Kopfhörer Deluxe

Wearable für die Ohren – Münchner Start-up baut „The Dash“

Ein Münchener Start-up baut ein Wearable für’s Ohr, das – kurz gesagt – alles können soll. Die In-Ear-Kopfhörer „The Dash“ sind das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt Europas.

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The Dash

Das Design der Dash-Kopfhörer ist recht schlicht - dahinter soll aber innovative Technik stecken.

The Dash ist auf den ersten Blick ein unscheinbarer In-Ear-Kopfhörer, der aber eine Menge Technik in sich trägt: Er kann 5 GB Musik speichern und abspielen, Umgebungsgeräusche reduzieren oder verstärken, Körperfunktionen wie Puls, verbrannte Kalorien und Sauerstoffgehalt im Blut tracken, telefonieren, Geschwindigkeiten, Höhen und Distanzen messen. Und er sagt Bescheid, wenn der Puls oder die Sauerstoffsättigung zu hoch oder zu niedrig sind.

Die Technik in den In-Ears

Das Tracking funktioniert unter anderem mit zwei winzigen LEDs, die rotes und infrarotes Licht in die Kapillaren im Ohr aussenden. So können rote und weiße Blutkörperchen mehr als 50 Mal pro Sekunde erfasst werden, wodurch die Kopfhörer die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung berechnen können. Zudem sitzen in jedem In-Ear-Kopfhörer ein Beschleunigungssensor und ein Thermometer. Laut Hersteller soll der Akku drei Stunden durchhalten, wenn alle Funktionen und Sensoren gleichzeitig im Einsatz sind, und bis zu vier Stunden, wenn The Dash nur Musik spielt.

Großer Erfolg schon vor dem Release

Das Münchner Start-up Bragi verzeichnete mit dieser Idee einen riesigen Erfolg: Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter investierten knapp 16.000 Leute in die Alleskönner-Wearables, etwa 3,4 Millionen Dollar kamen dabei zusammen. Die Markteinführung ist laut Bragi im ersten bis zweiten Quartal 2015 geplant. Nach der CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas hat die Jury The Dash als Sieger der „Best of CES 2015“ in den Kategorien Wearables sowie Health & Fitness gewählt.

(Hobby-)Sportler als Wearable-Zielgruppe

Vorerst will sich der Bragi-Gründer Nikolaj Hviid auf die klassische Wearable-Zielgruppe, die (Hobby-)Sportler, konzentrieren. Viele tracken bereits mit Apps ihre Leistungen und sind an neuen Entwicklungen in diesem Bereich interessiert. Selbst Wassersportler können The Dash nutzen, da die In-Ears wasserfest sind. Dank Bluetooth verbindet sich The Dash mit dem Smartphone, es ist aber auch, im Gegensatz zu den meisten Smartwatches, einzeln einsetzbar. Die Steuerung erfolgt dann über die Touchfunktion an den Kopfhörern, links steuert man das Tracking, rechts den Sound. Nur zum Telefonieren braucht man noch ein Smartphone. Der Schall der gesprochenen Worte wird dann über ein Knochenschall-Mikrofon aufgezeichnet.

The Dash als Helfer im Alltag

Langfristig sollen die Kopfhörer auch andere Lebensbereiche durchdringen. So könnten sich Angehörige von Schlaganfall-Patienten oder pflegebedürftigen Verwandten mit The Dash vergewissern, dass nichts passiert ist: Die In-Ears überwachen ständig die Körperfunktionen, ein Psycho-Assistent im Ohr könnte zudem bei zu hohem Stress beruhigend wirken. Klingt nach Zukunftsmusik, ist aber bei einem erfolgreichen Release nicht unrealistisch. Die In-Ear-Wearables sind für 299 US-Dollar (ca. 264 Euro) auf der Website von Bragi vorbestellbar.
Anna Brüning

von

Mit guter Musik auf den Ohren am Wasser entlang joggen – der perfekte Ausgleich zum Alltag. Ich liebe es, aktiv zu sein, gesund zu leben und, na klar, darüber zu schreiben.

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