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Yoga aus der Hosentasche: Kostenlose Yoga-Apps im Test

Yoga immer und überall – mit diesem Versprechen locken Yoga-Apps. eVivam-Autorin Anna Brüning hat drei kostenlose Apps getestet.

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Sportanleitung per App

Können die kostenlosen Yoga-Apps das Training im Studio ersetzen?

Unabhängig von Kursterminen überall Yoga machen, Übungen trainieren, die ich nach Bedarf zusammenstellen kann – das klingt verlockend. Ich teste drei kostenlose Apps mit dem iPhone 5s, iOS 8.1.1: iYoga+, Daily Yoga und Office Yoga. Die Daily-Yoga-App ist auch gratis für Android verfügbar, die anderen beiden gibt es nur für iOS.
Ich bin Yoga-Anfängerin und kann somit gleich ausprobieren, wie geeignet die Apps für Neu-Yogis mit wenig Vorerfahrung sind.

Aufbau und Bedienbarkeit der Yoga-Apps

Die erste Überraschung gleich am Anfang: Nur die iYoga+-App ist auf Deutsch verfügbar. Die Office-Yoga-App erklärt die Übungen auf Englisch, bei der Daily-Yoga-App stehen Englisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch zur Verfügung.
Den einfachsten Aufbau hat die iYoga+-App. Sie bietet in drei Tabs Lektionen, Positionen und Informationen an. Alles ist in puristischem Schwarz-Weiß gehalten und nicht überladen. Zwar wirkt die Daily-Yoga-App auf den ersten Blick ähnlich clean, beim Durchklicken merke ich aber, dass der Aufbau nicht ganz selbsterklärend ist. Ich verklicke mich oft, und die Navigationspunkte reagieren teilweise schlecht, da sie sehr klein sind.
Am verspieltesten, aber auch am unprofessionellsten wirkt die Office-Yoga-App. Diese „passt“ nicht auf den Bildschirm und ist mit schwarzen Balken eingerahmt. Das Menü ist zwar einfach, wirkt aber nicht ansprechend.

Galerie: Kostenlose Yoga-Apps im Detail

Technische Voraussetzungen

Wichtig zu wissen: Die iYoga+-App streamt die Videos über YouTube, eine stabile Internetverbindung ist also Pflicht. Wer die Lektionen auch offline sehen möchte, kann sie für 89 Cent downloaden. Bei der Daily-Yoga-App muss ich die „Sessions“ einmal (kostenfrei) downloaden, dann kann ich sie auch offline sehen, genauso läuft es bei Office Yoga.

Was bieten die Yoga-Apps?

Bei Gratis-Apps gibt es oft kostenpflichtige In-App-Inhalte, auch bei diesen drei Apps ist das der Fall. Die iYoga+-App bietet eine Morgen-, eine Abend-, eine Bauch-Beine-und-Po- sowie eine Rücken-und-Becken-Lektion umsonst. Alle Lektionen gibt es in zwei Schwierigkeitsstufen, eine gute Grundlage für ein paar Wochen Training. Weitere Lektionen kann ich gegen Bezahlung (1,79 Euro) freischalten.
Die Daily-Yoga-App bietet 13 „Sessions“,14 weitere gibt's im bezahlten „Pro"-Modus. Der kostet aktuell 9,99 US-Dollar (ca. 8,83 Euro) für drei Monate oder 17,99 US-Dollar (ca. 15,90 Euro) für ein Jahr. Die Sessions stehen in verschiedenen Längen zur Verfügung, der Sonnengruß ist beispielsweise als 5-, 10- oder 15-Minuten-Version verfügbar.
Am wenigsten kostenloses Training bietet die Office-Yoga-App, neben einem Einführungsvideo gibt es nur zwei Videos: „Getting Started“, eine kurze Meditation im Sitzen, und „Energizing Jathis“, etwa 15 Minuten einfache Lockerungsübungen. Für nur 1,99 Euro gibt es aber alle weiteren 20 Videos.

Training mit der Yoga-App

Ich habe das Training mit den drei Apps als sehr unterschiedlich empfunden. Am wenigsten hat mir Office Yoga gefallen. Das Einleitungsvideo ist abschreckend, die Sitzposition des Yogis vor der Grünpflanze, der einstudierte Text und der gelegentliche Blick zur Seite lassen das gesamte Video unprofessionell und fast lächerlich wirken. Auch die Übungsvideos sehen nach Homevideo aus. Die Stimme von Yogi Dr. Ananda Balayogi Bhavanani ist durch den starken indischen Akzent nicht immer ganz leicht zu verstehen. Dieses Training hat mir weder Spaß gemacht noch war es eine körperliche Herausforderung.
Etwas besser lief es mit der Daily-Yoga-App. Die Videos sind vor einem weißen Hintergrund gedreht. Die Sprecherstimme klingt für mich wie aus dem Computer – nicht besonders sympathisch, aber okay. Die Trainerin zeigt die Übungen sehr professionell, leider erklärt die Stimme dazu aber oft erst zeitversetzt, was die Person vormacht. Die Übungen an sich sind auch für mich als Anfängerin gut umsetzbar.
Eine gute Idee sind die „Programme“. Hier gibt es Yoga-Trainingspläne, die ich dann jeden Tag mit der App umsetzen kann. Leider gibt es nur das Beginner- und das „Yoga während der Menstruation“-Programm kostenlos, alle anderen sind nur im „Pro“-Modus verfügbar.

iYoga+: Die macht Spaß

Am meisten Spaß gemacht hat iYoga+. Alle Videos wurden vor einem weißen Hintergrund gedreht, die weibliche Sprecherstimme spricht ruhig und klar. Eine ansprechende, professionelle Präsentation mit hohem Anspruch – ich bin begeistert! Ich habe bei den Übungen Level 1 gewählt. Gut so, denn Level 2 ist etwas für Fortgeschrittene, hier ist sogar der Kopfstand (Shirsasana) Teil des Programms.
In der Daily-Yoga- und der iYoga+-App gibt es zusätzlich alle Positionen in einzelnen Videos und Texten erklärt. Dabei gefällt mir die iYoga+-App noch besser, da diese auch die Wirkung der einzelnen Übungen erklärt.

Fazit meines Yoga-App-Tests

Die iYoga+-App hat mich am meisten überzeugt, die Office-Yoga-App am wenigsten, die Daily-Yoga-App liegt im Mittelfeld. Das Training mit dem Handy war etwas beschwerlich: Ich wusste nicht genau, wo und wie ich mein iPhone positionieren soll, zwischendurch poppten Nachrichten rein – Entspannung geht anders.
Die Yoga-Apps sind für das Training zwischendurch in Ordnung, können aber meiner Meinung nach auf keinen Fall eine echte Yoga-Stunde im Studio ersetzen, besonders bei den vielen verschiedenen Yoga-Arten, die es mittlerweile gibt.

Alles für Yogis

Anna Brüning

von

Mit guter Musik auf den Ohren am Wasser entlang joggen – der perfekte Ausgleich zum Alltag. Ich liebe es, aktiv zu sein, gesund zu leben und, na klar, darüber zu schreiben.

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