Das vermutlich erste Wearable für Babys

Plötzlicher Kindstod: Mit Technik zu mehr Sicherheit

Das Baby schläft und eine App überwacht die Vitalfunktionen, sodass Eltern ruhiger schlafen können, die Angst vor dem plötzlichen Kindstod haben.

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Das erste Wearable für Babys

Das erste Wearable für Babys.

Der plötzliche Kindstod tritt nicht so häufig auf, wie man denkt. Gerade einmal 0,17 % beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind im ersten Lebensjahr verstirbt. Bis heute weiß niemand, wie es zu diesem schrecklichen Schicksalsschlag kommt. Bekannt sind allerdings die Risikofaktoren, welche den plötzlichen Kindstod begünstigen. Kinderärzte und öffentliche Stellen klären umfassend hierzu auf.

Die Angst vor dem Atemstillstand

Dennoch sitzt den Eltern die Angst im Nacken. Wenn das Baby im eigenen Bett liegt und friedlich schlummert, schleichen Mama oder Papa leise ins Zimmer und versuchen, einen Blick auf das kleine Wesen zu erhaschen. Die Frage, ob es noch atmet, geistert unwillkürlich im Geist umher. Ganz vorsichtig legt man eine Hand auf den Oberkörper des Babys, um die Atmung zu spüren. Nicht selten kommt es vor, dass ausgerechnet der bis dahin friedlich schlafende Nachwuchs wach wird. Also die nächste Stunde mit Windeln wechseln, Füttern und Herumtragen verbringen, Super! Doch immerhin weiß man nun garantiert, dass alles in bester Ordnung ist.
Das Kind schläft friedlich.

Friedlich schlummert es vor sich hin.

Die heutige Technik hilft nur eingeschränkt gegen die Angst

Die Möglichkeiten, den Nachwuchs im eigenen Bettchen zu überwachen, sind vielseitig. Sehr beliebt ist ein Babyfon mit Nachtsichtkamera. Leider sind die Auflösungen nicht ausreichend, um auch die Atmung zu erkennen. Hierfür gibt es Sensormatten, welche unter das Laken gelegt werden. Sollte die Atmung aussetzen, löst die Matte einen schrillen Alarm an der Empfangseinheit aus. Viele Eltern beruhigt dieses System, doch leider kommt es auch immer wieder zu Fehlalarmen. Unschön sind vor allem die Matten, die auch direkt am Bett einen Alarm auslösen, wenn noch ein Geschwisterkind mit im Zimmer schläft. Leider sind diese Matten auch nicht mehrlingskompatibel. Meine Zwillingspatenkinder schliefen das erste halbe Jahr gemeinsam in einem Bett, wodurch keine Sensormatte funktionieren konnte. Hätte bei einem Kind die Atmung ausgesetzt, wäre kein Alarm ausgelöst worden. Eine junge Firma hat sich eine eigene Lösung überlegt, die es besser machen soll.

Die Lösung? Das vermutlich erste Baby-Wearable

Sproutling bietet das erste Wearable für Babys. Gegründet wurde das Start-up von ehemaligen Apple- und Google-Mitarbeitern, die erkannt haben, dass die Kleinsten der Kleinen bisher im Wearables-Bereich komplett vernachlässigt wurden. Der „Sproutling Babymonitor“ ist an einem dehnbaren Band befestigt, welches um das Fußgelenk des Babys gelegt wird. Es misst die Vitaldaten (Herzschlag und Temperatur) und nimmt auch die Bewegungen des Babys wahr. Sogar ungewöhnliche Schlafstellungen können erkannt werden. Damit geht es noch weiter, als es die meisten Babymonitore in den Frühgeborenen-Stationen der Krankenhäuser tun. Dort wird ebenfalls ein Sensor am Fußgelenk angebracht, der allerdings nur die Herzfrequenz und den Sauerstoffgehalt misst (auf YouTube kann man sich die Funktionsweise der Sproutling-Lösung demonstrieren lassen).

Dank App immer informiert

Ablesen können Eltern die Daten ihres Kindes in der dazugehörenden App, die vom Babymonitor via Bluetooth an das Smartphone gesendet werden.
Die App bietet eine schnelle Übersicht

Die App bietet eine schnelle Übersicht.

Mit einem Blick können die Eltern sehen, wie es ihrem Liebling geht. Mithilfe von klar und einfach gehaltenen Einblendungen weist die App die Eltern darauf hin, dass das Baby sich bewegt hat oder ob die Geräuschkulisse zu hoch ist. Der Babymonitor lernt mit der Zeit den Schlafrhythmus des Kindes kennen und berechnet Vorhersagen über die vermutliche Aufwachzeit des Babys. So der Hersteller. Wir konnten es bisher nicht testen, sind aber gespannt, ob das nicht etwas zu vollmundig war. Interessant wird es auch für Mehrlingseltern, da sich die App mit mehreren Babymonitoren verbinden lässt. Für meine Patenkinder wäre es somit die perfekte Lösung gewesen.
Für ungefähr 250 Euro ist der Babymonitor zu bekommen. Er ist seit letztem Jahr auf dem Markt. Derzeit kann man sich nur auf die Warteliste setzen lassen, da er restlos ausverkauft ist. Bis er wieder verfügbar ist, muss man somit weiterhin auf herkömmliches Babyzubehör wie Babyfone und Sensormatten ausweichen. Zusätzlich sollte man Risikofaktoren meiden, die den plötzlichen Kindstod begünstigen, wozu Rauchen in der Schwangerschaft auf jeden Fall dazugehört!

Baby-Sensormatten

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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