Starke Belastung für die Umwelt

Greenpeace: Kosmetikhersteller schummeln bei Mikroplastik

Der Einsatz von Mikroplastik in Kosmetikprodukten ist längst verpönt. Greenpeace hat nun führende Unternehmen unter die Lupe genommen – mit erschreckenden Ergebnissen.

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Unsichtbarer Umweltverschmutzer: Mikroplastik

Unsichtbarer Umweltverschmutzer in Kosmetik: Mikroplastik.

Die großen Produzenten von Kosmetikprodukten verzichten im Rahmen einer Selbstverpflichtung auf den Einsatz von fester Mikroplastik in Produkten wie Peelings, Shampoos oder Duschgel. Zu diesem Ergebnis kam die Umweltorganisation Greenpeace bei einem Herstellercheck. Problematisch: Die Firmen binden sich nur freiwillig an den „Kosmetikdialog” des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel (IKW). Gesetzliche Vorgaben gibt es nicht – wie Mikroplastik also definiert wird, liegt allein in der Hand der Unternehmen.

Nur festes Mikroplastik ist tabu

In dieser lockeren Handhabe liegt die Krux: Weder große Unternehmen wie Kneipp, Beiersdorf oder Haus Schaebe noch Drogerieketten mit ihren konventionellen Eigenmarken verzichten auf den Einsatz von flüssigen, gel- oder wachsartigen Kunststoffen oder synthetische Polymeren. Welche Gefahr die weitläufig verwendeten Stoffe bergen, sei bis dato nur unzureichend erforscht. So gäbe es nur lückenhaftes Wissen über ihrer Umweltverträglichkeit. Gleichzeitig werden ganze Produktkategorien ausgeklammert. So beziehen sich viele der Unternehmen nur auf sogenannte Rinse-off-Produkte, die sofort abgewaschen werden. Lippenstifte, Lotionen oder Make-up? Ausgeklammert.
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Im Zweifelsfall hilft nur: selbst kontrollieren.

Kleine Kugeln mit großem Schaden

Doch was macht die Plastikteilchen eigentlich so gefährlich? Die langlebigen Partikel gelangen nach dem Abwaschen über das Abwasser oftmals ungefiltert in die Meere und Flüsse. Hier binden sie Schadstoffe an sich und werden von Tieren aufgenommen. Forscher wiesen Rückstände von Mikroplastik bereits in Plankton oder Thunfischen nach – mit starken Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere. Auch mit Folgen für Fischkonsumenten: Menschen nehmen über betroffene Meeresbewohner Plastikteile in sich auf.

Saubere Meere bis 2020

Die Umweltorganisation sieht nur eine Chance: Ein umfassendes Verbot aller Formen der Mikroplastik in Kosmetika oder Waschmitteln muss her. Das würde auch der deutschen Politik zugute kommen: Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der Europäischen Union sieht vor, die Meere bis 2020 auf einen verträglichen Umweltzustand zu bringen – auch mit Blick auf die Belastung durch Mikroplastik.

Galerie: Ökologischer Style

Erik J. Schulze

von

Technologie ist meine große Leidenschaft. Auf eVivam finde ich heraus, welche Trends es in der Welt des vernetzten Lebens gibt.