Mit der Nulldiät Kilos verlieren

Fasten mit der Nulldiät – eine gute Idee?

Kaum eine andere Diät wendet solch extreme Methoden an wie die Nulldiät. Keine feste Nahrung und lediglich eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch Mineralwasser oder ungesüßte Kräutertees stellen Willenskraft und Organe auf eine echte Probe.

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Nulldiät

Mit der Nulldiät zum Wunschgewicht fasten - eine gute Idee?

Fasten gehört zu den uralten Riten vieler Kulturen und stellt Reinigung von Körper und Geist in den Mittelpunkt. In den meisten Fällen betrifft dies wenige Tage. Die Nulldiät macht wahrhaft kurzen Prozess mit den überflüssigen Pfunden – 0,0 Prozent Nahrung über eine längere Zeit. Das bedeutet für den Körper massive Belastungen. Daher findet diese Methode des gewünschten, rasant schnellen Gewichtsverlustes in den meisten Fällen unter ärztlicher Aufsicht, beispielsweise in Kliniken statt.

Effekt und Nebenwirkungen

Keine Frage – bei der Nulldiät ist der Speiseplan mehr als eindeutig definiert. Null bedeutet einfach null. Das radikale Abnehmen gelingt zunächst spielend und der Erfolg bestärkt zum Durchhalten. Es mag anfangs begeistern, denn die völlige Entleerung von Magen und Darm sowie Fett- und Muskelabbau zeigen auf der Waage schnelle Erfolge. Und bereits nach drei Tagen ist das lästige Hungergefühl verschwunden.
 Aber recht bald stellen sich erste Nebenwirkungen einer Unterversorgung ein. Müdigkeit, Erschöpfungszustände und Konzentrationsschwäche machen sich breit. Schließt sich der Nulldiät keine gezielte, kalorienreduzierte Ernährungsumstellung an, zeigt sich eine noch schnellere Gewichtszunahme als bei anderen Diäten. Auf das Signal der absoluten Hungerzeit an den Körper reagiert dieser bei Wiederaufnahme von fester Nahrung mit besonders effektivem Abspeichern für weitere „Notzeiten“. Der berühmt berüchtigte Jo-Jo-Effekt schlägt unbarmherzig zu.

100 Tage bei Wasser ohne Brot?

Der Gewichtsverlust kann je nach Ausgangsgewicht durchaus 50 Kilogramm betragen. So extrem die Nulldiät, so massiv die Gefahren, denen du deinen Körper aussetzt. Auch unter ärztlicher Beobachtung und der Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln kannst du einen massiven Abbau des körpereigenen Proteins und damit von Teilen der Muskulatur nicht verhindern. Denn wenn die Energiezufuhr stoppt, setzt der Körper auf seine Reserven, um den Hungerzustand auszugleichen. Dafür nutzt er zunächst die eingelagerten Kohlenhydrate und Fettreserven. Damit kannst du jedoch nur wenige Tage überbrücken. Dann geht es im wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte. Die Harnsäureausscheidung gerät ins Schlingern, der Säure-Basen-Haushalt kommt durcheinander und damit auch wichtige Stoffwechselvorgänge. Die Belastung der Nieren ist enorm. Anzeichen des Durcheinanders sind Ohrensausen, Taubheit, Verwirrtheit, Muskelschwäche sowie Herzrhythmusstörungen. Skelett und Bindegewebe verlieren Magnesium, Natrium und Kalzium. Mit schwächelnder Knochendichte und Gewebeschwäche entziehst du deinem Körper mit einer länger dauernden Nulldiät seinen Stützapparat.

Diät für Sportmuffel?

Viele Reduktionsernährungen gehen Hand in Hand mit der Empfehlung, sich verstärkt sportlich zu betätigen. Die Nulldiät macht hier eine kleine Ausnahme. Aufgrund der extremen Belastung des Organismus empfiehlt sich lediglich eine moderate, jedoch regelmäßige Bewegung in Form von Spaziergängen. Intensive Belastungen und Sport mit erhöhtem Pulsschlag wären hierbei zu viel des Guten.

Für wen eignet sich die Nulldiät?

Hier ist es sinnvoller zu sagen, wer unbedingt die Finger von dieser Radikalkur lassen sollte. Das sind zum einen natürlich Kinder, Jugendliche und selbstverständlich Schwangere und stillende Mütter. Und auch in Zeiten extremer Belastung (beispielsweise im Beruf) ist eine radikale Diät zusätzliches Gift für den Körper.
 Die folgenden Krankheitsbilder schließen eine Nulldiät ebenfalls aus:
  • Diabetes mellitus Typ I
  • Magersucht (Anorexia nervosa)
  • kankhafte Abmagerung (Kachexie)
  • bösartige Tumore
  • Herzschwäche (manifeste Insuffizienz)
  • Blutarmut (hämolytische Anämie)
  • Störungen der Blutversorgung des Gehirns (zerebro-vaskuläre Insuffizienz) bzw. Demenz
  • entgleiste Schilddrüsenüberfunktion (dekompensierte Hyperthyreose)
  • psychische Störungen

Fazit – bleibt unter dem Strich die Null?

Ob die Nulldiät im Einzelfall wirklich ratsam ist, sollte ein Arzt entscheiden und anschließend diese Zeit auch überwachen. Fasten und Nulldiät sollten bestenfalls als kurzfristiges Mittel zum Zweck dienen. Zu schwer wiegen die Folgen für einen unterversorgten Organismus. Falls der Arzt zustimmt, kann eine Nulldiät ein Einstieg für eine lang angelegte Gewichtsreduktion sein, jedoch nie eine dauerhafte Lösung. Sinnvoller ist eine gezielte Ernährungsumstellung mit mäßigerem, jedoch dauerhaftem Gewichtsverlust.

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