Abgeguckt: Tierisches Ganzkörpertraining

Animal Moves: Trainieren wie ein Tier!

Du willst Koordination und Ausdauer, Stabilität und Flexibilität verbessern? Dann probiere die Animal Moves aus: ein Workout für deinen ganzen Körper, ohne Geräte. Und wenn du erst mal im Flow bist, verbesserst du zudem deine mentale Stärke!

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Animal Move: Die Krabbe

Animal Moves: So sieht die Krabbe in Menschengestalt aus.

Andere nachzuahmen, ist uns zu einem gewissen Grad angeboren. Doch versuche einmal, Tiere zu imitieren – ob Känguru, Krabbe oder Kranich: Dann merkst du schnell, wie anstrengend das ist! Daraus haben erfinderische Sportler die sogenannten „Animal Moves“ entwickelt: ein Workout für deinen ganzen Körper und allein mit deinem Körper, ohne jegliche weitere Geräte. Entsprechend laufen die Moves unter „Ganzkörpertraining“ – oder auf Englisch „Bodyweight Training“, also „Körpergewichtstraining“. (Ganzkörpertrainings sind auch z. B. Pilates und Calisthenics.) So tobst du dich überall aus, etwa auf der Wiese im Park, und verbesserst nebenbei deine Fitness. Und wer erst einmal etwas fortgeschritten ist, der verbindet die Bewegungen der einzelnen Tiere nacheinander – und landet am Ende (hoffentlich) im mentalen „Flow“. Deshalb heißt der Fitness-Trends auch teils „Animal Flow Workout“.
Die Krabbe

Für die Krabbe ist ihre Gangart natürlich Tagesgeschäft.

Bodyweight-Training von Mike Fitch

Entwickelt hat das Animal-Flow-Workout der US-Amerikaner Mike Fitch. Der Fitnesstrainer gilt als einer der Gründer der Animal Moves überhaupt. Auf seiner Website beschreibt er, sein Programm gehe zurück auf sein „deepening understanding of the unique strengths, complemented by the commonalities, of each discipline.“ Motiviert hat ihn also die Erkenntnis, dass jedes Tier einzigartige Stärken hat, ergänzt durch die Gemeinsamkeiten der Tiere. Sein Konzept verbinde all diese Elemente und bilde so ein Workout auf mehreren Ebenen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Training, das anspruchsvoll und deshalb effektiv sei, aber gleichzeitig auch Spaß mache.

Animal Moves: Was erreicht man damit?

Ob Anfänger oder Fortgeschrittener – die Moves helfen dir, deine Koordination, Stabilität und Flexibilität zu verbessern. Da die tierischen Bewegungsabfolgen für Menschen durchaus anspruchsvoll sind, gilt gerade für Anfänger: Pirsche dich langsam an die Übungen heran. Vielleicht liegt dir ja naturgemäß das Faultier mehr als der Leopard? Doch Achtung: Diese angeblich faulen Kerlchen bewegen sich zwar langsamer als etwa Leoparden, aber nicht weniger anspruchsvoll ... Das spürst du spätestens, wenn du versuchst, sie nachzuahmen!
Animal Moves: Flow aus Australien Video abspielen

Was wohl Affen zu diesen Bewegungen sagen?

Fortgeschrittene: Ab in den Flow

Anfänger bleiben bei den Übungen eher am Boden, Fortgeschrittene erheben sich in höhere Gefilde – und dort in den besagten Flow. Dabei bewegst du dich quasi von einem Tier zum nächsten, und das natürlich möglichst geschmeidig. Beispielsweise wechselst du vom Krabbenstütz (Position einer Krabbe, wie im Aufmacherbild) über die Hocke in den Katzenstütz (im Prinzip ein Vierfüßlerstand, allerdings berühren deine Knie nicht den Boden und dein Gewicht verteilt sich auf die Zehen). Der verheißene schöne Nebeneffekt: Wenn du die einzelnen Bewegungen fließend verbindest und wiederholst, kommt nicht nur dein Körper in den Flow, sondern es entsteht zudem ein innerer Flow – deine Gedanken verstummen.
Animal Moves: Flow plus Yoga Video abspielen

Zahlreiche Animal Moves basieren auf Yoga-Stellungen.

Tierbewegungen im Kampfsport und Yoga

Es ist übrigens nicht neu, dass sich Menschen die Bewegungsmuster des Tierreichs abschauen: Das Gleiche machen auch Kampfsportarten, etwa Kung-Fu und Ju-Jutsu, oder Yoga. So sind viele Asanas Tierbewegungen nachempfunden – und heißen auch so. Da gibt es etwa den herabschauenden Hund, die Kobra, die Taube … Hintergrund ist, dass die alten Yogis im Gleichklang mit der Natur leben wollten und sie deshalb zum Vorbild nahmen. Entsprechend spiegeln viele Asanas Haltungen, die Tiere instinktiv einnehmen und ihnen scheinbar guttun. Warum nicht davon profitieren, was Tieren guttut? Die folgende Bildergalerie zeigt ein paar Yoga-Übungen – und lässt dich raten, welche Tiere dahinterstecken!

Galerie: Yoga-Übungen: Welche Tiere stecken dahinter?

Mehr Infos zum Thema: Animal Moves in Buchform

Für alle, die sich weiter über das Thema informieren wollen: Die Fitnessexperten Dr. Christian Zippel und Alex Fischer haben das Buch „Animal Moves: Tierisch fit mit intensivem Ganzkörpertraining“ herausgebracht. Es zeigt 17 grundlegende Tierbewegungen, die demonstrieren, was – mit ein bisschen Übung – außerhalb des Geräteparks möglich ist. Dabei betonen die Autoren die Ursprünglichkeit tierischer Bewegungsmuster. Wer weiß: Vielleicht hilft dir das Tierreich ja, deinen ursprünglichen Spieltrieb wiederzufinden?

Wer weitergehen will: Workshops mit Mike Fitch

Fitch tourt mit seinen Animal-Move-Workshops gerade durch die Welt, auch durch Europa. Am 3. Juni 2017 ist er beispielsweise in der Schweiz zu Gast.

Buch: „Animal Moves: Tierisch fit mit intensivem Ganzkörpertraining”

Wibke Roth

von

Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich laufe, erlebe ich sie. Ich arbeite als freischaffende Journalistin und Texterin sowie Fitness-, Reha- und Yoga-Trainerin im Herzen des Ruhrgebiets, oder manchmal auch auf Mallorca.