Fett weg!

Gallensteine: Ernährung, die Sie davor schützt!

Eine falsche Ernährung begünstigt Gallensteine. Die besten Tipps, wie Sie sich durch richtiges Essen vor Gallensteinen schützen!

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Butter und Messer

Der beste Schutz vor Gallensteinen: Runter mit dem Fettkonsum!

Gallensteine sind keine Seltenheit. Ärzte schätzen, dass mehr als 20 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer ab 40 Jahren Gallensteine haben. Manchmal verursachen sie erhebliche Probleme, zum Beispiel heftige Schmerzen im Oberbauch, die sich bis zu Koliken steigern. Aber nicht jeder spürt die Gallensteine im Körper. Die Symptome hängen davon ab, wie groß sie sind und wo sie sich genau befinden. Gallensteine entstehen aus verdickter Gallenflüssigkeit. In der Gallenblase oder den Gallengängen verklumpen bestimmte Stoffe und bilden Kristalle. Meist bestehen Gallensteine aus Cholesterin (Cholesterinsteine), seltener aus Kalzium und Bilirubin, einem Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Pigmentsteine). Gallensteine liegen zwar oft in der Familie, aber auf einige Faktoren haben Sie selbst einen Einfluss. Mit dieser Ernährung schützen Sie sich!

Galerie: Diese Speisen senken deinen Cholesterinwert

Gallensteine-Ernährung: runter mit dem Übergewicht

Erhebliches Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sind Risikofaktoren für Gallensteine. Menschen mit zu vielen Kilos entwickeln deutlich öfters Steine, weil sie mehr Cholesterin in die Gallenflüssigkeit abgeben als Normalgewichtige. So entstehen Cholesterinsteine leichter. Zudem kontrahiert sich die Gallenblase bei Übergewichtigen weniger gut: die Gallenflüssigkeit staut sich und dickt ein. Wer übergewichtig oder adipös ist, sollte versuchen, sein Gewicht zu reduzieren. Dies gelingt am besten durch eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung.

Gallensteingefahr: Achtung Zucker!

Auch ein hoher Zuckerkonsum scheint das Risiko für Gallensteine zu erhöhen. Wer zum Beispiel jede Menge Softdrinks, Energydrinks, Limonaden, Kuchen, Torten oder Weißbrot konsumiert, riskiert Gallensteine. Essen Sie also Süßigkeiten in Maßen, weil sie nicht nur Zucker, sondern auch viel Fett enthalten. Wählen Sie kalorienarme Getränke wie Wasser, Fruchtsaftschorlen oder ungesüßten Tee.

Galerie: Foodwatch-Studie: Viel zu viel Zucker in Getränken

Ballaststoffe schützen vor Gallensteinen

Essen Sie viele Ballaststoffe, die in Vollkornprodukten (Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis), aber auch in Obst und Gemüse stecken. Ballaststoffe sind Fasern, die satt machen, kalorienarm sind und die Verdauung ankurbeln. Wer sich ballaststoffarm ernährt, riskiert Gallensteine. Versuchen Sie also, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Das hilft auch für den Fall, dass Sie übergewichtig sind.

Gallensteine: Ernährung mit wenig Fett

Fettreiche Speisen begünstigen die Entstehung von Gallensteinen. Besonders riskant sind gesättigte Fettsäuren, die viele tierische Produkte beinhalten. Sie erhöhen die Konzentration des „schlechten“ LDL-Cholesterins. Gesättigte Fettsäuren finden sich zum Beispiel in Wurst, Fleisch, Milch und Milchprodukten (Käse, Sahne), Backwaren und Süßigkeiten. Auch Transfettsäuren gelten als ungesund, weil sie die LDL-Werte erhöhen und das „gute“ HDL-Cholesterin senken. Transfette bilden sich beim starken Erhitzen und der industriellen Fetthärtung. So sind sie beispielsweise in Fertigprodukten, Chips, Blätterteig oder frittierten Speisen enthalten.
Wählen Sie besser ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Quellen. Besonders günstig scheinen die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren zu sein, die in Leinöl, Hanföl, Walnussöl oder Rapsöl enthalten sind. Sie stecken außerdem in fettem Seefisch wie Hering, Lachs und Makrele.
Achten Sie insgesamt auf Ihren Fettkonsum und die Fettqualität. Wer wenig Fett isst, schützt sich vor Übergewicht und Adipositas und nimmt leichter ab! Menschen mit Gallensteinen vertragen fettige Speisen ohnehin weniger gut.

Bei diesen Lebensmitteln ist Vorsicht angesagt

Auf Lebensmittel, die Blähungen verursachen, zum Beispiel Kohlsorten wie Blumenkohl, Rosenkohl, Brokkoli oder Wirsing, verzichten Sie besser. Das Gleiche gilt auch für Hülsenfrüchte (Erbsen, Kichererbsen, Linsen), hart gekochte Eier sowie Alkohol oder Kaffee – sie verursachen Gallenbeschwerden. Seien sie auch vorsichtig bei gerösteten, gebratenen und stark gewürzten Speisen.

Galerie: Abnehmen zwischen Lüge und Wahrheit

Finger weg von einer Gallensteine-Diät

Radikale und strenge Diäten, Fasten und Hungern sind nicht empfehlenswert, denn sie erhöhen das Risiko für Gallensteine. Durch die Diät wartet die Gallenflüssigkeit länger auf ihren Einsatz bei der Fettverdauung und verbleibt länger als sonst in der Gallenblase, staut und verdickt sich. Die Folge ist, dass leichter Gallensteine entstehen. Manchmal vergrößern sich bei einer radikalen Diät auch bestehende Gallensteine, weil das Fettgewebe durch den Nahrungsentzug Cholesterin freisetzt und sich die Cholesterinmenge in der Gallenflüssigkeit erhöht. Unterziehen Sie sich also keinen Radikalkuren, sondern nehmen Sie langsam ab. So haben Sie auch größere Chancen, ihr Gewicht langfristig zu stabilisieren und beugen Gallensteinen vor.

Mittel zum Abnehmen

Ingrid Müller

von

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