Linderung per Lieblingsmusik

Tinnitracks: Preisgekrönte Tinnitus-Therapie mit Android-App

Mit Tinnitracks kommt Schwung in die Behandlung von Tinnitus-Patienten: Per Smartphone-App können Betroffene ab Mitte April ihr Ohrensausen mithilfe ihrer gefilterten Lieblingsmusik lindern. Das Produkt kommt aus Deutschland. Nach großer Auszeichnung in den USA steht das Telefon beim Entwickler Sonormed nicht mehr still.

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Tinnitracks mildert den Tinnitus mithilfe von individueller Musik

Die App namens Tinnitracks nutzt neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, denn zu einem Tinnitus zählt mehr als das Ohrensausen: das Geräusch im Ohr von Betroffenen spiegelt eigentlich nur wider, was im Hirn passiert, wenn die Nervenzellen dort zum Beispiel nach einem Hörsturz überreagieren.

Du denkst bei Tinnitus an Ohrensausen? Der umgangssprachliche Begriff ist etwas irreführend. Denn das klingende, sausende Geräusch im Ohr von Betroffenen spiegelt eigentlich nur wider, was im Hirn passiert, wenn die Nervenzellen dort zum Beispiel nach einem Hörsturz überreagieren. Grob gilt: Je empfindlicher die Reaktion der Nervenzellen, desto lauter der Tinnitus. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse hat das Start-Up-Unternehmen Sonormed aus Hamburg als Basis genommen. Mitte April 2015 kommt ihre Android-App namens Tinnitracks in Deutschland heraus: Die Testversion ist kostenfrei, die Therapie-Version kostet 19 Euro pro Monat.

Patienten motiviert per Lieblingssongs

„Und sie wird vielen Betroffenen helfen", sagt Jörg Land, einer der drei Sonormed-Geschäftsführer -und -Gründer. Nach Angaben der Deutschen Tinnitus Liga e.V. leiden 1,5 Millionen Deutsche an schwerem Tinnitus: Sie können nicht schlafen, sich entsprechend schlecht konzentrieren und psychischen Belastungen nicht standhalten. Da Android das verbreitetere Betriebssystem ist, starte das noch recht kleine 11-köpfige Team erst einmal damit, erläutert Lanz. Die App soll Tinnitus-Beschwerden mildern. Der Betroffene hört dazu kontinuierlich seine Lieblingsmusik, aus der bestimmte Algorithmen der App – grob gesagt – die Frequenz des nervigen Geräusches herausfiltern. Klinische Studien des Kooperationspartners Universität Münster haben gezeigt, dass dadurch der Tinnitus gelindert werden kann; und zwar nach relativ kurzer Therapiezeit. Dieser medizinische Behandlungsansatz sei, so Land, als Alternative zur konservativen Behandlungsmethoden wie Psychotherapie zu sehen. Land: „Viele schätzen die Therapietreue als weiteres starkes Merkmal dieser Behandlung ein. Schließlich greift man vorhandene Verhaltensmuster, also Musik hören, auf und löst durch die Nutzung von regulären Kopfhörern auch keine Stigmatisierungsbedenken aus." Das Unternehmen kooperiert bei der Umsetzung mit dem Kopfhörer-Hersteller Sennheiser.

Tinnitracks findet weltweit Anklang

Tinnitracks ist schon international bekannt: Die patientenfreundliche medizinische App setzte sich im März dieses Jahres auf der Digitalkonferenz SXSW in Texas als „Innovative World Technology" durch.

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Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.

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