Nicht weniger Kalorien

Vorsicht bei Fitness-Ernährungs-Produkten

Lebensmittel, die mit dem Zusatz „Fitness“ zur Ernährung werben, gibt es viele in den Supermarkt-Regalen. Unbeschwerter Genuss ist mit den Diät-Produkten aber nicht möglich. Die Kalorien schlagen genauso zu Buche.

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Lebensmittel gesund Fitness

Fitness-Ernährungs-Produkte im Supermarkt haben nicht mehr Einfluss auf die Gesundheut als normale Produkte.

Wer Sport treibt oder abnehmen möchte, der greift im Supermarkt gerne zu den entsprechenden Lebensmitteln. Produkte, die mit Fitness-Ernährung werben, sind aber trügerisch. „Die Etiketten suggerieren ein gesundes und leichtes Lebensmittel“, sagt Nadine Müller, Ernährungsexpertin bei der Techniker Krankenkasse, "das kann dazu verleiten, mehr davon zu essen.“

Regeln der Europäischen Union

Womit die Lebensmittel-Hersteller werben dürfen, das ist seit 2012 von der Europäischen Union stark reglementiert. Aussagen wie „Probiotische Joghurts wirken positiv auf das Immunsystem“ sind nicht mehr gestattet. Setzen Hersteller ihren Lebensmitteln eine ausreichende Menge Vitamin C zu, dann dürfen sie zum Beispiel damit werben, dass es zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt.

Überversorgung riskieren

Produkte, die viele Nahrungsergänzungsmittel verwenden, sind unter Umständen sogar schädlich. „Wer ständig zu angereicherten Produkten greift, riskiert damit unter Umständen eine Überversorgung mit bestimmten Stoffen“, heißt es etwa bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Versprechen der Lebensmittel

Der Nutzen von Lebensmitteln, die uns fitter und gesünder machen sollen, ist unklar. Die Werbebotschaften auf dem Etikett verleiten aber dazu, mehr zu essen, als für dich gut ist. Wer dem Versprechen eines aktiven und gesunden Lebens Glauben schenkt, der hat beim nächsten Gang auf die Waage vielleicht sogar ein paar Kilos mehr auf den Rippen. Zu diesem Ergebnis kam die Studie einer Forschergruppe an der TU München um Jörg Königstorfer, Professor für Sport- und Gesundheitsmanagement.

Wirkung der Werbebotschaften

Die Forscher sind der Frage nachgegangen, welche Wirkung diese Werbeversprechen auf den Verbraucher haben. Im Versuchsaufbau setzte er den Probanden, allesamt Studenten, eine Portion Studentenfutter vor. Bei der einen Hälfte bezeichnete er die Nascherei als „Fitness“-Mischung. In beiden Gruppen war es allerdings ganz normales Studentenfutter.Das Ergebnis: Die Probanden folgten dem Fitnessversprechen. Gerade Studenten, die angaben, dass sie auf ihre Ernährung achten, griffen ordentlich bei der „Fitness“-Mischung zu. Beim normalen Studentenfutter hielten sie sich hingegen zurück.
Nadine Müller, Diplom-Ökotrophologin

„Die Frage ist, ob man solche Lebensmittel überhaupt braucht. Es gibt da keine Notwendigkeit, herkömmliche Lebensmittel decken auch den Bedarf an Nährstoffen.“

TK-Expertin Nadine Müller, Diplom-Ökotrophologin, M.Sc. Public Health Nutrition

Strampeln auf dem Ergometer

In einem zweiten Test, schickten die Forscher ihre Probanden auf ein Ergometer. Die Gruppe, die vorher die „Fitness“-Mischung gegessen hatten, strampelten weniger Kalorien weg als ihre Kommilitonen. Der Fitness-Slogan wirkte sich also direkt doppelt auf die untersuchten Studenten aus.

Nicht nötig für eine ausgewogene Ernährung

Neben dem Effekt, den die Forscher der TU München entdeckt haben, stellt sich aber für Nadine Müller ohnehin die Frage, wozu diese sogenannten funktionalen Lebensmittel überhaupt gebraucht werden: „Für eine ausgewogene Ernährung braucht man keine Fitnesslebensmittel“, sagt sie. Eiweiß von speziellen Shakes und Riegeln enthalten auch ganz normale Lebensmittel. „Den Eiweißbedarf kann man beispielsweise auch durch einen Joghurt decken.“
David Huth

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Ob Gadgets, Apps oder Trends – alles was neu ist, probiere ich aus. An meiner Neugier lasse ich hier bei eVivam andere teilhaben.

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