Fitter nach 30 Tagen

Whole30: Gesünder leben ohne Brot und Milch?

Das Versprechen klingt verlockend: In nur 30 Tagen mehr Energie, Fitness und Gesundheit. Gelingen soll das mit Whole30. eVivam erklärt dir das Konzept.

Datum:
Milch Brot Käse

Bei dem Ernährungsprogramm Whole30 verzichtest du unter anderem auf Milch und Brot. Nach nur 30 Tagen soll die Diät das Wohlbefinden steigern.

Das Ernährungsprogramm Whole30 erlebt gerade einen Hype. Das Netz ist voll mit Blogs und Rezepten. Auf Facebook und Twitter gibt es tausende Posts zum Thema. Die Idee hinter dem Konzept ist einfach, die Regeln streng. Was bringt Whole30 wirklich?

Das Versprechen

Auf der Webseite von Whole30 berichten Menschen, dass ihre Allergien, Migräne, Bluthochdruck, Depressionen und sogar Diabetes verschwunden seien. Das funktioniert, weil die Diät den Stoffwechsel komplett umkrempeln soll. Es ist quasi ein Neustart für den Körper. Das soll die Verdauung verbessern und das Immunsystem stärken.

Was darf nicht auf den Teller?

Um das zu erreichen, ist allerdings eine strikte Diät nötig. Sie dauert, wie der Name Whole30 schon verrät, 30 Tage. Getreide, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Zucker sind tabu. Sie seien schuld an den Zivilisationskrankheiten und daran, dass du dich antriebslos und kränklich fühlst. Wer sündigt, der fängt von neuem mit Whole30 an. Da gibt es kein Pardon. Damit orientiert sich die Diät an der Paleo-Bewegung. Der Kern: Alles ist ungesund, was nicht schon der Steinzeitmensch auf dem Tisch hatte. Paleo folgt der Idee, dass der Mensch sich, was das Essen anbelangt, evolutionär nicht weiterentwickelt hat. Bei Whole30 ist auch nicht erlaubt, auf die Waage zu schauen.
Nadine Müller, Diplom-Ökotrophologin

„Iss mit Bedacht! Wenn eine Diät dabei hilft, Gewohnheiten zu überdenken, ergibt sie Sinn. Sie kann als Einstieg eine dauerhafte Ernährungsumstellung erleichtern.“

TK-Expertin Nadine Müller, Diplom-Ökotrophologin, M.Sc. Public Health Nutrition

Was ist zum Essen erlaubt?

So sind bei Whole30 etwa Fleisch, Fisch und Meerestiere sowie Eier erlaubt. Auch Nüsse und Saaten dürfen auf den Speiseplan, ebenso wie Obst und Gemüse. Eine Ausnahme gibt es bei grünen Bohnen und Zuckerschoten. Das sind zwar Hülsenfrüchte, aber bei der Diät nur in geringen Mengen erlaubt. Ansonsten ist Whole30 streng einzuhalten.

Was bringt Whole30?

Tatsächlich ist es so, dass die Lebensmittel, auf die du bei Whole30 verzichtest, krank machen können. Wie bei fast allen Ernährungsfragen ist das aber eine Frage der Menge. Dass Zucker ungesund ist, das ist wissenschaftlich belegt. Das sagt unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). TK-Ernährungsexpertin Nadine Müller rät deshalb zu einer ausgewogenen Ernährung und sagt. „Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, komplett auf diese Lebensmittel zu verzichten.“

Das Haar in der Suppe

Hier liegt auch das Problem von Whole30. Wer ausgewogen isst, der bekommt nicht so schnell Heißhunger. Auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, birgt aber die Gefahr von Fressattacken. Das ist frustrierend und für die Gesundheit wenig förderlich. Eine wirkliche Gefahr besteht durch Whole30 aber nicht: „In 30 Tagen entstehen keine Mangelerscheinungen“, sagt Nadine Müller. Nach der Diät sei aber das Risiko hoch, in „alte Essgewohnheiten zurückzufallen“.

Was steckt hinter Whole30?

Hinter Whole30 steckt gewiss kein uneigennütziges Interesse. Grund für den Hype ist unter anderem das Buch „Alles beginnt mit dem Essen“ („It starts with food“) von Dallas und Melissa Hartwig. Beide sind Sport- und Ernährungsberaterinnen in der International Society of Sports (CISSN). Und klar ist, dass die Begründerinnen ihr Diät-Konzept vermarken. Seit 2009 bewerben sie Whole30 auf ihrer Webseite.
David Huth

von

Ob Gadgets, Apps oder Trends – alles was neu ist, probiere ich aus. An meiner Neugier lasse ich hier bei eVivam andere teilhaben.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.