Einfach mal hängen lassen

Es ist Herbst: Zeit, dich für Yin-Yoga zu erwärmen

Es ist Herbst; eine gute Zeit, um dich für Yin-Yoga zu erwärmen. eVivam hat für dich ein paar Übungen und Know-how über diese energetisierend-sanfte Yoga-Richtung zusammengetragen.

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Yin Yoga im Herbst

Meditaion gehört auch beim YIn-Yoga mit dazu. Du kannst diese Yoga-Art bei schönem Herbst-Wetter auch prima draußen machen. Kuschel dich einfach schön ein.

Du willst dich einfach mal hängen lassen? Dann bist du im Yin-Yoga richtig. Im wahrsten Sinne hängst du dich in manchen Positionen deinen körperlichen Gegebenheiten entsprechend herein, verweilst dort je nach Praxiserfahrung einige Minuten. Danach hältst du in einer bestimmten Position inne.

Mach den Schmetterling!

Diese Positionen benennt die die deutsche Yin-Yoga-Lehrerin- und -Ausbilderin Stefanie Arend bewusst in deutscher Sprache, etwa um Verwechslungen der traditionellen Sanskrit-Sprache auszuschließen. Die Asanas ähneln nämlich von außen betrachet oftmals durchaus Yang-orientiertem Yoga. Die Asanas heißen bei ihr zum Beispiel Raupe, Schmetterling oder Sattel. Der halbe Schmetterling hat auf den ersten ungeübteren Blick Ähnlichkeit mit dem Mahamudra, das übersetzt großes Segel bedeutet.
Mahamudra oder halber Schmetterling?

Auf diesem Bild lässt sich die Yogini passiv auf ihr vorderes Bein sinken. Der Rückenstrecker in der Wirbelsäule ist nicht aktiviert, muss also nicht der Schwerkraft entgegenwirken: im Gegenteil.

Anders ist hier, dass du deine Muskelkraft, wie etwa beim Bikram, Power- oder Ashtanga-Yoga, bewusst außen vor lässt, um dich tieferen Schichten wie den Faszien zu widmen. Die Faszien, die deinen ganzen Körper durchziehen, umgeben das Bindegewebe, die Muskeln, aber auch Bänder, Sehnen, Gelenke, Knochen und Nervenbahnen.

Galerie: Yin-Yoga: Lass dich mal hängen!

Kampfsport trifft Yin-Yoga

Paulie Zink zählt zu den Yin-Yoga-Begründern. Diese Yoga-Praxis verhalf dem Kampfsportler zu großer Flexibilität. Er beschreibt den Unterschied auf seiner Webseite so:
  1. Yin-Yoga: „Postures of stillness for promoting growth, clearing energetic blockages, and enhancing circulation" – die passiven Positionen lösen also Blockaden und regen so den Kreislauf an und zielen auf mentale Stärke.
  2. Yang-Yoga: „Postures for developing core strength and muscle tone, balance, and stamina" – so orientierter Yoga-Stil führt dazu, dass die Körpermitte samt Muskel-Tonus, Balance und Ausdauer gestärkt werden.
Meridiansystem

Yin-Yoga orientiert sich an dem Meridiansystem der Chinesischen Medizin. Jedes der zehn wichtigsten Organe ist mit einem der 71 Meridiane, die Energieleitbahnen, verbunden.

Yin- und Yang-Yoga bilden eine Einheit

Im Prinzip zielen beide Richtungen insgesamt darauf auf, zur inneren Mitte zu finden: Und das funktioniert natürlich, indem der Mensch nicht nur in Harmonie mit seinem Körper, sondern auch mit Geist und Seele ist. Yin-Yoga orientiert sich auch an den Energieleitbahnen der chinesischen Medzin.
„Yin-Yoga", so erläuterte Stefanie Arend auf einer Fortbildung, „ist keinesfalls in Konkurrenz zu Yang-Yoga zusehen, sondern eine ideale Ergänzung." Arend war Schülerin des amerikanischen Yoga-Lehrers Paul Grilley, der wiederum einst Yin-Yoga-Schüler von Paulie Zink war. Und auch, wenn es von Außen nicht so aussieht, ist in einer Yin-Yoga-Stunde viel Durchhaltevermögen nötig. Denn: Du hältst die Übungen mehrere Minuten lang. So kommst du zur Ruhe und lernst loszulassen.

Beweglichkeit und Energie durch Durchhaltevermögen

Natürlich musst du deinen Körper so gut kennen, dass du etwa zwischen Dehnung und Kompression unterscheiden kannst. Die meisten Positonen solltest zu Beginn zwischen 2-3 Minuten halten. Wenn du erfahrener bist, kannst du sie auch länger halten. Wie lange, weißt du am besten. Schließlich kennst du deinen Körper am besten. Wie bei anderen Yoga-Stilen auch, solltest du dich einem Lehrer anvertrauen, um den Yin-Yoga-Stil kennenzulernen.
Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.

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