Besser laufen

Blaulicht macht Sportlern schnellere Beine

Fußballspieler oder Leichtathleten sprinten oft abends, wenn die sportliche Leistungsfähigkeit im Keller ist. Doch nach einer Bestrahlung mit Blaulicht drehen Athleten auf den letzten Metern so richtig auf.

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Frau joggt im Park

Besserer Endspurt: Sportler werden leistungsfähiger dank Blaulicht!

Viele Sportwettkämpfe finden spätabends zur Primetime im Fernsehen statt, wenn die Zuschauer gemütlich mit Chips und Bier auf dem Sofa lümmeln. Für Fußballer oder Leichtathleten heißt es in diesen Stunden aber, sportliche Höchstleistungen zu vollbringen. Doch nach den Strapazen am Tag verfällt der Körper in den Schlafmodus und will sich keineswegs mehr so richtig verausgaben. Die abendlichen Leistungstiefs kennt wohl jeder, weshalb Jogger auch selten um Mitternacht im Park zu sehen sind. Jetzt fanden Schweizer Forscher ein neues Mittel, wie sich die sportliche Leistung ankurbeln lässt: Wer vor dem Wettkampf mit Licht aus einem bestimmten Farbspektrum, dem Blaulicht, „duscht“, steigert sich im Endspurt des Wettkampfs erheblich. Ein Wermutstropfen: Die Gesamtleistung der Athleten verbessert blaues Licht nicht.

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Radsprint gegen die Zeit besser mit Blaulicht

Die Forscher um Raphael Knaier von der Universität Basel untersuchten, ob sich die Leistungsfähigkeit von Sportlern steigern lässt, wenn sie sich vor einem Zeitradfahren Licht bestimmter Wellenlängen aussetzten. Beteiligt an der Untersuchung waren 74 junge, männliche Athleten, die allesamt gut trainiert waren. Bekannt ist, dass blaues Licht die Produktion des Schlafhormons Melatonin senkt. Der Körper stellt den Botenstoff selbst im Gehirn her und schüttet ihn bei Dunkelheit aus. Melatonin ist für den Schlaf und die Regulation der inneren Uhr zuständig.
Die Forscher teilten die Athleten in drei Gruppen ein, um ihre Annahme zu überprüfen: die einen setzten sie eine Stunde lang hellem Licht, die anderen Blaulicht und die dritte Gruppe einem Kontrolllicht aus. Dann ließen sie die Männer zwölf Minuten auf dem Fahrradergometer gegen die Zeit in die Pedale treten.

Weniger Schlafhormon Melatonin nach Blaulichtdusche

Sportler sitzt vor Blaulicht

Blaulicht hilft Sportlern im Wettkampf auf die Beine!

Athleten, die zuvor eine Blaulichtdusche genommen hatten, erhöhten ihre Leistung im Endspurt des Zeitradfahrens erheblich. Als Maß für die Steigerung diente das Verhältnis der Leistung in der ersten und letzten Minute des Tests. Die Fitness auf den letzten Metern verbesserte sich umso stärker, je mehr Blaulicht die Sportler abbekommen hatten. Blaues Licht unterdrückte also die Melatonin-Produktion und -Freisetzung effektiv und beeinflusste damit den Schlaf-Wach-Rhythmus, so das Fazit der Forscher.
Auch helles Licht hatte einen Effekt darauf, wie intensiv die Männer auf dem Fahrrad strampelten. Im Vergleich zum Kontrolllicht steigert es zwar die Gesamtleistung, aber der Unterschied war nur wenig ausgeprägt. Allerdings seien im Spitzensport selbst geringe Unterschiede relevant, sagen die Forscher. Beim Zieleinlauf, etwa bei 100-Meter-Sprintern, geht es oft knapp zu. Und manchmal entscheiden wenige Millimeter, wer die Nase vorn oder das Nachsehen hat.

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Kälte und Sauerstoffmangel steigern die sportliche Leistung

Aber nicht nur Blaulicht macht Sportlern Beine. Spitzensportler setzen heute auf verschiedenste Methoden und Mittel, um ihre Leistung im Wettkampf zu steigern. Der französische Profi-Fußballer Frank Ribery zum Beispiel schwört auf die Kryotherapie. Vor dem Training oder Match badet er einige Minuten im Polarium, das seinem Namen alle Ehre macht: dort herrschen eisige Temperaturen von minus 100 bis 120 Grad.
Die Kälte verteilt das Blut aus der Haut zu den Muskeln, die beim Sport viel Sauerstoff brauchen. Vor dem Wettkampf sorgt die Kälte für einen Leistungsschub, danach fördert sie die Regeneration und verhindert zum Beispiel Muskelkater. Einige Fußballvereine und Trainingszentren besitzen sogar eine eigene Kältekammer.
Die Hypoxie-Kammer, in der sauerstoffarme Bedingungen herrschen, ist etwas für Ausdauersportler. Einige Radrennfahrer und Fußballstars nutzen sie angeblich. In dünner Luft produziert der Körper verstärkt rote Blutkörperchen und transportiert so mehr Sauerstoff auch zu den Muskeln. Ein Höhentraining kurbelt die Leistung der Athleten an. Die Hypoxie-Kammer ist die sauerstoffarme Variante fürs Flachland. Die meisten Leistungssportler trainieren in höhergelegenen Regionen, in denen schon per se Sauerstoffmangel in der Luft herrscht.

Sportler-Nahrung

Ingrid Müller

von

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