Klettern ohne Seil

Bouldern: Ein Sport für Kopf und Körper

Der Klettersport Bouldern steigert die körperliche Fitness. Gleichzeitig ist er gut für das seelische Wohlbefinden und hilft gegen Depressionen. eVivam zeigt dir, wie der Einstieg ohne Schwierigkeiten gelingt.

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Bouldern Kletterhalle

Beim Bouldern ist Köpfchen gefragt, wenn du schwere Tritte und Griffe meistern willst.

Um zu bouldern braucht es nicht viel. Der Klettersport ist einsteigerfreundlich. Boulderschuhe und Chalkbag kannst du dir in der Kletterhalle für ein paar Euro leihen. Dann kann es schon losgehen. Das Bouldern darfst du dennoch nicht unterschätzen. Es fordert Körper und Kopf stark.

Start in der Kletterhalle

Beim Bouldern kletterst du in einer niedrigen Höhe. Fünf Meter überschreiten die künstlichen Wände mit bunten Tritten und Griffen aus Kunstharz nicht. Gut für Menschen, die eigentlich Höhenangst haben. Bodenmatten dämpfen Stürze. Auf ein Seil oder Sicherungsgerät verzichten die Sportler im Gegensatz zum klassischen Klettern daher. Den Reiz macht aber auch nicht die Höhe aus.

Bouldern trainiert mehr als den Körper

„Bouldern ist in gewisser Weise physisches Schach“, sagt Udo Neumann. Der Kölner ist Bundestrainer im Bouldern und coachte unter anderem die amtierende Weltmeisterin Juliane Wurm. Was er meint ist, dass die Tritte und Griffe nicht nur Kraft und Ausdauer erfordern. Jeder Zug an der Kletterwand will gut überlegt sein. Das bedarf Koordination, Gleichgewicht und Konzentration. „Das Leistungsspektrum ist sehr groß“, betont Neumann. Das zeigt der Boulder-Profi auch.

Galerie: Fünf Tipps zum Bouldern für Anfänger

Kein Fitnesssport

Immer häufiger beobachtet der Kletter-Profi, dass Menschen in seine Halle kommen, weil sie ihre Fitness mit Bouldern steigern wollen. Neumann meint: „Sie vergessen häufig, dass es auch um den Knobelaspekt geht.“ Das Resultat ist, dass sie zu schnell, zu schwere Routen angehen. Anfängern rät Udo Neumann, sich langsam heranzutasten. Die Routen an den Wänden halten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bereit. Sie sind farblich markiert. Ein einheitliches Schema gibt es hier nicht. Was die Farben bedeuten, ist in den Kletterhallen ausgeschildert. „Erst wenn ich alle Routen einer Farbe klettern kann, sollte ich mit dem nächsten Schwierigkeitsgrad beginnen“, erklärt Neumann. Selbst geübte Boulderer tüfteln lange an schwierigen Bewegungsabläufen, bevor sie eine Route durchsteigen können. „Schaffst du es, dann stellt sich das richtige Flow-Erlebnis ein“, so Udo Neumann.

Gut für die Stimmung

Was der Boulder-Trainer als „Flow-Erlebnis“ bezeichnet, scheint auch gut für die Stimmung zu sein. Das belegt die Studie „Klettern und Stimmung“. Wissenschaftler der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen haben herausgefunden, dass durch das Bouldern sogar die Symptome einer Depression abklingen.

Orte zum Bouldern

Die meisten Kletterhallen bieten auch Wände zum Bouldern. Daneben gibt es Hallen, die speziell für diese Variante des Klettersports ausgelegt sind. Wo du eine Kletterhalle in der Nähe findest, dass verrät dir die App „Kletterhallen-Finder“ für iPhone und iPad. Sich einfach in der freien Natur zu versuchen, davon rät Udo Neumann ab. Das Verletzungsrisiko sei für Anfänger zu groß.
David Huth

von

Ob Gadgets, Apps oder Trends – alles was neu ist, probiere ich aus. An meiner Neugier lasse ich hier bei eVivam andere teilhaben.

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