Zieh’ es durch!

Thera-Band: Klassiker neu entdeckt

Du willst mehr Kraft, bessere Balance und Ausdauer? Dann kann das Thera-Band ein einfacher und effektiver Helfer sein. Der Klassiker von 1978 findet mit der Beliebtheit des funktionalen Trainings wieder zu(g)sehends Beachtung.

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Thera-Band: Überwinde den Dehnungswiderstand

Sieht so einfach aus, ist es je nach Trainingszustand und Bandstärke aber nicht: Arbeit mit dem Thera-Band. Die Trainingsziele sind vielfältig.

Mit der Beliebtheit des funktionalen Trainings erlebt auch das Thera-Band eine Renaissance oder einfach nur wieder mehr Aufmerksamkeit in den Studios: Denn eigentlich zählen sie seit jeher zur Grundausstattung. Das Thera-Band ist das Zugpferd unter den elastischen Übungsbändern: Der Name wird sogar oftmals mit ihnen gleichgesetzt – etwa so wie der Flexi-Bar für die Schwungstangen oder Tempo für Taschentücher. Die amerikanische „The Hygienic Corporation“ führte den Markennamen schon 1978 ein. Seitdem ist es international im Einsatz: Physiotherapeuten und Trainer nutzen das Naturprodukt aus reinem Latex gerne: Schließlich ist es recht kostengünstig, klein und somit leicht verstaubar sowie vielseitig einsetzbar. Sie lassen ihre Patienten, Studio-Kunden und Vereins-Mitglieder gerne an dem Marken-Band ziehen, weil sie wissen, dass darauf Verlass ist: Richtig angewendet kannst du nach Verletzungen deine Rehabilitation beschleunigen oder deine Leistung steigern, weil du deine intra- und intermuskuläre Koordination verbessern kannst. Studien belegen sogar die Erfolge mit diesem Band.

Das Prinzip hinter dem Thera-Band: Dehnungswiderstand überwinden

Der Widerstand des Bandes ist abhängig von seiner prozentualen Dehnung. Dazu musst du wissen, dass du aus acht Thera-Band-Stärken auswählen kannst: beige, gelb, rot, grün, blau, schwarz, silber und gold. Beige entspricht der einfachsten, gold der größten Intensität. Dehnst du zum Beispiel ein rotes Übungsband mit einer Ausgangslänge von 50 Zentimetern auf 100 Zentimeter, hast du gegen einen Widerstand von 1,8 Kilogramm gearbeitet. Wenn du mit dem Thera-Band arbeitest, ist das durch den sogenannten geradlinigen linearen Kraftanstieg gekennzeichnet.

So wählst du die richtige Band-Stärke und -Länge

Die Bandfarbe richtet sich nach deinem Trainingszustand. Die Faustformel: Wenn du eine Übung 15 bis 20 Mal wiederholen kannst, hast die richtige Wahl getroffen. Um zum Beispiel die Übungen aus der Bildergalerie ausführen zu können, sollte das Band zwischen 2,5 und 3 Meter Länge aufweisen. Gesine Ratajczyk und Horst Meise schreiben in ihrem Buch „Thera-Band und Bodytrainer Tubing“, dass sowohl das beige als auch das gelbe Thera-Band „am besten Anwendung in der Rehabilitation nach Verletzungen und bei Senioren finden. Im Trainingsbereich bieten sich Frauen das rote und das grüne Übungsband an. Männer kommen in der Regel mit den grünen und blauen Übungsbändern gut zurecht und erst im gut trainierten Zustand wird auch das schwarze Übungsband gewählt. Die Farben Silber und Gold finden ihren Einsatz vorwiegend im Leistungssport.“

Vorbereitungen zur Übung mit Thera-Band zu Hause

Mittlerweile kannst du dir Thera-Bänder sogar im Internet bestellen. Auf Amazon gibt es ein 2,5-Meter langes Thera-Band ab 5,39 Euro (Stand: 22. Juni 2015). Wenn du dir unsicher mit Länge und Stärke bist, frage im Fachhandel oder im Sanitätshaus. Dort gibt es nach Angaben der Autoren auch Bänder mit drei Metern Länge. In deinem Fitnessstudio findest du bestimmt mindestens die grünen und roten Bänder. Probiere dort am besten aus, wie viele Wiederholungen du schaffst.

Bevor du mit den Übungen in der Bildergalerie beginnst, solltest du dich etwa zehn Minuten lang aufwärmen und deine Gelenke mobilisieren. Ein Tipp: Um Thera-Band-Übungen in deinen Tagesablauf zu integrieren, lege sie überall in deinem Wohnraum ab: über die Türklinke, an den Herd oder an den Schubladengriff.

Galerie: Theraband Übungsbilder und -Anleitungen


Wie du die Bänder ordentlich um Hände und Füße wickelst, siehst du hier. Dort gibt es auch weitere Übungsvorschläge für den Rumpf und für die oberen Extremitäten.

Welche Alternativen gibt es für Allergiker?

Rund zwei Prozent der Deutschen leiden nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. an einer Latexallergie. Wenn du dazu zählst, kannst du für dein Training auf latexfreie Produkte zurückgreifen. Die gibt es etwa aus Synthesekautschuk, zum Beispiel von Artzt. Das latexfreie Übungsband gibt es in vier verschiedenen Widerständen. Du erhältst sie im Gesundheits- und Sportfachhandel sowie im Internet.

Pflegetipps

Die Thera-Bänder müssen regelmäßig mit Talkum oder Puder gepflegt werden, damit sie ihre Dehnfähigkeit behalten. Nicht so die latexfreien aus Synthesekautschuk: Sie sind talkumfrei und müssen nicht nachgepudert werden.
Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.

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