Kopfschmerz ade!

App "M-sense": Migräne unter Kontrolle

Die neue App "M-sense" hilft bei Migräne und Kopfschmerzen. Die schlaue Software analysiert Wetterdaten, kombiniert sie mit persönlichen Auslösern und schlägt Therapien vor.

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App M-sense bei Migräne: Frau hält sich den Kopf

Hammer im Kopf und Lichtblitze vor den Augen: Die App M-sense hilft bei Migräne

Migräne ist ein unangenehmer Zeitgenosse. Bei Stress oder einem plötzlichen Wetterumschwung schlagen die Migräneattacken zu: Lichtblitze, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind nur einige Symptome. Die neue Migräne- und Kopfschmerz-App "M-sense" beobachtet die Erkrankung des Gehirns intelligent: Sie erfasst individuelle Auslöser, schlägt geeignete Therapien vor, senkt Attacken und hilft so, die Medikamentendosis zu reduzieren. Entwickelt hat die zertifizierte Medizin-App das Unternehmen Newsenselab im Jahr 2016, das mit Migräneforschern der Charité Universitätsmedizin und den Helios Kliniken kooperiert.

Mobiles Kopfschmerztagebuch: Wetter und Lebensstil im Blick

App M-sense

Die neue App "M-sense" erfasst die Wetterdaten und persönliche Faktoren wie guten Schlaf

Die App ruft per GPS Wetterdaten wie Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit ab. Außerdem fragt sie den Nutzer nach bestimmten Lebensstilfaktoren, die als Auslöser der Migräneattacken gelten. In einem digitalen Tagebuch erfasst sie die Schlafgewohnheiten, Ernährungsweise, den Konsum von Alkohol und Kaffee, Stress, hormonelle Schwankungen wie bei der Menstruation, das Ausmaß an Aktivität, die Stimmung oder Medikamenteneinnahme. Die Analysesoftware bringt Wetterdaten und persönliche Auslösefaktoren miteinander in Verbindung und erstellt ein maßgeschneidertes Kopfschmerzprofil. Ziel ist es, um „seine Trigger“ einen großen Bogen zu machen und damit die Zahl der Schmerzattacken zu reduzieren. Auch lassen sich in dem mobilen Kopfschmerztagebuch Art, Dauer und Stärke der Kopfschmerzen, andere Symptome sowie die Menge der geschluckten Tabletten festhalten. Es eignet sich nicht nur für Menschen mit Migräne, sondern für alle, die unter Kopfschmerzen leiden.

Digitale Migränetherapie: die App coacht mit

Die App arbeitet als aktiver Coach. Er schlägt personalisierte Therapien vor, die sich an den jeweiligen Vorlieben orientieren. Beispiele sind Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen oder Radfahren, verhaltenstherapeutische Maßnahmen oder Entspannungsübungen. Viele Studien beweisen, dass Entspannungstechniken, wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training, die Häufigkeit der Migräneattacken deutlich senken. Der Medikamenten-Tracker sorgt dafür, dass Migräniker nicht zu viele Arzneien während einer Attacke einnehmen. Patienten bewältigen so ihre Migräneschübe besser; sie reduzieren die Häufigkeit der Attacken und die Medikamenteneinnahme um bis zu 40 Prozent - das hoffen jedenfalls die Entwickler.
M-Sense ist ein zertifiziertes Medizinprodukt, das europäische Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen einhält. Die Tagebucheinträge und andere Daten sind auch für den behandelnden Arzt verlässlich. Nutzer drucken das Tagebuch in einer Dreimonatsansicht als PDF und besprechen es mit ihrem Arzt. Die App ersetzt aber keinen Doktor! Es gibt sie für Android und in Kürze fürs iPhone.

Galerie: Was bei Kopfschmerzen und Migräne hilft

Migräne: bei vielen blitzt und hämmert es im Kopf

Migräne ist die zweithäufigste Kopfschmerzart nach dem Spannungskopfschmerz. Menschen weltweit leiden darunter; in Deutschland sind es etwa zehn Prozent der Bevölkerung, schätzt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Die überwiegende Zahl davon sind Frauen. Migräne ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der die Schmerzverarbeitung und Schmerzwahrnehmung gestört sind. Migräne ist nicht gleich Spannungskopfschmerz: Während Migränepatienten ihre Kopfschmerzen als pulsierend, pochend und stechend beschreiben, sagen viele Menschen mit Spannungskopfschmerzen, sie fühlten sich, als hätten sie einen zu engen Hut auf.

Migräne-Mittel

Ingrid Müller

von

Journalismus, Medizin und Gesundheit sind echte Faibles. Es geht immer darum, medizinisches Kauderwelsch für Patienten und medizinische Laien verständlich, aber auch spannend zu machen.