Kampfkunst auf Brasilianisch

Brasilianische Lebensfreude mit Capoeira

Capoeira ist eine außergewöhnliche Mischung aus Tanz und Kampfkunst. Erfahren Sie, was Fans an dem Sport so fasziniert.

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Capoeira

Capoeira – eine tänzerische Kampfkunst aus Brasilien.

In den letzten Jahren hat sich die traditionelle Kampfsportkunst Capoeira zu einer wahren Trendsportart entwickelt. Echte Könner vollführen dabei akrobatische Kunststücke begleitet von mitreißenden Rhythmen.
Die Entstehungsgeschichte des Capoeira ist eine eher traurige: Ab dem 16. Jahrhundert wurde die heutige Sportart nämlich von afrikanischen Sklaven in Brasilien erfunden. Ihnen war es verboten, Waffen zu tragen, und dementsprechend konnten sie sich nicht gegen Angreifer verteidigen. Sie durften jedoch in ihrer Freizeit tanzen und entwickelten aus alten afrikanischen Tänzen eine „verdeckte“ Kampfkunst. 1889 wurde der Capoeira zunächst verboten und 1937 von Diktator Vargas neu als Nationalsport etabliert. Der Siegeszug des modernen Capoeira hatte begonnen.

Capoeira als Tanz und Kampfkunst heute

Als Begründer des modernen Capoeira gilt Mestre Bimba, der 1937 die erste offizielle Capoeiraschule eröffnete und seine eigene Version „Luta Regional Baiana“ (Regionaler Kampf aus Bahia) lehrte. Sie ist heute neben dem traditionellen Capoeira – Capoeira Angola – die am weitesten verbreitete Version der Kampfkunst.
Im Capoeira Angola steckt noch immer die Schule der Gründerzeit, als sich die Kämpfer nach außen träge und unkoordiniert gaben, um nicht die Aufmerksamkeit der Aufseher zu wecken. Die „Angoleiros“ genannten Kämpfer zeichnen sich noch heute eher durch clevere Finten und „Malícia“ aus, eine gewisse Schlitzohrigkeit. Capoeira Regional setzt dagegen auf strenge Regeln und beeindruckt mit seiner Akrobatik. In den letzten Jahren haben beide Varianten im „Capoeira Contemporânea“ zusammengefunden. Wenn du in Deutschland Capoeira lernen möchtest, handelt es sich bei den Kursen meistens um Capoeira Regional oder Capoeira Contemporânea.

Capoeira für Anfänger: Das solltest du wissen

Möchtest du Capoeira lernen, solltest du ein gewisses Interesse an Brasilien, Musik und der portugiesischen Sprache mitbringen. Capoeira ist mehr als „nur“ ein Kampfsport, Capoeira ist ein echtes kulturelles Erlebnis. Anfänger lernen zunächst den „Ginga“, den Grundschritt des Capoeira, aus dem die meisten Kampfbewegungen ausgeführt werden. Dazu gehören so vielsagende Bewegungen wie der Hammer (Matelo), die kleine Peitsche (Chibata) und die Rache (Vingativa). Fortgeschrittene lernen später beeindruckende akrobatische Bewegungen wie den Korkenzieher (Sacarolha), den Salto (Mortal) und den gedrehten einhändigen Handstand (Pião de Mão), der häufig als Logo oder typisches Capoeirabild verwendet wird.
Capoeira wird traditionell in der „Roda“ ausgeübt. Darunter versteht man einen Kreis aus Menschen, der sich um die Kämpfenden formt. Zur Roda gehören auch die Musiker, die mit dem Berimbau den Rhythmus vorgeben. Neben dem Berimbau kommen eine Atabaque genannte Trommel und das Pandeiro zum Einsatz. Wer gerade nicht kämpft, klatscht den Rhythmus mit den Händen mit. Oft lernst du beim Capoeira, die typischen Rhythmen (Toques) zu spielen und portugiesische Lieder zu singen. Capoeiraschulen treffen sich regelmäßig zu Wettbewerben mit Musik und Tanz.

Wer kann Capoeira ausüben?

Viele Capoeiraschulen bieten heute Kurse an, die auf Kinder verschiedener Altersgruppen, Jugendliche und Erwachsene ausgerichtet sind. Wie intensiv du dich dem Capoeira widmest, bleibt dir überlassen. Manche Teilnehmer kommen nur einmal pro Woche, um begleitet zu typischen Rhythmen Grundbewegungen zu üben. Andere lernen, selbst die Instrumente zu spielen, und nehmen an zahlreichen Meetings und Workshops teil.
Wenn du nicht gerade akrobatische Hochleistungen anpeilst, kannst du Capoeira in jedem Alter erlernen. Du beginnst ein wunderbares Hobby, das dir die Musik und die Lebensfreude Brasiliens näher bringt und durch das du viele Kontakte knüpfst!

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