Wasserfilter: Alles nur eine Glaubensfrage?

Grohe Blue Pure: Ein platzsparendes Gesamtsystem

Die Unzahl an Wasserfiltern macht es dem Verbraucher nicht leicht, sich für das richtige System zu entscheiden. Wir zeigen Ihnen beispielhaft ein hochwertigeres System des Herstellers Grohe und wie es funktioniert.

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Grohe Blue Pure

Eine Grohe Blue Armatur mit getrennten Zuleitungen für gefiltertes und ungefiltertes Wasser.

Soll ich mein Wasser filtern oder nicht? Es scheint tatsächlich – wälzt man sich in den Untiefen des Internets durch – fast schon eine Art Glaubensfrage zu sein. Manche schwören auf deutsches Trinkwasser, das für Sauberkeit und guten Geschmack stehen soll. Andere wiederum nervt der hohe Kalkgehalt in ihrer Region und man greift schon alleine aus diesem Grunde zu Wasserfiltern, die hauptsächlich entkalken. Doch es gibt auch diejenigen, die auf einen besseren Geschmack des Wassers via Filtration schwören. Und zu guter Letzt gibt es die Wasserfilterung-Fans, die sich nicht auf das Trinkwasser ihrer Stadtwerke verlassen wollen. Sie setzen auf eine Portion Extrafilterung, um das Wasser auch von möglichen Schadstoffen zu reinigen. Kurzum, es handelt sich bei der Wasserfilterung um unterschiedliche Aspekte:
  • Muss ich mein Wasser entkalken?
  • Will ich einen besseren Geschmack?
  • Möchte ich das Wasser von Schadstoffen reinigen?
Die Anbieter von Wasserfiltersystemen freut es, wenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten. Immerhin lässt sich damit gutes Geld verdienen. So kostet bei Amazon der populärste Filter des bekannten Herstellers Brita um die 25 Euro für ein 6er-Set und hält für rund 600 Liter Wasserdurchlauf. Umgerechnet erhöht sich damit der Wasserpreis um 24 Cent / Liter.

Was können die Filter grundsätzlich?

Vorfiltervliese bereinigen das Leitungswasser von groben Partikeln, Ionentauscher reduzieren den Kalkgehalt und filtern Schwermetalle aus dem Wasser heraus, Aktivkohlefilter entfernen sowohl Geruchs- und Geschmacksstoffe als auch organische Verbindungen, Feinpartikelfilter – auch Osmosefilter genannt – sollen Viren und andere Stoffe wie etwa Medikamentenrückstände aus dem Wasser pressen.
Was alles nichts nutzt, wenn einerseits das Wasser schmackhaft, sauber und frei von ungewünschten Bestandteilen ist. Das ist logisch. Nehmen wir aber an, das Wasser sei tatsächlich besser, wenn es denn gefiltert wird (abgesehen von der Kalkfrage). Wer dann seine Filter nicht regelmäßig austauscht, der macht es tatsächlich nur schlimmer. Da sich im Filter die Rückstände extrem gut anlagern, können Ausschwemmungen zu erhöhten Schadkonzentration führen, die tatsächlich schädlich sind.

Wasser überprüfen lassen?

So oder so gilt, wer es ganz genau wissen möchte, erkundigt sich zunächst bei seinem lokalen Wasseranbieter, was Wasserbestandteile inklusive der klassischen Kalkangabe angeht. Diese Werte lassen sich meistens online beim Wasserversorger abfragen. Manche Wasserversorger bieten Zusatzservices an, dass Wasser beispielsweise auf Blei- und Kupfergehalt checken zu lassen.
Darüber hinaus bieten sich zahlreiche Online-Prüfservices an, das Wasser aus der eigenen Hausleitung im Labor untersuchen zu lassen. Natürlich gegen einen teils kräftigen Obulus. So empfiehlt das renommierte Fraunhofer Institut einen Wassercheck bei aqua-online.de einzureichen. Der kostet je nach Wunschanalyse bis zu 150 Euro. Gesundheit war schon immer etwas teurer. Ok, dafür hat man dann wenigstens eine waschechte Laboranalyse. Oder man macht es wie bei Schlüsseldiensten, indem man sich Zeit lässt und zunächst generell bei den Wasserwerken informiert, um dann – sollte ein Restinformationsbedarf bestehen – die Labore zu beauftragen, nicht aber ohne die Preise verglichen zu haben.

