Studie belegt Wirksamkeit

Koffein: Sport-Boost mit legalem Doping

Wer vom Koffein beim Sport profitieren wollte, musste bislang vorher abstinent sein. Doch eine neue Studie macht Kaffeefans nun Hoffnung.

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Koffein darf auch zum Sport sein

Die tägliche Tasse Kaffee ist kein Tabu mehr für Sportler.

Koffein macht wach und irgendwie fitter. Genau dieses „irgendwie“ interessiert Sportler brennend. Denn sie wissen schon länger, dass Koffein sportliche Leistungen steigert. Der Haken daran: Wir gewöhnen zu schnell an das schwarze Gebräu. Um bei Wettkämpfen davon zu profitieren, haben Sportler daher vorab mindestens eine Woche auf Kaffee, Cola, Energiedrinks & Co. verzichtet. Laut einer neuen Studie dürfen Sportler nun aber hemmungslos zum Kaffeepot greifen. Denn: Koffein wirkt sich so oder so positiv auf die Leistung aus.

Koffein und Sport

Wer circa eine Stunde vor dem Sport eine Tasse Kaffee trinkt, spürt bereits die positiven Auswirkungen auf den Körper: schneller Rennen, Fahrradfahren oder Schwimmen – mit Koffein garantiert. Denn das hilft den Muskeln dabei, Körperfett leichter zu verbrennen. Es steigert die Aufmerksamkeit. Der Körper ist auf Performance geeicht. Daher wird Koffein schon länger als legales Doping im Sport eingesetzt. In normalen Mengen ist es als solches auch erlaubt.

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Hilft Koffein grundsätzlich beim Training?

Wer jeden Tag drei Tassen Kaffee trinkt, dem wird auffallen, dass er auch wirklich drei Tassen benötigt zum Wachwerden. Zwei reichen längst nicht. Wirkt Koffein daher überhaupt noch vor dem Sport bei Vielkonsumenten? Genau das wollte ein brasilianischer Wissenschaftler herausfinden. Bruno Gualano von der University of Sao Paolo bat 40 wettkampferprobte Radfahrer zum Praxistest. Sie mussten an drei Tagen jeweils rund 30 Minuten auf die Rennbahn. Einmal erhielten sie eine Koffein-Tablette mit genügend Koffein für vier Tassen Kaffee (circa 400 mg). Ein anderes Mal gab es ein Placebo. Am letzten Tag bekamen die Probanden nichts. Hinzu kamen ausgiebige physische und Gesundheitstests. Und natürlich die Frage: Wie oft trinkt ihr Kaffee?

Kaffee als legales Doping

Das Resultat der Tests war erstaunlich. Im Gegensatz zu Expertenmeinungen hatten Wenigtrinker und Abstinenzler den gleichen koffeinbedingten Performance-Boost wie Vieltrinker. Im Schnitt fuhren die Radrennfahrer 3,3% schneller als ohne Koffein. Der Placebo-Effekt brachte immerhin noch 2,2% im Vergleich zu den normalen Fahrzeiten. Nun war die Studie klein, die Probanden gesunde, junge Männer. Aber die Studie weist in eine deutliche Richtung: Kaffee und Sport ist kein Tabu-Thema mehr. Jedoch ist Kaffee tückisch. Wer zu viel Kaffee getankt hat, dessen Körper gerät schnell aus der Bahn: Kopfschmerzen, Herzklopfen, Zittern, Magenschmerzen – das sind nur einige Symptome einer Koffein-Überdosis. Vorsicht ist daher angesagt. Genau wie mit anderen Genussmitteln sollte der Verzehr moderat bleiben.

Koffeinkapseln

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.