Wireless Bone Conduction Headphones

Kopfhörer mit Knochenübertragung: Trekz Titanium

Der Trekz Titanium ist kein gewöhnlicher Kopfhörer. Anstatt den Klang ins Ohr zu leiten, überträgt er den Sound über den Schädelknochen. Ob das Vorteile hat und wie es funktioniert, haben wir ausprobiert.

Datum:
Trekz Titanium Kopfhörer

Auch unsere barfüßige Redaktionselfe wollte die Trekz Titanium Bone Conduction Headphones ausprobieren.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die Trekz Titanium sind keine normalen Bluetooth-Kopfhörer. Sie haben einen vergleichsweise eng definierten Anwendungsbereich: Sport unter Beibehaltung der Wahrnehmung der Umgebungsgeräusche. Ein wichtiger Sicherheitsaspekt im Straßenverkehr. Die Kopfhörer bieten eher eine klangliche Untermalung anstelle von Musikgenuss. In anderen Szenarien bieten klassische Kopfhörer den überlegenen Klang – allerdings mit den damit verbundenen Gefahren im Straßenverkehr.

Pro

  • Wasserdicht und Schweißresistent
  • Sicherer Sitz
  • Einfache Bedienung
  • 2 Jahre Garantie

Kontra

  • Blecherner dünner Klang

Trekz Titanium Bone Conductor Headphones

Vielleicht haben Sie schon einmal gesehen, wie ein Dirigent die Stimmgabel anschlägt und sie sich dann an den Kopf hält, um den Kammerton zu hören. Dabei wird der Schall über den Schädelknochen transportiert. Ein ähnliches Prinzip kommt auch bei sogenannten „Bone Conduction Headphones” zum Einsatz. Wir haben die Wireless-Bluetooth-Kopfhörer Trekz Titanium getestet.

Anwendung

Vorweg: Der Trekz Titanium ist kein Allrounder. Der 36 Gramm leichte Kopfhörer eignet sich für Sport und auch nur dann, wenn Sie die Umgebungsgeräusche wahrnehmen wollen. Ein wichtiger Sicherheitsaspekt im Straßenverkehr. Als Radler oder Jogger registrieren Sie die heranfahrenden Autos, die Sie mit anderen Kopfhörern nicht gehört hätten. Beim gemeinschaftlichen Joggen können Sie sich unterhalten, ohne die Stöpsel herauszunehmen (denn Sie haben ja keine im Ohr) und lauschen trotzdem im Hintergrund der Musik oder den Navi-Anweisungen vom Handy. Und natürlich können Sie auch eingehende Anrufe entgegennehmen, ohne am Smartphone zu fummeln.
Trekz Titanium

Die Trekz Titanium sitzen sicher beim Sport am Ohr und kapseln nicht – wie andere Kopfhörer – von den Umgebungsgeräuschen ab.

Keine Ruhe, kein Wumms

Wenn Sie allerdings zu der Fraktion gehören, die sich beim Sport gern durch fetten Sound anpeitschen lässt, taugen die Trekz Titanium nichts (siehe Abschnitt Klang). Auch wenn Sie gern in Bus oder Bahn in Ruhe Ihrem Podcast lauschen, sind diese Kopfhörer die falsche Wahl. Immer dann, wenn man den Umgebungsgeräuschen entgehen möchte, beispielsweise im Großraumbüro, eignen sich andere Kopfhörer besser.
Test Trekz Titanium

Für das Büro sind die Trekz Titanium nicht geeignet. Sie hören die anderen, die anderen hören Sie. Die Bedienungsanleitung passt im Prinzip auf einen Kassenbon.

Bedienung und Lieferumfang

Test Trekz Titanium

Die Lautstärkeknöpfe sind ordentlich erreichbar und haben einen guten Druckpunkt. Einen ungewollten Druckpunkt macht der Redakteur nach längerm Tragen aus. Da jedes Ohr anders ist, lässt sich aber keine allgemeingültige Aussage treffen.

Das Koppeln der Kopfhörer bereitete im Test keine Probleme. Die wenigen Tasten findet man locker nach kurzer Eingewöhnung. Besonders der Multifunktionsknopf an der linken Seite ist gut erreichbar. Ein Druck und die Musik pausiert, noch ein Druck und es geht weiter. Doppelklick und das Lied skippt. Wenn ein Anruf eingeht, nehmen Sie damit das Gespräch an. Eine LED und eine streng klingende Dame namens Audrey halten Sie über den Status („Welcome to Trekz Titanium”, „Battery low”, ...) auf dem Laufenden. Ein Großteil der Oberflächen ist weich gummiert und fasst sich gut an. Die ein oder andere Naht hätte man besser hinbekommen können. Ansonsten versteckt sich in der Verpackung ein Beutel für die Kopfhörer und Ohrstöpsel. Wozu die Ohrstöpsel? Naja, dann ergänzen Sie die Trekz um die Fähigkeit eines klassischen In-Ear-Kopfhörers und reduzieren die Außengeräusche und heben den Bass merklich an – und letzteres tut wirklich Not.

Klang: Bass, Bass, wir brauchen Bass!

Wer tollen Klang erwartet, der mit konventionellen Kopfhörern mithält, wird leider enttäuscht. Prinzipbedingt gibt es kaum Bässe und es klingt insgesamt blechern. Der Klang erinnert eher an ein Küchen- oder Baustellenradio. Man hat den Eindruck, die Musik schwebt im Raum, aber der Raum hat leider keine geile Anlage. Selbst günstige In-Ear-Strippen, die bass- und kraftlos aufspielen, sorgen für einen besseren Sound. Immerhin ist die Sprachverständlichkeit bei Radio, Hörbüchern und Telefonaten ordentlich.
Test Trekz Titanium

Ohne Punktabzug: Bei solchen Ohren passt Trekz Titanium nicht richtig. Der Klangkörper soll bis vor das Ohr reichen.

Akku und Laden

Das Aufladen per Micro-USB ist praktisch, da man typischerweise derlei Kabel und Netzteile rumliegen hat. Ein Micro-USB-Kabel befindet sich um Lieferumfang, ein Netztteil nicht. Der Hersteller verspricht 6 Stunden Spielzeit und 10 Tage Standby.

Technische Daten (Herstellerangaben)

Bluetooth 4.1 (A2DP, AVRCP, HSP, HFP), 10 Meter Reichweite.

Trekz Titanium Bone Conductor Headphones

Michael Huch

von

Redakteur und Content Manager, interessiert sich für Technik und mag Dinge, die den Alltag erleichtern. Egal ob unterwegs, im Garten oder der Küche.

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