Tanzen an der Stange

Pole-Dance: Fitness und Sport – Leidenschaft im wahrsten Sinne

Du denkst bei Pole-Dance an die Erotik-Szene? Dann denkst du falsch. Pole-Dance ist Sport an der Stange. Um daran eine gute Figur zu machen, musst du fit in Sachen Flexibilität, Stabilität und Kraft sein. Und ja: Tanzen zählt auch dazu, hat mit Anmache aber nichts zu tun.

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Pole Dance: Chinas Nationalteam

„The human Flag", zu deutsch „Die menschliche Flagge“ heißt einer der Tricks für fortgeschrittene Pole-Dancer; in diesem Fall höchst fortgeschritten vorgeführt von einer Tänzerin des chinesischen Pole-Dance-Nationalteams.

Zwei oder drei Stripperinnen hätten sich in dem Tanzstudio Vi-Dance schon im Pole-Dancing versucht: „Nach einer Stunde Pole-Dance-Unterricht sind sie dann aber nicht mehr wiedergekommen“, sagt die Sport- und Fitnesskauffrau Jasmin. Die 21-Jährige unterrichtet genau das in dem Tanzstudio. Welche Szene könnte besser beschreiben, dass Pole-Dance eben nicht mit Striptease und Erotik-Milieu gleichzusetzen ist, und zwar trotz nackter Haut und geschmeidiger Körper?

Doch was ist Pole-Dance?

Pole heißt auf Deutsch Stange, Pole-Dance entsprechend Stangen-Tanz. Mit den Klischees rund um erotischen Tanz kämpft auch Jasmin, wenn sie für das Unternehmen auf Promotion-Touren geht; eVivam hat sie dort getroffen. Sie würde bei solchen Veranstaltungen relativ häufig gefragt, ob sie strippen würde. Knapp bekleidet, in kurzer Hose, knappem Tank-Top und barfuß, hat sie auf einem Stadtfest den sogenannten Chair Spin vorgeführt. Dabei drehst du dich wie ein Drehstuhl um die Stange, die Knie angehockt, den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt. Für die Übungen, Tricks genannt, brauchst du Flexibilität, Stabilität und vor allem Kraft. Du kannst so ein Training in Gruppen oder im Einzelunterricht buchen. Der Tanz an der Stange stammt wohl ursprünglich aus Indien.

Was musst du (nicht) mitbringen?

Sobald Musik dazu läuft, zählen auch Taktgefühl und Musikalität zu den Talenten, die du als potenzieller Pole-Dancer mitbringen solltest. Und sonst? „Eine kurze Hose ohne Reißverschlüsse und Knöpfe, ein T-Shirt sowie lange Sachen zum Aufwärmen“, sagt Jasmin. Und wenn du hast, gerne auch Tanzkappen für die Füße. Die seien aber kein Muss. Ringe seien allerdings tabu. Die können wie die Reißverschlüsse und anderes Metall zu Kratzern an den Stangen und damit zu Verletzungen an deiner Haut führen. Jasmin empfiehlt dir übrigens, einen Schnupperkurs zu besuchen. Der kostet dich, je nach Studio, circa 15 Euro. Manchmal werden sie auch kostenfrei angeboten.

Der Unterrichtsaufbau

Eine Unterrichtseinheit dauert circa 50 Minuten. Dazu zählt ein Warm-up mit Aerobic- und Stretching-Elementen. Bei Vi-Dance kannst du in den Gruppenkursen zwischen Choreografien und Technikkursen wählen. Die Choreografien entwickeln die Trainer oder Lehrer selbst. Die Musik reicht von Pop bis Klassik. Gezählt werde, so Jasmin, meist im Achtertakt.

Wo bekommst du garantiert Muskelkater?

Gerade am Anfang beanspruchst du deine Schultern, deinen Nacken und deine Oberarme stark. Sie halten im wahrsten Sinne viel aus. „Nach deiner Schnupperstunde hast du garantiert Muskelkater“, sagt Jasmin und lacht. Das kenne sie von ihren Kursteilnehmerinnen und auch aus eigener Erfahrung. Sie ergänzt: „Pole-Dance ist kein lockerer Sport, Pole-Dance tut weh“, sagt sie. Sie meint damit die Druckpunkte deiner Haut, die dich an der Stange halten.

Wo kannst du Pole-Dance lernen?

Tanzschulen und Programme heißen Polebatics, Pole-Apartment, Poleloft oder einfach Pole-Dance. Tanzschulen und Studios bieten Pole-Dance neben Zumba, Barreconcept und anderen tänzerischen Workouts an. Wie in Fitnessstudios kannst du Verträge für sechs, zwölf oder 24 Monate abschließen. Bei Vi-Dance zahlst du laut Jasmin monatlich 54,90 Euro, wenn du dich für eine einjährige Mitgliedschaft entscheidest.
Pole-Dance-Trainer lassen sich an Akademien wie Poleloft1, Aerial Dance Center oder Vi-Dance fortbilden. Die Fortbildungsdauer ist unterschiedlich.

Pole-Dance-Sport

Ende Juli 2015 fanden die Pole-Dance-Weltmeisterschaften in London statt. Die Qualifikationen finden auf nationaler Ebene statt. Sandra Jung hat für Deutschland Platz 22 in der Kategorie Senior Women belegt. Siegerin war Oona Kevela aus Finnland.

Für ein besseres Bild hat eVivam für dich ein paar typische Szenen und Tricks in einer Bildergalerie zusammengetragen:

Galerie: Pole-Dance-Tricks: Leichtigkeit durch Kür und Stärke

Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.

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