Pulverförmige Konzentrationshilfe

Gesunder „Think Drink” Neuronade im Praxis-Test

Studenten wollten ein Mittel, das ihnen dabei hilft, sich zu konzentrieren. Ohne Aufputschmittel und Zusatzstoffe. Gab es so nicht. Also haben sie es selbst gemacht. Herausgekommen ist der Think Drink „Neuronade”.

Datum:
Neuronade

Neuronade. Da ist einiges nicht drin. Zum Beispiel künstliche Aromastoffe, Koffein oder Laktose.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Das Gute an Neuronade ist: Es sind keine Aufputschmittel vorhanden. Der Nachteil: Neuronade putscht nicht auf. Soll heißen, es ist schwierig, einen Effekt zu beobachten, weil Neuronade langfristig und nachhaltig wirkt. Erste Studien sind noch nicht spruchreif, zeichnen aber ein vielversprechendes Bild. Die Amazon-Kunden sind größtenteils überzeugt. Bei knapp 100 Bewertungen vergeben sie 4,4 von 5 Sternen.

Pro

  • Keine Zusatzstoffe oder Aufputschmittel
  • Geschmack

Kontra

Das ist schon ein ungewöhnliches Paket. Pülverchen mit PZN, also einer Apothekennummer probieren wir eher selten aus. Dabei soll Neuronade gleichzeitig harmlos und wirkungsvoll sein. Irgendwie eine gesunde Variante von Ahoi-Brause und Red Bull. Ich sollte vorausschicken, dass ich neuen Dingen sehr neugierig und aufgeschlossen gegenüberstehe, aber ich bin nicht der Typ, der morgens erst nach einer Tasse Kaffee in Schwung kommt. Oder anders ausgedrückt: Ich fühle die Wirkung des Kaffees nicht und auch Red Bull setzt mich nicht unter Strom, zumindest nicht so, dass ich es bewusst wahrnehme. Keine leichten Voraussetzungen also für Neuronade. Trotzdem wage ich den Selbstversuch.
Neuronade

Das Pulver färbt das Wasser intensiv ein – auch ohne Farbstoffe. Ein Portion ist für 200 ml Wasser empfohlen.

Was ist die Idee hinter Neuronade?

Florian Mack, einer der Gründer, erklärt, was es mit Neuronade auf sich hat: Mit Neuronade haben wir den ersten Think Drink auf den Markt gebracht – ein Getränkepulver speziell für geistige Leistung. Das Ganze besteht aus natürlichen Pflanzenextrakten und Mikronährstoffen, ist vegan, frei von Zusätzen wie künstlichen Aromen und Konservierungsstoffen. Eine Besonderheit ist, dass keinerlei Koffein und andere aufputschende Stoffe enthalten sind. (...) Die Idee für Neuronade kam meinem Gründungskollegen und mir während einer Prüfungszeit beim gemeinsamen Studium. Dort ist uns aufgefallen, dass einige Studenten zu künstlichen und bedenklichen Aufputschmitteln greifen, von denen sie hofften, dadurch bessere Leistungen abrufen zu können. Angefangen bei Koffein und Traubenzucker ging die Diskussion bis zu der Frage: Müssen wir jetzt alle Psychopharmaka nehmen, um dem Leistungsdruck noch standzuhalten? (...) Eine Alternative zu Kaffee, Energydrinks & Co. war also gefragt. Durch Zufall sind wir später auf die Brahmi-Pflanze gestoßen.
Brahmi kennt in Deutschland kaum einer, aber wissenschaftliche Studien haben die Jungs ermuntert, sich für die Entwicklung und Umsetzung professionelle Unterstützung durch Lebensmitteltechniker und -chemiker der Uni Leipzig und Lebensmittelinstituten wie Fresenius und weitere Partner ins Boot zu holen. Man entschied sich bewusst gegen Aufputschmittel und für nachhaltige, gesunde Zutaten.
Neuronade Zutaten

Neuronade gibt es seit 2,5 Jahren. Das Unternehmen ist stetig und ohne Investoren gewachsen.

