Immer mehr Infizierte in Deutschland

Krätze-Epidemie auf dem Vormarsch

Sie galt lange Zeit als ausgerottet, doch nun hat sich die hoch ansteckende Hautkrankheit Krätze ihren Weg nach Deutschland gebahnt. Vor allem NRW ist betroffen.

Datum:
Kratzen

Zu den auffälligsten Symptomen einer Krätze-Erkrankung gehören brennender Juckreiz und unregelmäßige Hautrötungen.

Seit Dezember beobachten Ärzte in Nordrhein-Westfalen und Aachen einen starken Anstieg an Krätze-Erkrankungen. Mittlerweile wurden mehrere hundert Infizierte gemeldet. Im Falle dieser Krankheit, die seit 2013 zu den vernachlässigbaren Tropenerkrankungen gehört, ist schon bei dieser Menge an Erkrankungen von einer Epidemie zu sprechen. Da für Krätze keine offizielle Meldepflicht besteht, ist die Dunkelziffer der Infizierten vermutlich deutlich höher. Was diesen hohen Anstieg von Krätze-Erkrankungen ausgelöst hat, ist unklar. Experten vermuten eine Einschleppung der Krätzemilben aus Kriegsgebieten und vom Balkan, da die Krankheit dort noch verbreiteter ist, als hier. In Flüchtlingsheimen und Auffanglagern sei die Ansteckungsgefahr in Ermangelung an Platz besonders hoch. Anders als vermutet hat eine Infizierung nämlich nichts mit fehlender Hygiene zu tun. Tatsächlich breitet sich die Krankheit vor allem aufgrund von räumlicher Enge und bei warmem, feuchtem Klima aus. Auch die Ansteckung geht zügig vonstatten: Ein flüchtiger Körperkontakt ist meist schon ausreichend, um die Milben auf jemand anderen zu übertragen.
Milbe

Die Krätzemilbe ist der Überträger der Erkrankung und ist mit ihren 0,3 bis 0,5 Millimetern Länge mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen.

Krätze – So entsteht die Krankheit

Bei Krätze handelt es sich um eine parasitäre Krankheit. Das bedeutet, dass die Symptome von einem Parasit – in diesem Fall von der sogenannten Krätzemilbe – ausgelöst und später auch übertragen werden. Mit ihrem Körperumfang von gerade einmal 0,3 bis 0,5 Millimetern ist die Krätzemilbe für das bloße Auge nicht sichtbar. Krätze entsteht, wenn sich die Tierchen unter die Oberhaut bohren und dort ihre Eier ablegen. Die Absonderungen der Milben führen zu unangenehmen bis schmerzhaften Pusteln, Bläschen und diversen anderen Hautreizungen. Ist man erst einmal infiziert, verschreibt der Arzt meist eine milbenabtötende Salbe für den ganzen Körper. Außerdem sollte der komplette Inhalt des Kleiderschranks sowie Bettwäsche bei 60 Grad in die Waschmaschine. Genauso gehören Teppiche, Polster oder auch Kuscheltiere gründlich abgesaugt.
Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.