denkt jeder Dritte: Gibst du mir Gutscheine, gebe ich dir meine Gesundheitsdaten!

Das Fazit: Die Deutschen vertrauen nach Angaben von YouGov den Gesundheits-Apps von Krankenkassen mehr als solchen von Sportartikelherstellern oder Internetunternehmen. Jeder dritte Deutsche (32 Prozent) könne sich grundsätzlich vorstellen, gesundheits- und fitnessbezogene Daten zu messen und sie der Krankenversicherung mitzuteilen, wenn es dafür Vorteile gebe. Für 39 Prozent komme dies nicht infrage, 30 Prozent seien noch unentschlossen, stellt die Studie fest.
Eine Gesundheits-App der eigenen oder einer anderen Krankenkasse nutzen demnach bereits sieben Prozent der Befragten auf ihrem Computer, Tablet oder Geräten wie Smartphone und -Watch. Die gewünschten Gegenleistungen für die Daten: Beitragsersparnisse, Gutscheine für privatärztliche Leisungen, Fitness- und Wellness-Wochenenden oder Punktegutschriften nach dem Prinzip des Payback-Systems. Die Mehrheit der Befragten (73 Prozent) ist laut Studie allerdings besorgt, dass sie mehr für die Krankenversicherung zahlen müssten, wenn sich ihr Gesundheitszustand verändert.

Bietet Solidarprinzip ausreichend Schutz vor Herabstufung?

Doch wie sehen das die Versicherungen? Nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen (VDEK) waren 2013 von damals 80,8 Millionen Einwohnern in Deutschland rund 70 Millionen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert. Gesetzliche Krankenversicherungen wie Techniker Krankenkasse, Barmer GEK und DAK Gesundheit bieten ihren Versicherten bereits Apps wie die Diabetes-App, Fit2Go oder die Fitcheck-App an.
Die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland sowie auf europäischer und internationaler Ebene ist der GKV-Spitzenverband. Wie viele Mitglieder diese Apps tatsächlich nutzen, ist dem Verband nach eigenen Angaben nicht bekannt. Grund zur Sorge müssten sich die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen im Hinblick auf Tarifherabstufungen nach Verbandsangaben allerdings nicht machen, wenn sie die GKV-Apps nutzen: „In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt das Solidarprinzip. Gesundheitsprüfungen und den Nicht-Versicherungsschutz aufgrund von Vorerkrankungen oder ähnlichem kennen wir, anders als die private Krankenversicherung, nicht", beruhigt Florian Lanz, Pressesprecher des GKV-Spitzenverbandes, auf Nachfrage.
Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.

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