Erstkontakt mit Neuronade

Erste Erkenntnis: Mit dem Shaker löst sich das Pulver besser auf, als wenn man es einrührt. Neuronade erinnert mich an kalten Früchtetee. Spätestens beim Blick auf die Zutatenliste schmecke ich viele der Bestandteile. Zumindest Grünen Tee, Heidelbeeren, Ingwer und Zitronensaft kann ich nachvollziehen. Ein Kollege ist mit seinem Urteil weniger feinfühlig: „Schmeckt mir nicht.” Und lächelnd fügt er hinzu: „Da müssen Geschmacksverstärker rein!” Das würde das ganze Vorhaben allerdings ad absurdum führen. Ziel war es doch, ohne Zusatzstoffe auszukommen. Es geht also nicht primär um den Genuss und den Geschmack, sondern um die Wirkung. Und so sitzt der zweite Kollege konzentriert auf dem Bürostuhl und wartet darauf, dass sich eine Wirkung einstellt. Das Protokoll liest sich dann ungefähr so: 14:13 Uhr: „Ich merk nix.” 14:14 Uhr: „Wir sollten ein Facebook-Live-Video machen" 14:16 Uhr: „Mein Zeh juckt.” ... und so weiter. Die Laune ist gut und plötzlich ist es still und alle arbeiten. Beginnt die Neuronade nun zu wirken? Das Kuriose: Auch die beiden Kollegen, die nicht probiert haben, arbeiten. Das kann es also nicht sein.
Neuronade

Im Shaker löst sich das Pulver auch gut in kaltem Wasser, allerdings sollten Sie zeitnah schütteln, sonst sinkt das Pulver zu Boden und setzt sich fest.

Geschmackssache

Eine vermeintliche Schwäche von Neuronade entpuppt sich bei mir im Laufe der Zeit als Stärke. Neuronade schmeckt nicht besonders intensiv, aber dezent und fein, ähnlich wie Tee, aber süß, dank Fruchtzucker und Stevia. Ich freue mich morgens auf meine Starter-Neuronade im Büro und nehme trotzdem noch einen Kaffee dazu. Das schließt sich überhaupt nicht aus, womöglich ist diese Heiß-Kalt-Kombi im Sinne von Yin und Yang sogar optimal. Im Praxis-Test konnte ich keinen aufregenden Effekt feststellen. Jedenfalls schmeckt es mir. Mal sehen, inwiefern meine Leistung abfällt, wenn die Vorräte komplett aufgebraucht sind. Bis dahin nehme ich es gern weiter zu mir.
Neuronade

Neuronade ist mehr als kalter Tee und viel gesünder als Cola, Red Bull & Co.

Neuronade: Dosierung und Preis

Laut Hersteller eignet sich Neuronade auch zur Langzeiteinnahme. Es gibt keine Nebenwirkungen oder zu befürchtende Abhängigkeiten wie etwa bei Koffein. Die Dosierung beträgt maximal drei Beutel pro Tag. Was kostet der Think Drink? Neuronade ist kein günstiges Vergnügen. Die 12-er Packung hat eine UVP von 19,99 Euro, allerdings gibt es das Pulver gerade für 14,90 Euro. Das sind immer noch stramme 1,24 pro Drink. Zumindest die Kosten sind vergleichbar mit einer Dose Red Bull. Wer von Neuronade überzeugt ist, sollte zum 100er-Pack greifen. Damit sinken die Kosten immerhin auf 79 Cent pro Portion. Unsere Probepackung war noch bis mindestens April 2018 haltbar.
Michael Huch

von

Redakteur und Content Manager, interessiert sich für Technik und mag Dinge, die den Alltag erleichtern. Egal ob unterwegs, im Garten oder der Küche.

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