Unberechenbarer Rausch

Legal Highs: So gefährlich sind legale Drogen

Im Internet gehen sie mit einem Augenzwinkern als Badesalze, Pflanzendünger oder Räuchermischungen weg – doch Legal Highs sind alles andere als harmlos. Die unberechenbaren Drogen fordern immer wieder Todesopfer.

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Extrem gefährlich: Legal Highs

Unkalkulierbares Risiko: Synthetische Drogen in bunten Verpackungen lassen sich ohne Weiteres online bestellen.

Auf den ersten Blick wirken sogenannte Legal Highs harmlos: Bunt und professionell verpackt erinnern Produkte mit Namen wie Explosion oder Spice kaum an harte Drogen. Doch die „Neuen psychoaktiven Substanzen”, so der offizielle Begriff, bergen unkalkulierbare Risiken. Je nach Dosis und Zusammensetzung können die Mischungen Erbrechen, Kreislaufversagen, Lähmungserscheinungen oder Wahnvorstellungen auslösen – bis hin zu tödlichem Organversagen. Bereits 2015 registrierten die Behörden in Deutschland 39 Todesfälle. Inzwischen gibt es zwar ein Gesetz zur Bekämpfung dieser Drogen, Experten sehen aber keinerlei Chancen auf Erfolg.

Katz-und-Maus-Spiel in der Grauzone

Vor der Einführung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) im November 2016 waren die Legal Highs tatsächlich vollkommen legal: Die jeweiligen Substanzen mussten erst erkannt, analysiert und dann offiziell im Betäubungsmittelgesetz verboten werden. Für Fachleute ein erfolgloses Konzept: Kaum war ein Wirkstoff auf der Verbotsliste, veröffentlichten die Produzenten (meist aus Asien oder den Niederlanden stammend) prompt eine modifizierte und damit wieder verkäufliche Variante. Das NpSG sollte der große Befreiungsschlag gegen die Szene sein: Es stellt unter anderem die Herstellung, den Vertrieb und den Besitz ganzer Stoffgruppen unter Strafe. Das Verbot betrifft derzeit alle synthetischen Cannabinoide und mit Amphetamin verwandte Substanzen.
Inzwischen illegal: Designerdrogen

Harmlose Kräuter versetzt mit unberechenbaren Substanzen geraten zum tödlichen Risiko.

Legal Highs weiter im Umlauf

An Angeboten der Designerdrogen mangelt es auf einschlägigen Internetseiten trotzdem nicht. Zahllose Händler bieten ihre synthetischen Produkte weiterhin an – als Badesalze, Dünger oder Räuchermischungen getarnt. Gefährlich: Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe variiert mit jedem Paket, die tatsächliche Zutaten sind nicht ausreichend deklariert. Welche Gifte der Kunde über die bearbeiteten Kräutermischungen letztendlich raucht, ist von Kauf zu Kauf unterschiedlich. Die Risiken: unkalkulierbar. Anders als bei natürlichem Cannabis, das sogar als Heilmittel genutzt wird, warnen Experten vor den unabsehbaren Folgen und Nebenwirkungen. Niemand kann vorher abschätzen, wie aggressiv der Rausch ausfällt. Denn neben den etwa 550 bereits bekannten Stoffen erscheinen laufend neue Versionen und Mischungen, zu denen es keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen gibt. Auch mit hohem Aufwand ist es kaum möglich, diese Stoffe in Blut oder Urin nachzuweisen.

Unerkannt im Straßenverkehr

Nicht nur aufgrund der mangelhaften Nachweisbarkeit ist die gesetzliche Handhabe beim Konsum von Legal Highs im Straßenverkehr problematisch – Gesetzeslücken verhindern, dass der bloße Konsum zu einer entsprechenden Ordnungswidrigkeit führt. Nur wenn sich ein Fahrfehler nachvollziehen lässt, ist ein Einschreiten möglich. Entsprechende Nachbesserungen der Gesetzeslage sind in Planung.

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Erik J. Schulze

von

Technologie ist meine große Leidenschaft. Auf eVivam finde ich heraus, welche Trends es in der Welt des vernetzten Lebens gibt.