Im Krankenhaus lauert Gefahr

Die gefährlichsten Bakterien der Welt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste der gefährlichsten Bakterien der Welt veröffentlicht. Von dieser „Bestenliste” will man lieber nichts haben.

Datum:
Das sind diie gefährlichsten Bakterien der Welt

Immer häufiger weisen Bakterien eine Resistenz gegen Antibiotika auf.

Als Alexander Fleming 1928 das erste Antibiotikum Penicillin entdeckte, galt eines der größten Probleme der Medizin – das Sterben der Patienten durch Wundinfektionen – als überwunden. Damals konnte keiner ahnen, dass knapp 90 Jahre später der Einsatz von Antibiotika zu multiresistenten Keimen führt, die mit normalen Methoden kaum noch zu beherrschen sind. Allein in Deutschland sterben jährlich rund 6.000 Menschen durch Wundinfektionen multiresistenter Krankenhauskeime. Die WHO hat eine Liste mit den zwölf gefährlichsten Bakterien der Welt veröffentlicht. Unterteilt wurden sie in die Gefährdungsstufen mittel, hoch und kritisch. Hier erfahren Sie, wo die drei gefährlichsten Bakterien lauern.

Kritisch: Bakterien im Krankenhaus

Kritisch beschreibt jene Bakterien, die gegen nahezu jedes herkömmliche Antibiotikum immun sind. Hierunter fallen die Bakterien Acinetobacter baumannii, Pseudomonas aeruginosa und Enterobacteriaceae. Alle drei Bakterien-Arten kommen in der resistenten Form hauptsächlich im Krankenhaus vor. Krankenhausinfektionen sind ein eine ernstzunehmende Gefahr. Pseudomonas kommen auch in kleineren Gewässern und Pfützen vor. Allerdings nur sehr selten in der multiresistenten Form.
Enterobacteriaceae sind ein essenzieller Bestandteil der menschlichen Darmflora. Viel kann man nicht gegen sie ausrichten, außer zu versuchen, sie nicht in Kontakt mit Patienten kommen zu lassen. Dabei leistet gründliches Händewaschen einen wichtigen Beitrag. Acinetobacter zuletzt sind ausschließlich Wundbakterien und lösen Lungenentzündungen und Meningitis aus. Weltweit sind mittlerweile Millionen Menschen von diesen multiresistenten Keimen betroffen. Sie entstehen durch den massiven Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika. Ist ein Mensch erst einmal mit einem resistenten Bakterium infiziert, stehen Ärzte dem häufig machtlos gegenüber.

Galerie: Hier lauern die meisten Bakterien in deiner Wohnung

99 Prozent der Bakterien sind noch unerforscht!

Immer häufiger weisen Bakterien sogar eine Immunität gegen zurückgehaltenes Antibiotika auf, also Antibiotika, welche nur genutzt werden, wenn nichts anderes mehr hilft. Das Problem ist, dass die Welt der Bakterien immer noch nicht gut genug erforscht ist. Experten gehen sogar davon aus, dass 99 Prozent aller auf der Erde existierenden Bakterien noch nicht entdeckt und benannt sind. Aus diesem Grund ist auch noch unklar, welche krankheitserregenden Bakterien vielleicht noch auf die Menschheit warten. Hinzu kommen bekannte Bakterien, wie etwa der Lebensmittelkeim Campylobacter, der in jüngster Zeit auf dem Vormarsch ist und sogar Salmonellen in den Schatten stellt.

Galerie: 10 Tipps gegen Campylobacter

Pharmaindustrie ist gefragt

Deshalb fordert die WHO nun ein Umdenken der Pharmaindustrie und Politik. Das Augenmerk solle wieder auf die Erforschung neuer Antibiotika gelegt werden, anstatt weiterhin auf bekannte doch zunehmend nutzlose Antibiotika zu setzen. Doch die Erforschung neuer Antibiotika ist teuer. Noch weigert sich die Pharmaindustrie das notwendige Geld dafür in die Hand zu nehmen. Allerdings wird es in Zukunft kaum eine andere Wahl geben. Neben der Erforschung neuer Antibiotika sollte auch auf den unnötig schnellen Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika verzichtet werden.

Galerie: Achtung: Hier lauern wirklich die Krankheitskeime

Alexander Scherb

von

Technik, Lifestyle und Natur sind meine Leidenschaften. Am besten in Kombination.

Sonderangebote

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.