Nicht richtig aufgeklärt?

Geschlechtskrankheiten nehmen in Deutschland wieder zu

Lange galten Krankheiten wie Syphilis, Tripper und Chlamydien als nahezu ausgerottet. In den letzten Jahren gibt es aber eine negative Trendwende. 2015 war ein Rekordjahr.

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Geschlechtskrankheiten nehmen in Deutschland wieder zu

Beunruhigend: Die Zahl an Geschlechtskrankheiten hat 2015 deutlich zugenommen.

Sowohl das Robert Koch-Institut als auch das Universitätsklinikum Freiburg haben vor Kurzem Zahlen über Ansteckungen von Geschlechtskrankheiten veröffentlicht. Sie zeigen, wie ahnungslos die Deutschen in Sachen Verhütung sind. Viele Geschlechtskrankheiten haben in den letzten Jahren nämlich wieder zugenommen. Besonders beunruhigend ist dabei die Zahl der Syphilis-Neuinfektionen, welche um knapp 20 Prozent gestiegen ist (von 5.726 Fällen 2014 auf 6.834 Fälle 2015). Andere Geschlechtskrankheiten zeigen einen ähnlichen Verlauf. Sogar die Zahl der Neuansteckungen mit dem HI-Virus haben um fünf Prozent zugenommen.

Woran erkennt man Geschlechtskrankheiten?

Das Problem bei vielen Geschlechtskrankheiten ist der zunächst unauffällige Krankheitsverlauf. So treten Schmerzen oftmals erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Dann ist eine problemlose Behandlung allerdings fast nicht mehr möglich. Dabei sind die meisten Krankheiten im Frühstadium gut behandelbar. Schwer wird es, wenn Betroffene die Krankheit tabuisieren und erst zu spät zum Arzt gehen. Dies ist so fatal wie unnötig. Gerade, weil die meisten Krankheiten zu Beginn leicht zu behandeln sind.
Zudem sind alle Geschlechtskrankheiten schon von Anfang an leicht selbst zu diagnostizieren. Syphilis äußert sich beispielsweise durch ein zunächst schmerzloses Geschwür an der Eintrittsöffnung des Erregers. Dieses kann aber auch zügig wieder verschwinden, so dass die Betroffenen zunächst denken, sie hätten die Krankheit überwunden. Schwere Organschäden können die Folge sein. Weitere Symptome sind geschwollene Lymphknoten und Hautausschlag.
Auch Chlamydien und Tripper sind schnell erkennbar. Beide Geschlechtskrankheiten äußern sich durch eitrigen Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen. Hier können gerade Frauen denken, es handle sich um eine vergleichsweise harmlose Blasenentzündung. Eine schnelle Behandlung ist in diesen Fällen aber unabdingbar. Prostata- beziehungsweise Eileiter- und Gebärmutterentzündungen können die Folge bei Nichtbehandlung sein. Bei Chlamydien kann es im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit kommen. Es gilt in solchen Fällen: lieber einmal zu viel zum Arzt zu gehen, als einmal zu wenig.
Geschlechtskrankheiten nehmen in Deutschland wieder zu

Das Kondom bietet nach wie vor den besten Schutz. Und das nicht nur vor HIV.

Wie kann man Geschlechtskrankheiten verhindern?

Den sicherlich wirksamsten Schutz bietet nach wie vor das Kondom. Da sämtliche Krankheiten über Schleimhäute übertragen werden, verhindert das Kondom eine Übertragung in den meisten Fällen. Allerdings machen Chlamydien & Co. auch vor Mundschleimhäuten nicht halt. So nützt auch der Schutz eines Kondoms nichts, wenn vorher Oralverkehr ausgeübt wurde.
Ist das Kind in den Brunnen gefallen und man leidet unter den genannten Krankheiten, sollte auch der Sexualpartner schnellstmöglich informiert werden. Gerade bei One Nights Stands ist dies wichtig. Immerhin kann es sein, dass der Partner keine Beschwerden hat. Damit sich die Krankheit allerdings nicht weiterverbreiten kann, muss die Person in Kenntnis gesetzt werden. In einer Beziehung sollten sich beide Personen einer Untersuchung unterziehen. So verhindert man den so genannten Ping-Pong-Effekt, bei dem sich die Partner immer wieder gegenseitig anstecken.
Alexander Scherb

von

Technik, Lifestyle und Natur sind meine Leidenschaften. Am besten in Kombination.

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