Die ganze Wahrheit

Smoothie-Lüge: So ungesund ist der Obstersatz wirklich

Eine Flasche Gesundheit bitte! Nur sind manche Smoothies genauso ungesund wie Softdrinks. Wer gesund und kalorienbewusst leben will, sollte genau hingucken.

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Sind Smoothies ungesund?

Ungesunde Smoothies können der Gesundheit mehr schaden als nutzen. Doch wer achtet schon auf den Inhalt?

Kaum ein Getränk verköpert so sehr einen gesunden Lifestyle wie der Smoothie. Es ist einfach praktisch, Obst und Gemüse mal schnell nebenbei zu trinken, anstatt die empfohlenen fünf Tagesportionen zu essen. Smoothies sind das gute Gewissen für gestresste Esser – schließlich sollen sie die Hälfte des täglichen Bedarfs an Obst und Gemüse decken. Aber: Ist das wirklich so? Nein. Denn ungesunde Smoothies machen uns nicht nur nicht fit, sondern auch träge und sind echte Diätenkiller.

Gefährliche Smoothies

Viele industriell gefertige Smoothies basieren auf Fruchtsaft oder Saftkonzentrat. Eigentlich gesunde Nährstoffe, Vitamine und Mineralien sind aufgrund des Herstellungsprozesses verzört. Es bleibt ein Gemisch aus Wasser und Zucker. Das macht Smoothies nicht weniger ungesund als Cola. Die Folge: Das Diabetes-Typ-2 Risiko steigt. Beliebt sind Smoothies auch für Detox-Kuren. Hier fehlen jedoch oft lebenswichtige Fette und Eiweiße, die in fertigen Smoothies selten zu finden sind. Mangelerscheinungen sind nicht unüblich. Zudem sollen einige Smoothies Nierensteine begünstigen oder Schilddrüsenhormone negativ beeinflussen. Oxalsäure (Rhabarber, Spinat ...) oder goitrogene Substanzen (Meerrettich, Kohl ...) haben einen schlechten Ruf. Entwarnung hier: Das ist nur ein Mythos. Der Körper baut diese Substanzen wieder ab. Dennoch: Schlapp? Müde? Schwere Muskeln? Vielleicht liegt es am ungesunden Smoothie!
  • Tipp: Zuckergehalt der Smoothies checken. Mit 10 Gramm pro 100 ml tut ihr eurem Körper nichts Gutes. Zu viel Flaschenobst ist zu einseitig. Verzichtet in eigenen Smoothie-Rezepten auf Konzentrate. Mixt eure Basis selber. Schalen und Nüsse enthalten wertvolle Stoffe, die euch Energie bringen und das Immunsystem auf Trab halten.

Smoothies sind Kalorien-to-Go

Bei einer Diät ist gesunde Ernährung das A und O. Viele Smoothies sind jedoch nicht nur wahre Kalorienbomben, sondern machen nicht einmal satt. Beim Verzehr von Obst und Gemüse muss der Körper richtig arbeiten. Die Verdauung wird angeregt. Man bleibt länger satt als bei ungesunden Snacks. Smoothies sind oft sehr flüssig und enthalten so viel Wasser, dass sie für eine Abspeckkur wenig taugen.
Smoothies eignen sich zum Abnehmen

Smoothies sind nicht immer ungesund. Sie taugen auch zum Abnehmen, wenn man gewisse Dinge beachtet.

  • Tipp: Achtet nicht nur auf den Zuckergehalt eurer Smoothies, sondern auch darauf, dass viel Gemüse enthalten ist. Das ist weniger kalorienreich. Betrachtet Smoothies als vollwertige Mahlzeit, die als Mus-Substanz auch wirklich all das enthält, was euer Körper zum Muskelaufbau und Fettverbrennen benötigt. Chilli oder Ingwer regen den Stoffwechsel an.

Ungesunde Smoothies aus dem Kühlfach?

Viele Inhaltsstoffe von Smoothies sind luft- und lichtempfindlich. Daher sollten sie am besten frisch getrunken werden. Das heißt jedoch nicht, dass ihr für eure eigenen Smoothies immer frische Zutaten vom Wochenmarkt holen müsst. Im Gegenteil. Obst und Gemüse aus dem Tiefkühlfach haben oft mehr Vitamine als schlecht gelagerte Frischeprodukte, in denen vielleicht schon Keime wachsen. Zudem lässt sich Tiefkühlkost besser portionieren und ihr seid saisonunabhängig.
  • Tipp: Bei gekauften Smoothies darauf achten, dass die Verpackung lichtundurchlässig ist. Frische Smoothies maximal eine Nacht im Kühlschrank lagern.

Smoothies aufpeppen mit Superfoods & Co.

Viele Foodblogger schwören auf Superfoods wie Chia-Samen oder Proteinpulver. Grundsätzlich macht das Smoothies jedoch nicht gesünder. Wer sich ausreichend eiweißreich ernährt, muss nicht noch Eiweiß in seine Getränke mischen. Ein Smoothie kann zwar ein bis zwei Portionen Obst oder Gemüse am Tag ersetzen, sollte jedoch nicht anderweitige Ernährungsfehler ausgleichen. Auch ein Spezialmixer muss nicht sein. Der spaltet Nährstoffe nicht anders auf als ein normaler Mixer. Wichtiger sind hier Handhabung und was ihr damit alles zerkleinern wollt. Dafür lohnt sich dann auch spezieller Smoothie-Maker.
  • Tipp: Auf eine ganzheitlich gesunde Ernährung achten. Wer immer und überall Pülverchen zumischt, sollte grundsätzlich überlegen, ob hier die Basis stimmt. Für Kuren sind Zusatzstoffe jedoch gut geeignet. Ansonsten ist vieles einfach eine Geschmacksfrage.

Galerie: Diese Getränke haben noch mehr Zucker als Coca-Cola

Bücher: Smoothie-Rezepte

Anja Schmidt

von

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.