Der Weg zum Tauchschein

Unterwasser-Abenteuer: So lernst du das Tauchen mit PADI und SSI

Wer einen Urlaub am Meer bucht, der überlegt oft, einen Tauchgang zu machen. Um mehr als nur ein Schnuppertauchen zu machen, brauchst du einen Tauchschein. Wie du das Tauchen lernst, erklärt dir eVivam.

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Tauchen mit Hai

Bevor du mit den großen Fischen tauchen darfst, solltest du den Sport erst richtig lernen.

Zu Beginn fühlt es sich ungewohnt an. Der ganze Körper sinkt unter Wasser. Es geht hinunter in die Tiefe. Der Atemreflex setzt ein. Es zischt. Die Luft strömt aus der Pressluftflasche. Durch verschiedene Stufen der Druckminderung gelangt sie in ein Mundstück. Von dort geht es in die Lunge. Die Technik macht es möglich, dass du dich unter Wasser schwerelos bewegen kannst. Die Voraussetzung: Du musst das Tauchen lernen.

Zum Schnuppertauchen anmelden

Wer sich nicht sicher ist, ob ihm der Tauchsport liegt, der sollte sich zunächst bei einem Schnuppertauchen anmelden. Solche Aktionen organisieren Tauchsportgeschäfte und Tauchvereine vor Ort. In der Regel geht es dabei in ein Schwimmbad, wo du ausprobieren kannst, wie es mit Ausrüstung unter Wasser ist. Gefällt der erste Tauchgang, solltest du das Tauchen richtig lernen.

Den Tauchschein erwerben

Um das Tauchen zu lernen, musst du einen Tauchschein machen. Er ist quasi der Führerschein für Taucher. Der Ablauf ist auch so ähnlich wie in der Fahrschule. Zunächst heißt es Tauch-Theorie büffeln. Begriffe wie Nullzeit, also die Zeit, die du ohne Dekompressionsstopps unter Wasser bleiben kannst, musst du kennen und die Hintergründe verstehen. Danach folgt der Praxis-Teil im Pool, See oder Meer. Dabei lernst du dein theoretisches Wissen anzuwenden. Die Dauer der Ausbildung hängt vom Geschick des Tauchschülers und dem Terminkalender des Ausbilders ab. In Urlauborten, wo Tauchsport weitverbreitet ist, werben manche Tauchbasen mit „Lern Tauchen in nur drei Tagen“. Den Theorie-Unterricht musst du hier allerdings zu Hause im Netz absolvieren. Preislich schwanken die Kosten für den Tauchschein stark. Rund 300 Euro solltest du einplanen.

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Wer kann tauchen?

Jeder Mensch kann tauchen. So sehen es die meisten Verbände. Es gibt nur wenige gesundheitliche Gründe, die komplett gegen das Tauchen sprechen. Ein Tauchmediziner klärt diese bei der sogenannten Tauglichkeitsuntersuchung ab. Eine gültige Bescheinigung darüber ist bei vielen Tauchbasen auch Pflicht – beispielsweise in Spanien.

Tauchen lernen mit PADI

Der Marktführer für die Tauchausbildung die Professional Association of Diving Instructors (PADI). 1966 ging der US-amerikanische Verband an den Start. Bis heute haben rund 20 Millionen Taucher weltweit einen PADI-Tauchschein erworben. PADI ist in 180 Ländern aktiv. Den Tauchsport vermarktet der Verband als Freizeitspaß: „Tauchen ist locker, Tauchen ist cool, Tauchen ist ein Sport für die ganze Familie“, diese Botschaft gehört bei PADI zur Philosophie. In Deutschland ist PADI vor allem um die Zielgruppe der um die 30-Jährigen bemüht.

Tauchen lernen mit SSI

Scuba Schools International (SSI) ist der Konkurrenzanbieter auf dem Markt. Seit etwa zehn Jahren ist der 1970 in den USA gegründete Tauchverband auf Expansionskurs in Europa. Die Ausbildung unterscheidet sich kaum im Vergleich mit PADI. Die beiden Verbände bieten zusammen mit ihren Kooperationspartnern vor Ort eine hohe Qualität. Kritiker bemängeln aber die kommerzielle Ausrichtung der beiden Verbände. PADI und SSI zertifizieren schrittweise in Modulform, jedes Modul kostet extra: Der Tauchschein selbst ist der Kursus „Open Water Diver“ und die Grundlage für alle weiteren Module. Tauchen lernen bei PADI- oder SSI hat den Vorteil, dass ihre Standards weltweit anerkannt sind.

Deutsche Gründlichkeit

Der Verband deutscher Sporttaucher (VDST) existiert seit 1954. Ihm sind bundesweit rund 900 Mitgliedvereine angeschlossen, die etwa 80.000 Mitglieder haben. Er ist die dritte Alternative, um in Deutschland tauchen zu lernen. Die Ausbildung ist hier über den Verein organisiert. Wer das Tauchen lernen will, der bekommt hier ein paar Vorteile: „Die Schüler können sich Zeit lassen, der Druck ist geringer“, so Theo Konken, VDST-Ausbildungschef. Die Ausbildung sei auch etwas günstiger. „Und wer in deutschen Gewässern tauchen lernt, kommt überall zurecht“, sagt Konken angesichts der oft widrigen Bedingungen in Baggerseen, Talsperren und Co. Die Richtlinien für die Ausbildung beim VDST seien auch etwas strenger als bei PADI und SSI.

Der Verband ist Nebensache

Bei welchem Verband du das Tauchen lernst, das ist zunächst Nebensache. Wichtig ist, dass du dich weiterbildest. Du musst Praxiserfahrung sammeln und regelmäßig Tauchgänge absolvieren, um das richtig zu lernen. Der Tauchschein ist nur die Grundlage. „Wir alle haben viel zu lange betont, wie einfach und sicher das Tauchen ist“, sagt zum Beispiel Lars Brinkmann, Redaktionsleiter der Fachzeitschrift „unterwasser“. „Dabei haben wir aber vernachlässigt, dass „einfach und sicher“ nicht reicht, um eine Sportart attraktiv zu machen. Erinnern wir uns daran, dass weite Bereiche unserer Meere kaum erforscht sind, das müsste eigentlich jeden Taucher faszinieren.“

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David Huth

von

Ob Gadgets, Apps oder Trends – alles was neu ist, probiere ich aus. An meiner Neugier lasse ich hier bei eVivam andere teilhaben.

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