Experten sehen Risiken

Ist vegane Ernährung für jeden gesund?

Vegan liegt im Trend. Es gibt spezialisierte Supermärkte, unzählige Kochbücher und prominente Vorreiter. Aber für wen ist vegane Ernährung überhaupt geeignet? eVivam verrät dir, was es zu beachten gilt.

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Vegane Ernährung

Bei veganer Ernährung musst du darauf achten, möglichst abwechslungsreiche Kost zu dir zu nehmen.

Auf Fleisch, Eier, Milch und alle anderen tierischen Lebensmittel zu verzichten, klingt zuerst recht leicht. Ist es aber nicht. Um sich komplett vegan zu ernähren, musst du viel wissen und die Lebensmittel und Speisen genau auswählen. Vegan zu leben erfordert daher zunächst, dass du dich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt.

Nicht für jeden geeignet, sagen Experten

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt vegane Ernährung nicht. Die Ernährungsexperten raten bestimmten Menschen sogar davon ab. Auf der Webseite heißt es dazu: „Die DGE hält eine rein pflanzliche Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im gesamten Kindesalter für nicht geeignet, um eine adäquate Nährstoffversorgung und die Gesundheit des Kindes sicherzustellen.“ Vor allem die Versorgung mit Eisen und Vitamin B12 sei problematisch. Vorsichtig müssen auch Menschen mit Stoffwechselerkrankungen sein. Sie sollten vorher einen Arzt aufsuchen, bevor sie alles Tierische von ihrem Speiseplan verbannen.

Tierschützer befürworten Vegan

Anders als die DGE sehen es viele Befürworter der veganen Ernährung – allen voran die Tierschutzorganisation PETA. Laut PETA sei die vegane Lebensweise „gesund und sicher für alle Altersstufen und Bevölkerungsgruppen.“ Auch Schwangere, Kinder und Sportler schließt die Tierschutzorganisation nicht aus.

Nährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel

Wer sich entschließt, vegan zu leben, der sollte sich mit Nährstofftabellen anfreunden. Die meisten für den Körper wichtigen Vitamine und Spurenelemente kannst du mit rein pflanzlichen Lebensmitteln gut abdecken. Vielfältiges Infomaterial zum Thema zur vegetarischen und veganen Ernährung stellt der Vegetarierbund Deutschland zur Verfügung.

Fehlende Vitamine bei veganer Ernährung

Schwierig wird es bei Vitamin D und Vitamin B12. Vitamin D kommt fast ausschließlich in tierischer Kost vor. Champignons enthalten es zwar auch, aber für den Tagesbedarf müsstest du ein Kilo Pilze essen. Im Sommer unterstützen Sonnenbäder. Dadurch kurbelst du die körpereigene Vitamin-D-Produktion an. Im Winter bei wenig Sonne helfen Nahrungsergänzungsmittel. Bei zu wenig Vitamin B12 hilft nur die künstliche Zufuhr. „Ohne Nahrungsergänzungsmittel geht es hier nicht“, sagt Ernährungsexpertin Nadine Müller von der Techniker Krankenkasse.

Mangel durch vegane Ernährung

Nährstoffmangel kann für Veganer gravierende Folgen habe. Besonders das fehlende Vitamin B12 spielt hier eine Rolle. Der Mangel fällt bei erwachsenen Menschen, die sich vegan und einseitig ernähren, erst nach Jahren auf. Einen gewissen Vorrat an Vitamin B12 kann die Leber nämlich speichern. Sind die Reserven aufgebraucht, können Blutarmut, psychischen Störungen wie Depressionen oder sogar Nervenschäden die Folge sein.
Nadine Müller, Diplom-Ökotrophologin

„Je einseitiger die vegane Ernährung ausfällt, desto größer ist die Gefahr von Mangelerscheinungen. Iss möglichst bunt und vielfältig!“

TK-Expertin Nadine Müller, Diplom-Ökotrophologin, M.Sc. Public Health Nutrition

David Huth

von

Ob Gadgets, Apps oder Trends – alles was neu ist, probiere ich aus. An meiner Neugier lasse ich hier bei eVivam andere teilhaben.

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