Kater adé?

Nordkorea erfindet Alkohol ohne Kopfschmerzen

Nordkoreanische Medien behaupten, einen Ginseng-Likör erfunden zu haben, der keinen Kater verursacht. Freunde des Alkohols wird es freuen. Theoretisch.

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Folgen einer durchzechten Nacht: Der Kater

Der berühmte Kater nach durchzechten Nächten.

Laut NKNews.org wurde in der nordkoreanischen Zeitung „Pyongyang Times“ die Meldung verbreitet, dass der Alkoholhersteller „Taedonggang Foodstuff Factory“ ein alkoholisches Getränk erfunden habe, das ganz ohne Folgen auskommt. Kopfschmerzkater adé?
Wir würden es gerne testen, jedoch wird das Gebräu leider nur in Nordkorea verkauft. Fragen können wir leider auch niemanden. Die Rede ist lediglich von Klebreis, der statt Zucker vergoren wird, um sowohl die Bitterkeit des Getränks – auf Basis von Ginseng – zu beseitigen, aber auch Begleiterscheinungen wie Kater zu vermeiden. Mehr lässt sich darüber nicht in Erfahrung bringen. Ob man dennoch betrunken wird davon? Wir können davon ausgehen, denn Alkohol bleibt Alkohol.

Wie entsteht ein Kater?

Die Erfahrung wird jeder gemacht haben, was übermäßiger Alkoholkonsum nach sich zieht. Doch woher kommen die Kopfschmerzen? Zum einen ist das Ethanol selbst schuld, sprich der Alkohol. Die Niere leistet bei übermäßigem Alkoholkonsum Schwerstarbeit, um das Ethanol auszuscheiden. Bei diesem Prozess wird dem Körper viel Wasser inklusive Mineralien entzogen und der daraus resultierende Dehydrierungsprozess sorgt für den Kater. Der Körper sendet schlichtweg Warnsignale, die unser Gehirn letztlich in Schmerzsignale umwandelt. Zum anderen sorgen weitere Stoffe im alkoholischen Gebräu für eine Erweiterung der Gefäße, sodass sich der Kopf mit Migräne-artigen Signalen „bedankt“. Und es gibt noch einen Wirkstoff, der nicht dazu beiträgt, sich wohler zu fühlen: „Acetaldehyd“ entsteht beim Abbau von Ethanol im Rahmen der sogenannten „Alkoholdehydrogenase“, was ebenso für Kopfschmerzen sorgt. Kopfschmerzen sind demnach rein als Warnsignale zu verstehen, dass uns Alkohol in mehrfacher Hinsicht nicht gut tut.

Was kann man gegen Kater tun?

Die simpelste Lösung wäre, keinen Alkohol im Übermaß zu trinken. Und wenn es denn unbedingt sein muss, dann heißt es, sehr viel mehr mineralhaltiges Wasser – ohne Kohlensäure – zu trinken, um den Körper vor dem Dehydrieren zu schützen. Eine weitere Möglichkeit kennen wir ebenso: viel essen! Vor allen Dingen Fetthaltiges. Je länger der Alkohol im Magen gebunden werden kann, desto weniger Restalkohol wird in den Blutkreislauf absorbiert. Wer das genaue Gegenteil erreichen will, nimmt viel Zucker zu sich oder trinkt kohlensäurehaltige Getränke wie Cola, die den Übergang von Alkohol ins Blut beschleunigen. Mediziner warnen übrigens davor, Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen zu nehmen, da diese nur unnötig die Leber und den Magen zusätzlich belasten.
Ergo? Vielleicht entdecken die Nordkoreaner ein wirksames Mittel gegen all die biochemischen Prozesse, die Alkoholkonsum im Körper nun einmal nach sich zieht, von Alkoholdehydrogenase, Dehydrierung, Denaturierung bis hin zu geweiteten Blutgefäßen. Wie wir oben gelernt haben, lässt sich gegen übermäßigen Alkoholkonsum partout nicht viel ausrichten.
Wohl bekomm’s!
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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