Das Grohe System

Lange, viele Vorworte um ein eigentlich einfaches Thema: Trinkwasser. Doch es war zunächst notwendig, einige einleitende Worte zu dem Thema zu verlieren, wer sich damit noch gar nicht beschäftigt hat. Kommen wir damit zu Grohe. Die mit ihrem Produkt „Grohe Blue Pure“ ein integriertes Gesamtsystem anbieten, das aus der Armatur und einem Unterbausystem – eben dem besagten Filtersystem – besteht.
Das Filtersystem von Grohe reinigt das Wasser in vier Stufen. Ganz klar, Grohe betont einerseits die entkalkende Wirkung und vor allen Dingen die geschmackliche Komponente. Da ein Osmose-Filter nicht vorhanden ist, geht es hier nicht um etwaige Reinigung von Viren oder Hormonen (mit dieser Funktion trommeln andere Filteranbieter). Hierzu das Schaubild, das die Funktionsweise des Filters schematisch aufzeigt (im rechten Teil des Schaubilds: links oben kommt das Trinkwasser hinein, rechts oben befindet sich der Anschluss für den Wasserhahn):
Das Grohe Blue Filtersystem

Schematazeichnung, wie das Grohe-System aufgebaut ist.

Wie oben bei der Funktionsweise von Filtern beschrieben, hält ein Vlies grobe Partikel zurück, der Ionentauscher reduziert den Kalkgehalt, filtert Schwermetalle aus dem Wasser heraus, der Aktivkohlefilter entfernt störende Geruchs- und Geschmacksstoffe wie Chlor und organische Verbindungen, der abschließende Feinpartikelfilter hält alles ab einer Größe von 10 μm zurück. In der Unterbaubox (405 x 250 x 435 mm) kann optional eine Kohlensäure-Kartusche mit integriert werden, die dem Wasser Kohlensäure beifügt. Mit einer entsprechenden Armatur kann der Nutzer einstellen, ob er stilles Wasser trinken möchte oder mit Kohlensäuregehalt versetzt (in zwei Stufen). Damit das gefilterte Wasser weder mit ungefiltertem Wasser noch mit Metallteilen in Berührung kommt, sind in der Armatur zwei getrennte Leitungen verbaut. Eine für normales, ungefiltertes Wasser, eine für das Filterwasser (siehe linkes Schaubild). Wer es gar noch luxuriöser haben möchte, der kann das Wasser sogar abkühlen lassen.
Das alles - je nach Optionswahl, ob nur gefiltertes Wasser oder auch ungefiltertes aus dem Hahn kommen soll, ob das Wasser gekühlt und mit Kohlensäure versetzt wird - darf bis über 2.500 Euro auf den Tisch legen. Der hat dann aber auch ein integriertes System im Unterbau, das im Gegensatz zu Mineralwasserkisten und Auftischfiltergeräten keinen Platz in der Küche vergeudet. Aufgrund der Vielzahl an Optionsmöglichkeiten hat Grohe eigens einen Online-Konfigurator, damit sich der Kunde im Wust an Optionen etwas besser zurechtfinden kann. Kleiner Trost: Es ist nicht ganz so kompliziert wie ein Auto-Konfigurator.

Was ist mit dem Filtertausch?

Die Wasserfilter des Grohe-Systems halten umgerechnet für 50 Kisten Mineralwasser bzw. Stilles Wasser. Oder anders ausgedrückt, sie filtern 600 Liter Wasser. Mittels einer LED-Anzeige wird dem Verbraucher der Austauschbedarf signalisiert. Ein neuer Filter kostet bei Grohe je nach Ausstattung – auch hier gibt es nicht nur eine Art von Filter – und Zubehör beispielsweise um die 70 Euro.

Ein Tipp zum Abschluss

Das Umweltbundesamt bietet die Ratgeber-Broschüre „Rund um Trinkwasser“ frei zum Download an. 84 Seiten, die schnell durchgelesen sind. Es lohnt sich. Denn es wird sachlich auch auf Panikthemen wie Medikamente und Uran im Wasser eingegangen.

Grohe Wasserfilter-Systeme

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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