Diät aus dem Paläolithikum

Paleo-Ernährung: Essen wie die Menschen in der Steinzeit

Paleo-Ernährung ist eine Trend-Diät. Die Idee: Wenn der Mensch sich wie in der Altsteinzeit ernährt, dann lebt er gesünder. Das stecke bereits in unseren Genen. eVivam klärt auf, was an Paleo dran ist.

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Paleo Steinzeiternährung Fleisch

Bei Paleo-Ernährung isst du so wie unsere Vorfahren in der Steinzeit.

Paleo steht für Paläolithikum, also die Altsteinzeit. Und der Name ist Programm. Bei der Paleo-Ernährung sind nur Lebensmittel erlaubt, die schon bei unseren Vorfahren vor mehreren Tausend Jahren auf dem Speiseplan standen. Alle anderen Produkte sind tabu.

Speiseplan der Jäger und Sammler

Das heißt, dass die Ernährung aus Fleisch, Fisch, Eiern, Gemüse, Obst, Honig, Pilzen, Nüssen und Samen besteht – eben alles, was die Jäger und Sammler auch gegessen haben. Lebensmittel, die wir der Zivilisation verdanken, landen nicht auf dem Teller. So musst du auf Getreide, Hülsenfrüchte, Zucker und Milchprodukte verzichten. „Das Schwierige an Paleo ist, Alternativen für bestimmte Lebensmittel zu finden“, sagt Nadine Müller, Ernährungsexpertin bei der Techniker Krankenkassen. Denn: Getreide steckt in Müsli, Brot oder Brötchen – eben in allem, was auf dem Frühstückstisch steht. Ein Risiko sieht Nadine Müller nicht: „Wenn man viel Obst, Gemüse und wenig Zucker oder Weißmehl isst, dann ist das zu begrüßen.“

Keine Evolution des Verdauungstrakts

Hinter Paleo steckt die These, dass sich der moderne Mensch nicht „artgerecht“ ernährt. Evolutionär hätte sich unser Verdauungstrakt schlichtweg nicht weiterentwickelt. Die Schlussfolgerung daraus: Was damals gut für den Menschen war, das ist es auch noch heute. Ackerbau und Viehzucht betreiben wir immerhin erst seit zirka 10.000 Jahren. An die Lebensmittel, die so auf unseren Tellern gelandet sind, haben wir uns immer noch nicht gewöhnt, so Paleoaner. Die Folge seien Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Probleme, Autoimmunstörungen oder Diabetes. Dass Paleo dich fit und gesund hält, soll also in schon in deinen Genen liegen.

Paleo-These nicht belegt

Belegt ist die These allerdings nicht. „Die Annahme, dass nur die Gene das Ernährungsverhalten prägen, ist zu einseitig“, heißt es etwa bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie sagt zu Paleo, dass viele Faktoren unser Essverhalten prägen. Dazu gehört etwa das „Erlernen bestimmter Verhaltensmuster, die Prägung durch das soziale Umfeld sowie physiologische Mechanismen“. Außerdem gab es nicht die eine Steinzeiternährung. Auch unsere Vorfahren ernährten sich bereits sehr unterschiedlich. Sie aßen, was sie vorgefunden haben. Ihre Mägen waren flexibel, so die Kritiker von Paleo.

Ausgewogene Ernährung

Bei Paleo geht es aber nicht um das Leben in der Steinzeit, dem wir nacheifern sollen. Auch ist Paleo keine Diät im klassischen Sinne. Abnehmen sei höchstens ein positiver Nebeneffekt. Paleo ist zuallererst ein Ernährungskonzept, bei dem es um die Rückkehr zu naturbelassener Kost geht. Ausgewogene Ernährung steht im Fokus.

Kein strikter Ernährungsplan

So schreibt Nico Richter in seinem Paleo-Buch auch, dass Einsteiger die Diät 30 Tage ausprobieren sollten. In dieser Zeit sollst du auch auf Alkohol, Kaffee und Nikotin verzichten. Danach dürfen auch die verbotenen Lebensmittel wieder auf den Teller. So kann jeder selber einschätzen, welche Lebensmittel ihm bekommen und welche nicht. Wer Milchprodukte verträgt, der darf sie in seine Ernährung wieder einbauen. Einen strikten Ernährungsplan gibt es bei Paleo nicht.
David Huth

von

Ob Gadgets, Apps oder Trends – alles was neu ist, probiere ich aus. An meiner Neugier lasse ich hier bei eVivam andere teilhaben.

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