Smarte Dessous

Intelligenter BH spürt Brustkrebs auf

Ein smarter BH mit Sensoren liefert frühe Hinweise auf Brustkrebs. So lassen sich bösartige Brusttumoren rechtzeitig erkennen und besser behandeln.

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Frau hält Herz vor die Brust

Smarter BH als Brustschutz: Rechtzeitig diagnostizierter Brustkrebs ist besser heilbar

Brustkrebs ist der Albtraum fast aller Frauen. Entdecken Ärzte ihn zu spät, ist der Brustkrebs oft schon weit fortgeschritten und die Heilungschancen sinken. EVA heißt der neue BH, der mit integrierten Sensoren bösartige Tumoren in der Brust frühzeitig aufspürt. Entwickelt hat den smarten Brustkrebs-BH der 18-Jährige Julian Rios Cantu aus Mexiko, der das Unternehmen Higia Technologies gründete. Der Hintergrund für seine Erfindung war, dass seine Mutter an Brustkrebs erkrankt war und Ärzte ihr aufgrund des fortgeschrittenen Krebses beide Brüste amputiert hatten.

Selbsttest mit dem Brustkrebs-Wonderbra

BH EVA

Smarter BH EVA warnt Frauen rechtzeitig vor Brustkrebs

In dem BH stecken mehr als 200 Sensoren, die über Bluetooth mit einer Smartphone- oder Web-App verbunden sind. Sie messen mehrere Parameter: die Körpertemperatur, Form und das Gewicht der Brüste. Etwa zwei Stunden pro Woche tragen Frauen den Spezial-BH, um die Daten zu generieren. Ein Vergleich dieser Parameter über einen längeren Zeitraum bringt ans Licht, ob sich die Brüste verformt haben oder an bestimmten Stellen stärker durchblutet sind – letzteres sorgt für eine Erhöhung der Temperatur. Alle Faktoren sind ein früher Hinweis auf Brustkrebs.

iTBra: der smarte BH gegen Brustkrebs

Eine ähnliche Entwicklung als Früherkennungsmaßnahme für Brustkrebs verfolgt das Unternehmen Cyrcadia Health mit seinem iTBra. Optisch sieht der Büstenhalter aus wie mehrere übereinander geklebte Pflaster, die Frauen in einem normalen BH unterbringen. Einmal im Monat tragen sie die Streifen für zwei bis zwölf Stunden unsichtbar unter der Kleidung oder nachts im Bett. Keine Strahlung, kein Quetschen, verspricht der Hersteller.
iTBra

iTBra: schlaues Wearable gegen Brustkrebs

Die Streifen beinhalten jede Menge Elektronik in Form von Sensoren, welche die Brusttemperatur messen. Eine Erwärmung des Gewebes gilt als Zeichen für eine gesteigerte Durchblutung, die durch das Krebswachstum zustande kommt. Empfindliche Fühler im BH erkennen außerdem eine erhöhte Zellaktivität, die ebenfalls ein Hinweis auf einen bösartigen Brusttumor sein kann. Über eine WLAN-Verbindung gelangen die Daten auf das Smartphone der Trägerin und des behandelnden Arztes. Die Hoffnung der Entwickler: den Brustkrebs früher als die Mammografie zu entdecken. Der iTBra ist zudem als Unterstützung für die monatliche Selbstuntersuchung der Brust gedacht. Die wärmebasierte Methode eignet sich besonders für Frauen mit einem dichten Brustgewebe, bei denen die Mammografie oft an ihre Grenzen stößt.

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen

Empfehlenswert sind die schlauen BHs für vor allem für Frauen, bei denen schon Brustkrebs in der Familie vorgekommen ist. Den Besuch beim Arzt ersetzt der BH aber nicht! Um Brustkrebs sicher zu diagnostizieren sind weiterhin die Tastuntersuchung, Ultraschall, Mammografie(-Screening), Magnetresonanztomografie (Mamma-MRT) und die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) wichtig.
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Mehr als 71.600 Frauen erkrankten in Deutschland im Jahr 2012 neu. Im Schnitt trifft sie die Diagnose mit 64 Jahren, aber auch jüngere Frauen bekommen Brustkrebs. Etwa ein Drittel ist noch keine 50 Jahre alt. Die Heilungschancen bei Brustkrebs stehen gut, wenn Ärzte den bösartigen Tumoren rechtzeitig auf die Spur kommen: Nach fünf Jahren leben noch 88 Prozent der Frauen, nach zehn Jahren sind es 82 Prozent. Trotzdem sterben noch immer fast 18.000 Frauen pro Jahr an Brustkrebs.
Ingrid Müller

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